Champions League:Wie Wolfsburg scheiterte, De Bruyne zu ersetzen

Bayer Leverkusen v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Bislang keine De Bruynes: Julian Draxler (links) und André Schürrle.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Fast 80 Millionen Euro hat der VfL Wolfsburg ausgegeben, um den Weggang des Belgiers zu kompensieren. Der Plan ist misslungen.
  • Am Abend trifft der VfL auf Real Madrid in der Champions League - die Spanier freuten sich über das Glückslos.
  • Tabelle und Ergebnisse der Champions League finden Sie hier.

Von Carsten Eberts

Was dem VfL Wolfsburg ohne Kevin De Bruyne fehlt, zeigt der Blick nach England. So am Samstag, als der Belgier für Manchester City gegen Bournemouth das 2:0 schoss. Ein technisch anspruchsvolles Tor, denn De Bruyne hatte den abgelegten Ball von David Silva am Sechzehnmeterraum direkt genommen - ein Volleyschuss knapp über der Grasnarbe, unten links ins Eck.

Es war De Bruynes erstes Tor nach seiner Knieverletzung, und es gibt nicht wenige Menschen in England, die sagen, dass ManCity noch Chancen auf die Meisterschaft haben könnte, wäre De Bruyne nicht seit Januar verletzt gewesen.

In Wolfsburg, wo De Bruyne bis zum vergangenen Sommer spielte, kann man sich Gedanken an die Meisterschaft ebenfalls sparen. Vor genau einem Jahr, als De Bruyne die Mannschaft noch führte, war Wolfsburg Zweiter. "Bayern-Jäger" wurden sie genannt, auch wenn die Münchner am Ende den Titel holten. Dafür ging der DFB-Pokal erstmals nach Wolfsburg. Dann wechselte De Bruyne für 75 Millionen Euro nach Manchester - und der VfL stürzte ab.

Real kommt ohne Angst

So kommt es, dass Real quasi ohne Angst zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League (20.45 Uhr, Liveticker auf SZ.de) nach Wolfsburg reist. Sie haben gelacht, die Madrilenen, nach der Auslosung. So ein Glückslos, hieß es. Ohne De Bruyne hat Wolfsburg viel von seinem Schrecken eingebüßt. Weil Wolfsburg es nicht geschafft hat, den Belgier zu ersetzen.

Dabei hat der VfL große Teile der Ablösesumme reinvestiert. 35 Millionen Euro für Julian Draxler (aus Schalke). 12 Millionen Euro für Max Kruse (aus Gladbach). Auch André Schürrle wurde ein halbes Jahr zuvor für 30 Millionen Euro im Wissen geholt, dass De Bruyne im darauffolgenden Transfersommer nicht zu halten sein dürfte.

Es kann natürlich passieren, dass ein einzelner Spieler nicht von Beginn an das zeigt, was er bei seinem vorherigen Klub zu leisten vermochte. Dass er Anpassungsschwierigkeiten mitbringt, sich akklimatisieren muss. Bitter für Wolfsburg ist, dass es alle drei so genannten "Königstransfers" erwischte.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB