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Chelseas Krise in der Premier League:Torres von Beginn an

Verteidiger John Terry, der sich demnächst wegen Rassismus-Vorwürfen vor Gericht verantworten muss, war in der Startelf, und Villas-Boas hatte auch ein Herz für ein anderes Sorgenkind. Stürmer Fernando Torres, ewig außer Form, durfte sein erstes Ligaspiel seit acht Wochen von Anfang an bestreiten. Der Spanier kam in der ersten Viertelstunde zwei Mal zum Abschluss, vergab aber mit der typischen Mischung aus Glück- und Mutlosigkeit. Für die Gäste setzte Orlando Sa einen Kopfball über das Tor.

Die Blues bemühten sich um Tempo, aber Fulham verschleppte geschickt. Die Stimmung blieb ungewohnt besinnlich. Bei sehr milden 13 Grad hielt sich das Bedürfnis nach Bewegung auf und neben dem Platz in Grenzen, mit zunehmender Spieldauer näherte sich der Spannungsgehalt der Vorführung dem des weihnachtlichen Kinderfernsehprogramms an.

In der Pause mag sich gar der eine oder andere eingeschläferte Besucher ins 16. Jahrhundert zurückgesehnt haben, "Fußball ist nicht mehr als bestialische Wut und extreme Gewalt", schrieb der Historiker Sir Thomas Elyot damals.

Doch dann erwachte das Match aus seinem Schlummer. Torres hielt den Ball und legte an der Strafraumgrenze für Juan Mata auf, der exakt ins Eck traf (1:0/47.). Der Vorsprung währte aber nur kurz, Clint Dempsey drückte den Ball nach Vorarbeit von Bryan Ruiz zum 1:1 (56.) für Fulham ins Netz, auf der Gegenseite verhinderte Keeper David Stockdale mit viel Glück einen neuerlichen Rückstand (Malouda, 66.).

Der Rest war weitgehend uninspiriertes Anrennen von Chelsea mit einigen Zufallschancen, und so tat sich nach dem 1:1 trotz des Streiks überraschend doch noch was auf dem britischen Streckennetz: der Meisterschaftszug fuhr ein Stück weiter in Richtung Manchester davon.