CHIO in Aachen:Siegesserie der deutschen Pferde

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Bei der Olympia-Generalprobe in Aachen gewinnen die Springreiter vor 37.000 Zuschauer den Nationenpreis. Anschließend sind auch die Dressurreiter ungefährdet.

Mit Bravour haben die deutschen Springreiter ihre Olympia-Generalprobe bestanden. Beim Nationenpreis des CHIO in Aachen feierten sie am Donnerstagabend vor 37.000 Zuschauern den Hattrick. Schon vor dem letzten Ritt stand der erneute Erfolg fest. Die Sieger waren so überlegen, dass Europameisterin Meredith Michaels-Beerbaum als Schlussreiterin gar nicht mehr starten musste. "Hier zu gewinnen, ist immer noch etwas besonderes", sagte ihr Schwager Ludger Beerbaum. Deutschland triumphierte mit 16 Strafpunkten vor den Niederlanden (20). Auf den geteilten dritten Platz kamen die USA und Großbritannien (21). In der Dressur war zuvor dem deutschen Team der 31. CHIO-Sieg gelungen, so dass es wie 2006 und 2007 einen deutschen Doppel-Erfolg gab.

Makelloser Ritt: Christian Ahlmann aus Marl mit seinem Pferd Coester. (Foto: Foto: Getty)

Den Grundstein für den erneuten Sieg der Springreiter hatte die Gastgeber-Equipe bereits in der ersten Runde gelegt. Zwar patzte Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Montender und lieferte das Streichergebnis, aber seinen Teamkollegen unterlief kein Abwurf. Christian Ahlmann (Marl) ritt mit Cöster völlig makellos, während Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit All Inclusive und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly jeweils einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung erhielten.

"Die Zeit war sehr knapp bemessen. Oberste Priorität war, die Stangen liegen zu lassen", sagte Ludger Beerbaum, der vor seiner sechsten Olympia-Teilnahme steht. In der zweiten Runde purzelten bei Kutscher und seinem Hengst, der in der vergangenen Saison lange verletzt war, erneut zwei Stangen. "Es ist nicht zu ändern", sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier. Und die Kollegen mussten es wieder retten. Ahlmann und Beerbaum sicherten den vorzeitigen Sieg, Michaels-Beerbaum durfte mitfeiern, ohne ein zweites Mal reiten zu müssen. Die Stärke der Kollegen und die Fehler der Konkurrenz machten es möglich.

"Das beste Pferd der Welt"

Ihre derzeitige Topform bewiesen Michaels-Beerbaum und Shutterfly aber auch in nur einer Runde. Der Wallach bestätigte ihre Einschätzung: "Er ist das beste Pferd der Welt." So sind sie auch die Favoriten für den Großen Preis am Sonntag. "Ich bin gerne Favoritin, denn das heißt ja, dass ich und das Pferd gut sind", sagte die Europameisterin.

Besonders erfreulich war der Abend vor allem für Ahlmann. Der Doppel-Europameister von 2003 musste vor zwei Wochen ein Turnier in Cannes abbrechen, weil sein Olympiapferd Cöster eine rätselhafte Rückenverletzung erlitt. Der CHIO in Aachen ist für den 15-jährigen Wallach der Härtetest, den er am Donnerstag glänzend bestanden hat. Cöster lief tadellos, auch wenn ausgerechnet am letzten Hindernis eine Stange fiel. "Ich habe zu viel an die Zeit gedacht", sagte Ahlmann: "Da gab es den Netzroller."

Fünf Stunden zuvor hatte das Dressurteam trotz eines Absturzes des Senkrechtstarters Matthias-Alexander Rath den Sieg gefeiert. Mit deutlichem Vorsprung gewann das Gastgeber-Quartett im Nationenpreis, obwohl der Debütant mit seinem Einbruch für eine böse Überraschung gesorgt hatte. Überragend war wieder einmal Isabell Werth: Der Dressur-Königin gelang ein Doppel-Sieg. Sie hatte mit ihrem Wallach Warum nicht auch einen Grand Prix des Rahmenprogramms für sich entschieden.

"Das war die beste Prüfung, die er je gegangen ist", schwärmte Werth nach ihrem Siegritt mit Satchmo. "Er war so locker. Das war spitze." Mit 220,959 Prozent gewann das Gastgeber-Team deutlich vor den Niederlanden (207,708) und Dänemark (205,833). Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Hongkong hat der 31. Mannschaftssieg in Aachen allerdings wenig Aussagekraft. Die Niederländer, die wieder als Hauptkonkurrent beim Kampf um die Goldmedaille gelten, waren in Aachen nur mit einer zweitklassigen Besetzung am Start. "Das kann ich verstehen, dass sie hier nicht gegen uns antreten", sagte Bundestrainer Holger Schmezer. "Ein Sieg ist aber trotzdem ein Sieg."

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