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Chaos beim Hamburger SV:Große interne Differenzen

Magath war zwar am Donnerstag in Hamburg, um am Abend über das Thema "Schach macht schlau" zu referieren. Doch seine aggressive Eigen-PR mit Facebook-Einträgen und einem quasi offenen Brief vom HSV-Gönner Klaus-Michael Kühne ("Lieber Herr Magath, geben Sie sich einen Ruck") hatte selbst Magath-Befürworter im Aufsichtsrat irritiert. Offenbar gab es auch bei der Vertragsgestaltung zu große Differenzen zwischen beiden Parteien.

Zudem wurden Magaths letzte Tätigkeiten als Trainermanager auf Schalke und in Wolfsburg kritisch betrachtet. Da hatte er sich vor allem dadurch ausgezeichnet, dass er Profis im halben Dutzend ausmusterte, die er kurz vorher verpflichtet hatte. Eine teure Angelegenheit war das jeweils für seine ehemaligen Arbeitgeber.

Als größter Verlierer beim gescheiterten Magath-Deal erscheint jetzt der erst seit zweieinhalb Wochen im Amt stehende Aufsichtsratsboss Jens Meier. Der im Hauptberuf als Chef der Hafenverwaltung tätige 47-Jährige hatte heftig für die HSV-Ikone geworben und sogar die Satzungen außer Acht gelassen, indem er mit Magath verhandelte. Denn das ist operatives Geschäft, das allein dem Vorstand zusteht - doch der war so kraftlos, dass er selbst dieses Vergehen nicht stoppen konnte.

Außerdem hatte Meier bei seiner Offensive gegen van Marwijk weder im Vorstand noch in seinem Kontrollgremium die nötigen Mehrheiten bekommen. Auch die diskutierte Entlassung von Klubchef Jarchow und Sportchef Kreuzer - welche die Voraussetzung gewesen wäre, um Magath einzustellen - ist ja vorerst gescheitert. Dabei hatte Meier noch am späten Mittwochabend ein Bekenntnis zum amtierenden Vorstand und van Marwijk verweigert.

"Wir sind hier im Profifußball und nicht bei einer Kindergartenveranstaltung", sagte Meier nach dem 0:5: "Trainer und Manager müssen Druck aushalten können." Wie es aussieht, reist der HSV nun mit van Marwijk "zum wichtigsten Spiel des Jahres", so der Coach. Und wohl auch mit Regisseur Rafael van der Vaart, der gegen die Bayern nach Problemen in der linken Wade ausgewechselt wurde.

Auch Torjäger Pierre-Michel Lasogga ist nach seinem Muskelfaserriss wohl wieder so fit, dass er mitwirken kann. Zumindest Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, der das 0:5 live erlebte, rechnet mit einem stärkeren HSV: "Ich bin überzeugt, dass Hamburg gegen uns um sein Leben rennt."

© SZ vom 14.02.2014
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