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Chemnitzer FC:Verband sperrt Frahn nach Jubel mit Hooligan-Shirt

Chemnitz bestraft Stürmer Frahn

Daniel Frahn vom Chemnitzer FC.

(Foto: dpa)

Der Stürmer des Chemnitzer FC wird seinem Team mindestens ein Spiel fehlen. Bayern-Präsident Hoeneß hofft nach der Ausmusterung von drei Münchner Profis aus dem DFB-Team auf ein Vier-Augen-Gespräch mit Bundestrainer Löw.

Chemnitzer FC, Daniel Frahn: Sein Jubel mit einem Hooligan-Shirt hat für Stürmer Daniel Frahn vom Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC Konsequenzen. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) sperrte Frahn "im Wege einer einstweiligen Verfügung mit sofortiger Wirkung bis zur Entscheidung des NOFV-Sportgerichtes in der Hauptsache", teilte der NOFV am Dienstag mit. Einen Termin für die Entscheidung des NOFV-Sportgerichts nannte der Verband bisher aber nicht. Damit fehlt Frahn seinem Klub mindestens im Auswärtsspiel beim BFC Dynamo am Mittwoch.

Der 31-jährige Frahn hatte nach dem Tod eines rechtsextremen Fans im Spiel am vergangenen Samstag gegen die VSG Altglienicke (4:4) ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" (unterstütze deine lokalen Hools) hochgehalten. Vom Verein war Frahn dafür mit einer Geldstrafe belegt worden.

Das Zeigen des T-Shirts habe nicht dazu gedient, ein politisches Statement zu setzen, schrieb der Angreifer auf seiner Facebook-Seite. "Mir war auch nicht bewusst, dass dieses Shirt so tief in der Neo-Nazi Szene verankert ist", ergänzte Frahn. Dafür wollte er sich aufrichtig und ehrlich entschuldigen. "Als aller erstes möchte ich klarstellen, dass ich KEIN Sympathisant eines Neo-Nazis bin! Auch teile ich diese politische Einstellung NICHT und trage auch keine rechten Gedanken in mir."

Neben Frahn steht der Chemnitzer FC selbst seit dem Spiel gegen Altglienicke schwer in der Kritik. Der Klub hatte vor dem Anpfiff eine Trauerbekundung für den gestorbenen Neonazi Thomas Haller zugelassen.

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DFB-Team: Bayern-Präsident Uli Hoeneß hofft nach der Ausmusterung drei Münchner Profis aus der Fußball-Nationalmannschaft auf eine persönliche Unterredung mit Bundestrainer Joachim Löw am Rande des Champions-League-Spiels gegen den FC Liverpool. "Wenn es mir gelingen sollte, mit dem Jogi unter vier Augen zu reden, wäre mir das natürlich lieber", sagte Hoeneß am Dienstagabend beim traditionellen Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg in München. Löw wird Beim Achtelfinal-Rückspiel am Mittwoch in der Allianz Arena als Gast erwartet. Vor einer Woche hatte der Bundestrainer überraschend die Bayern-Spieler Thomas Müller (29), Mats Hummels (30) und Jérôme Boateng (30) über das Ende ihrer Karrieren in der Nationalelf informiert.

Der FC Bayern hatte durch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic nicht die sportliche Entscheidung, wohl aber die Form der Kommunikation und den Zeitpunkt kritisiert. Hoeneß hatte auf eine öffentliche Kommentierung bislang verzichtet und eine Äußerung für die Zeit nach dem wichtigen Liverpool-Duell angekündigt. Inwiefern eine persönliche Aussprache ein öffentliches Statement verändern oder hinfällig machen würde, lief Hoeneß offen.

Derweil hat auch Liverpools Teammanager Jürgen Klopp an der Ausbootung von Müller, Hummels und Boateng geübt. Die Endgültigkeit der Entscheidung von Bundestrainer Löw kann Klopp nicht nachvollziehen. "Jogi hat zu 100 Prozent das Recht, dass er sie nicht nominiert. Ich bin nicht sicher, ob es auch geht, zu sagen, ich nominiere sie gar nicht mehr", sagte der 51-Jährige. Am Abend vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Bayern ergänzte Klopp: "Dass sie gar nicht mehr in der Auswahl sind, habe ich nicht verstanden. Das muss mir mal jemand erklären." Wenn Löw dies so sehe, müsse er es machen, aber wie immer würden Trainer daran gemessen, "was wir abliefern, das weiß Jogi genauso wie ich."

Klopp kann sich durchaus vorstellen, dass die Bayern-Spieler die Enttäuschung in positive Energie umwandeln. "Keiner hat sich die Entscheidung so gewünscht, aber es ist durchaus möglich, dass man Kraft daraus zieht. Na klar hat das aus Vereinssicht auch Vorteile", sagte der frühere Dortmunder und Mainzer Trainer.

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