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Champions League:Von der Alm in die Königsklasse

Dass Diego und Dimitar Berbatov in der Königsklasse auflaufen, ist bekannt. Es gibt aber auch andere ehemalige Bundesligaprofis, die nun in der Champions League spielen.

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Dass Diego und Dimitar Berbatov in der Königsklasse auflaufen, ist bekannt. Es gibt aber auch andere ehemalige Bundesligaprofis, die nun in der Champions League spielen.

Tomáš Rosický

Es war das wohl ungewöhnlichste tschechische Duo, das jemals in der Bundesliga spielte - die Zöllner an der Grenze in Waldsassen jedenfalls mussten immer schmunzeln, wenn Tomáš Rosický und Jan Koller nach Hause fuhren. Der eine, Rosický, wiegt 65 Kilo - während Koller mehr als 100 Kilo auf die Waage brachte. Von 2001 bis 2006 spielten die beiden gemeinsam bei Borussia Dortmund.

Koller wechselte erst zum AS Monaco, dann nach Nürnberg und lässt nun seine Karriere in der russischen Premjer Liga ausklingen. Rosický spielt nun für den FC Arsenal, wobei "spielt" nicht ganz stimmt - er war lange verletzt und kehrte nach einer Saison ohne Ligaspiel erst jetzt in den Kader zurück.

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Diego Placente

Der Mann war nicht nur argentinischer Nationalspieler, sondern nahm für sein Land auch an der WM 2002 teil. In der Spielzeit zuvor holte er mit Bayer Leverkusen drei Titel - er wurde "Vize-Meister", "Vize-Pokalsieger" und "Vize-Champions-Leage-Sieger".

Mittlerweile spielt Placente für Girondins Bordeaux - und wurde in der vergangenen Saison endlich Meister.

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Tibor Dombi

Schade, dass der ungarische Klub Debreceni VSC bei der Auslosung zur Champions League in der Gruppe E landete. Die Gruppe A, das wäre es gewesen, denn die Gruppe A ist die Gruppe des FC Bayern München, und über den FC Bayern München hätte Tibor Dombi (vorne) seinen Mitspielern eine besonders schöne Geschichte erzählen können. Eine Geschichte davon, wie er mal gegen den FC Bayern spielte und gewann, und wie er zu diesem Sieg auch noch einen wichtigen Beitrag leistete.

Im August 1999 traf Dombi mit seinem Klub Eintracht Frankfurt, für den er insgesamt nur 15 Mal spielte, auf die Münchner, und nach dem Münchner Führungstor durch Alexander Zickler glich Rolf-Christel Guié-Mien aus. Bis zur 85. Minute stand es 1:1, ehe Dombi mit einer Flanke seinen Mitspieler Christoph Westerthaler bediente, der zum 2:1-Siegtreffer einschoss. Dass dieses 2:1 lediglich das Ergebnis eines Freundschaftsspiel war, hätte Dombi ja nicht unbedingt sagen müssen.

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Michael Fink

Vielleicht wundern sich die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt immer noch, was da schiefgelaufen ist. Da steht jahrelang einer im Kader, der zwar solide, aber unauffällig agiert.

Nun spielt Michael Fink mit Besiktas Istanbul in der Champions League, während Frankfurt gegen den Abstieg kämpft und Bielefeld um den Aufstieg - aus der 2. Bundesliga.

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Michael Ballack

Karl-Heinz Rummenigge sagte einmal über Ballack: "Er wird als kopfballstärkster Mittelfeldspieler in die Geschichte des FC Bayern eingehen." Das ist nicht wirklich ein Kompliment.

Ballack spielt inzwischen beim FC Chelsea und arbeitet daran, der erste ehemalige Bayern-Spieler zu werden, der die Champions League gewinnt. Ergebnis noch offen.

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Fabian Ernst

In der Vita des ehemaligen Bremers Fabian Ernst ist zu lesen, dass er Deutscher Pokalsieger ist, Deutscher Meister und Deutscher Ligapokal-Sieger. Mit Schalke 04 schaffte er auch noch Platz zwei in der Bundesliga.

