Champions League:Wölfe warten weiter auf den ersten Sieg

Champions League: Ein gebrauchter Abend für die Wolfsburger Defensive: Gegen Salzburg leistete sich die Hintermannschaft gleich mehrere Unkonzentriertheiten.

Ein gebrauchter Abend für die Wolfsburger Defensive: Gegen Salzburg leistete sich die Hintermannschaft gleich mehrere Unkonzentriertheiten.

(Foto: Matthias Schrader/AP)

Der VfL Wolfsburg muss um den Einzug ins Achtelfinale bangen: In Salzburg unterliegt der Bundesligist mit 1:3 - weil Noah Okafor dessen Abwehrschwäche gleich zweimal bestraft.

Der VfL Wolfsburg hat bei den jungen Fußballern von RB Salzburg den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen und seinen Negativlauf auch in der Champions League fortgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Mark van Bommel unterlag den österreichischen Gastgebern um den starken deutschen Nationalspieler Karim Adeyemi und den Doppel-Torschützen Noah Okafor am Mittwoch hochverdient mit 1:3 (1:1).

Der 19 Jahre alte Adeyemi brachte das Team von Trainer Matthias Jaissle bereits in der 3. Minute in Führung. Zwar glich Lukas Nmecha - gemeinsam mit Adeyemi im Mai U21-Europameister - nach einer Viertelstunde per Kopf für Wolfsburg aus. Doch der ebenfalls erst 21-jährige Okafor sorgte vor 29 520 Zuschauern mit einem Doppelpack (65./77.) für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber.

Während Salzburg seine Spitzenposition in Gruppe G mit nun sieben Punkten festigte, wird das Weiterkommen für die erneut enttäuschenden Wolfsburger mit nur zwei Zählern zu einem immer schwierigeren Projekt. Am 2. November muss daher im nächsten Spiel dringend ein Sieg gegen Österreichs Serien-Meister her. Nach sehr gutem Saisonstart haben die Niedersachsen wettbewerbsübergreifend nun siebenmal nacheinander nicht gewonnen. In Salzburg fehlte es ohne den mit dem Coronavirus infizierten Top-Torjäger Wout Weghorst vorne an Durchschlagskraft. Und in der Abwehr leistete sich der VfL gleich mehrere Unkonzentriertheiten.

Das zeigte sich schon in der Anfangsphase: Die Wolfsburger waren noch nicht richtig im Spiel angekommen, da lagen sie schon zurück. Nach tollem Pass von Salzburgs Nicolas Seiwald ließ sich VfL-Verteidiger Kevin Mbabu von Adeyemi überrumpeln. Das derzeit angeblich von Bayern München und Borussia Dortmund umworbene Talent nahm den Ball im vollen Lauf mit und ließ Wolfsburgs Schlussmann Koen Casteels keine Chance. Auch in der Folgezeit ließ Salzburg den Gästen kaum Zeit zum Atemholen. Mit ihrem jugendlichen Elan, ihrer Schnelligkeit und ihrem hohen Pressing brachte die Talente-Truppe die VfL-Abwehr immer wieder in Verlegenheit. Das Offensivspiel der Wolfsburger fand hingegen so gut wie gar nicht statt. Der Bundesligist hatte noch Glück, als Okafor nach einem erneut herausragend langen Pass von Seiwald den Ball gekonnt aufnahm, mit seinem Schuss aus sieben Meter aber nur die Latte des VfL-Tores traf.

Um so überraschender fiel der Wolfsburger Ausgleich durch Nmecha: Nach einem starken Eckball von Maximilian Arnold stand der Weghorst-Ersatz und markierte sein erstes Champions-League-Tor. Danach bekam das Team, das Trainer Mark van Bommel im Vergleich zum 0:2 in der Liga bei Union Berlin auf vier Positionen verändert hatte, Partie und Gegner besser in den Griff. Die Wolfsburger ließen sich mehr zurückfallen und kamen wesentlich besser in die Zweikämpfe. Nmecha (39.) hatte sogar die Möglichkeit zur Führung, wurde aber im letzten Moment noch von RB-Abwehrmann Maximilian Wöber geblockt. Kurz vor der Pause kamen auch die Salzburger noch zu einer Chance, als VfL-Keeper Casteels gegen Luka Sucic rettete.

Nach dem Wechsel erhöhten die Salzburger wieder den Druck. Adeyemi (57.) per Hacke nach einem Eckball und kurz darauf Sucic, dessen Schuss von Wolfsburgs Jerome Roussillon abgewehrt wurde, scheiterten noch. Acht Minuten später war dann der agile Okafor erfolgreicher, der nach einem Eckball eine unübersichtliche Situation nutzte. Und der Schweizer legte zwölf Minuten später sogar noch einmal nach. Von Wolfsburg war bis dahin wenig zu sehen gewesen - und danach gar nichts mehr.

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