Im Jahr 2008 wechselte Ernst, als Schalke den 400. defensiven Mittelfeldspieler verpflichtete, in die Türkei. Er wird dort mit Lobeshymnen gefeiert und gewann 2009 mit Besiktas Istanbul die türkische Meisterschaft. Ob das auf Schalke jemand registriert hat?

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Ugur Inceman

Bei Inceman könnte man die gleichen Sätze schreiben wie bei Michael Fink - man muss nur die Vereine Bielefeld und Frankfurt ersetzen mit Alemannia Aachen und St. Pauli. Die spielen in der 2. Bundesliga - und Inceman mit Besiktas Istanbul in der Champions League.

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Philipp Degen

Das ist der Philipp. Der Philipp hält sich für einen prima Fußballer. Der Philipp spielte einmal für Borussia Dortmund als Stürmer. Zwar schaffte er in 68 Bundesliga-Spielen gerade mal ein Tor und fünf Vorlagen, aber der Philipp dachte trotzdem, dass er ein ganz Großer ist.

Deshalb ging der Philipp nach England, um zu zeigen, dass er ein prima Fußballer ist. Zum FC Liverpool, der auch ein prima Klub ist. Der FC Liverpool dachte jedoch, dass der Philipp nicht so prima ist wie er denkt - und deshalb durfte der Philipp in der vergangenen Saison kein einziges Mal spielen.

In dieser Saison durfte der Philipp bisher ein Mal spielen, gegen den FC Burnley wurde er in der 64. Minute eingewechselt. Da stand es aber auch schon 3:0 für Liverpool.

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Sotirios Kyrgiakos

Das muss man sich einmal vorstellen: Seit 2002 spielt Kyrgiakos in der griechischen Nationalelf - nur 2004 war er nicht dabei, als die Griechen Europameister wurden.

Dafür wurde Kyrgiakos bereits griechischer Meister und schottischer Meister und möchte nun mit dem FC Liverpool nicht nur in der Champions League spielen, sondern auch englischer Meister werden. Nur deutscher Meister wurde er nie - er spielte aber auch bei Eintracht Frankfurt.

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Andreij Woronin

Woronin wollte unbedingt Champions League spielen, das betonte er immer wieder in seiner Karriere. Mit Leverkusen klappte es nicht, also wechselte er zum FC Liverpool.

Danach spielte er für Hertha BSC Berlin - und als sich der Verein nur für die Europa League qualifizierte, kehrte er zurück zum FC Liverpool.

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Tomas Ujfalusi

Der Tscheche spielte vier Spielzeiten beim Hamburger SV, dann wechselte er zum AC Florenz. Als er erkannte, dass sich die Mannschaft eher selten für die Champions League qualifiziert, ging er nach Spanien zu Atlético Madrid.

Dort ist es nicht nur sonnig, der Verein ist auch für die Königsklasse qualifiziert. Dort trifft Ujfalusi auf Chelsea, Porto und den Apoel Nikosia.

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Christoph Metzelder

Eigentlich ist Metzelder der Inbegriff des deutschen Fußballers, weil er ein Turnierspieler ist. In seinem Fall bedeutet das allerdings nicht, dass er sich während eines Turniers steigert, sondern dass er ausschließlich zu Turnieren fit ist und dort spielt.

Häufig war Metzelder verletzt während seiner Zeit bei Borussia Dortmund und Real Madrid - zur WM 2006 und zur EM 2008 war er jeweils gesund. Bei Real Madrid kämpft er derzeit um einen Stammplatz - bis zur nächsten Verletzung.

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Rafael van der Vaart

Bei Rafael van der Vaart dürfen ernsthaft Zweifel angemeldet werden, ob er in dieser Saison wirklich in der Champions League spielen wird. Er gilt bei Real Madrid als ausgemustert und wurde bereits verschiedenen Bundesligisten feilgeboten.

Dereinst spielte er für den Hamburger SV, entschied sich nach langem Hin und Her zu einem Wechsel nach Spanien - und wurde dort nicht wirklich glücklich.

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Massimo Oddo

Böse Zungen behaupten, der FC Bayern hätte den Italiener nur deshalb verpflichtet, damit Luca Toni einen Kumpel in München hat, mit dem er sich abends auf eine Pizza und einen Rotwein treffen kann. Denn sportlich wusste Oddo nicht wirklich zu überzeugen.

Nun spielt Oddo wieder beim AC Mailand - und muss nun gegen den VfL Wolfsburg antreten. War da nicht etwas in der vergangenen Saison? Nein, da war nichts. Bei der 1:5-Klatsche des FC Bayern in Wolfsburg stand Oddo nicht auf dem Platz.

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Lúcio

Sollte Karl-Heinz Rummenigge je ein Urteil über Lúcio fällen, dann kann es nur so aussehen: "Er ist der beste Innenverteidiger, den der FC Bayern jemals ohne Not abgegeben hat." Vor dieser Saison wechselte Lúcio zu Inter Mailand, nachdem er seinen Stammplatz beim FC Bayern in Gefahr sah.

In Mailand ist Lúcio eine feste Größe im System seinen Trainers José Mourinho - während beim FC Bayern die Wackeligkeit der Abwehr diskutiert wird.

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Dimitar Berbatov

Sonne bekam Dimitar Berbatov wohl nie besonders viel ab in seiner Karriere. Bei Bayer Leverkusen stand er jahrelang im Schatten von Ulf Kirsten und Oliver Neuville. Nachdem er endlich einen Stammplatz hatte und viele Tore erzielte, wechselte er zu den Tottenham Hotspurs. Dort stand er im Schatten von Publikumsliebling Robbie Keane.

Er erkämpfte sich jedoch auch in Tottenham einen Stammplatz - und wechselte dann zu Manchester United. Dort stand er erst im Schatten von Wayne Rooney und Carlos Tevez und nun im Schatten von Michael Owen.

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Owen Hargreaves

Der Brite erzwang seinen Wechsel auf die Insel förmlich, indem er immer wieder betonte, wie liebend gern er für Manchester United spielen würde und dass er als englischer Nationalspieler doch in England spielen müsse. Für 25 Millionen Euro ließ ihn der FC Bayern vor der Saison 2007/08 schließlich ziehen.

Nach einer sehr guten ersten Spielzeit plagt sich Hargreaves mit Verletzungen herum, vor allem das rechte Knie bereitet ihm Sorgen. So absolvierte er in der vergangenen Saison nur zwei Ligaspiele, in dieser Saison noch gar keines.

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Kamil Kosowski afp

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Kamil Kosowski

Nur mal angenommen, in dieser Übersicht würden nicht alle Spieler aufgelistet, die früher mal in der Bundesliga gespielt haben und in diesem Jahr für einen Nicht-Bundesliga-Klub an der Champions-League-Hauptrunde teilnehmen, sondern alle Spieler, die früher mal in der zweiten Bundesliga gespielt haben und in diesem Jahr für einen Nicht-Bundesliga-Klub an der Champions-League-Hauptrunde teilnehmen - Kamil Kosowski wäre dabei. Oder sogar alle Spieler, die früher mal in der Regionalliga gespielt haben und in diesem Jahr ... - Kamil Kosowski wäre immer noch dabei. Oder sogar alle Spieler, die früher mal in der Oberliga gespielt haben und in diesem Jahr ... - nein, jetzt wäre selbst Kamil Kosowski nicht mehr dabei.

Eingefleischte Fans des 1. FC Kaiserslautern können wohl nur schwerlich die Begriffe Champions League und Kosowski kombinieren, denn als er zwischen 2003 und 2006 im Erstliga-, Zweitliga- und, ja einmal sogar Regionalliga-Kader der Roten Teufel stand, wusste der Pole kaum zu überzeugen. Spannender sind da schon seine Fähigkeiten als Weltenbummler, denn in den vergangenen fünf Jahren spielte er für gleich fünf verschiedene Mannschaften in fünf verschiedenen Ländern. Neben Kaiserslautern sind auch noch Southampton, Chievo Verona, Wisla Krakau, der FC Cadiz und nun eben Apoel Nikosia in seiner Karriere-Vita vermerkt. Mit den Zyprioten schaltete er in der Qualifikation immerhin Partizan Belgrad und den FC Kopenhagen aus

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Cristian Ledesma

Cristian wer? Für Olympiakos Piräus läuft ein Spieler auf, der so wenig nach Bundesliga und großem Fußball klingt wie Tibor Dombi und Kamil Kosowski. Gerade mal 16 Bundesliga-Einsätze hatte der Argentinier zu verzeichnen, als er in der Saison 2002/03 das Trikot des Hamburger SV trug - obwohl er für die damalige vereinsinterne Rekordablöse von 4,3 Millionen Euro gekommen war. Ein Tor schoss Cristian Raúl Ledesma (nicht zu verwechseln mit dem für Lazio Rom aktiven Cristian Daniel Ledesma) dabei nicht, zwei Vorlagen und fünf gelbe Karten, ein Platzverweis und der Makel "einer der größten Flops der Vereinsgeschichte" zu Buche. Gänzlich ohne Treffer verabschiedete sich der 30-Jährige aber nicht aus der Hansestadt: Als er in der zweiten Mannschaft der Hamburger mithelfen musste, markierte er beim 3:1 gegen den SC Verl einen Treffer.

Weit größeren Eindruck macht Ledesma - ähnlich wie Kosowski - mit seiner durchschnittlichen Verweildauer bei einem Klub. Auch er wechselt nach fast jeder Saison den Verein, kam über CF Monterrey (Mexiko), C.A. Colón, River Plate, Racing Club, Argentinos Juniors und San Lorenzo zu Piräus. Mit dem griechischen Meister trifft er in der Champions-League-Vorrunde auf Lüttich, Alkmaar und Arsenal. Mal sehen, ob ihm dasselbe gelingt wie am 13. April 2003 mit der Hamburger Reserve-Elf gegen den SC Verl.

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Diego Ribas da Cunha

Nichts, wirklich nichts gegen den wunderbaren Verein Werder Bremen. Aber es wäre eine Verschwendung gewesen, wenn dieser Diego in der Europa League hätte spielen müssen. Wohl deshalb waren ihm die Bremer Fans auch nicht böse, als Diego nach langen Verhandlungen seinen Wechsel zu Juventus Turin bekanntgab.

Diego gehört einfach in die Champions League. Es wäre ja so, als würde sich Cristiano Ronaldo nicht für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Oh, da war doch was, oder?

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hasan salihamidzic

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Hasan Salihamidzic

"Wenn Ottmar in die Kabine kommt, geht die Sonne auf", hatte Hasan Salihamidzic einmal über seinen früheren Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld gesagt. Hitzfeld schätzte den Bosnier wegen seiner Einsatzfreude, seiner Zweikampfstärke und seiner Vielseitigkeit. "Brazzo" stand vor Saisonbeginn nur selten in den Wunsch-Formationen - und spielte doch ziemlich oft. Bis 2007 spielte er 72 Mal für den Hamburger SV und 234 Mal für den FC Bayern, dann wechselte er zu Juventus Turin.

Ob Salihamidzic über den bisherigen Juve-Trainer Claudio Ranieri oder den jetzigen Coach Ciro Ferrara ähnlich schöne Formulierungen wie über Hitzfeld findet, ist nicht bekannt. Der Bosnier ist immer noch einsatzfreudig, zweikampfstark und vielseitig einsetzbar - spielt aber nicht mehr so oft. In der Champions-League-Vorrunde kommt es zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Bayern.

Foto: Imago

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