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Champions League:Klonk!

WomenâÄÖs Champions League - Quarter Final First Leg - Chelsea v VfL Wolfsburg

Treffer beim ersten Wiedersehen: Pernille Harder (Mitte) schießt für Chelsea das 2:0 und bringt ihren Ex-Klub Wolfsburg dem Aus in der Champions League näher.

(Foto: Lisi Niesner/Reuters)

Während die Fußballerinnen des FC Bayern das Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals ohne Probleme gewinnen, muss der VfL Wolfsburg nach dem 1:2 gegen Chelsea ums Weiterkommen bangen. Ausgerechnet Pernille Harder trägt entscheidend dazu bei.

Von Anna Dreher, Budapest/München

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben sich diesen ersten Schlag eigentlich selbst versetzt. Und das war das Bittere an diesem späten Mittwochnachmittag, der eigentlich ein besonderer sein sollte. Dieser Champions-League-Nachmittag hatte für Wolfsburg so verheißungsvoll begonnen und endete dann doch mit einer 1:2-Niederlage. Gegen den englischen Meister Chelsea, das hatten sie gewusst, würde es nicht leicht werden. Auch, weil dort nun Pernille Harder aufläuft - die für den VfL bis Sommer 2020 eine der wichtigsten Spielerinnen war. Doch die Wolfsburgerinnen rannten von Anfang entschlossen los, der Ball lief wie an einer Schnur aufgezogen durch ihre Reihen, es wirkte, als wollten sie zeigen: jetzt erst Recht!

Alexandra Popp hatte in der 14. Minute die erste riesige Chance, eine Direktabnahme, aber, klonk!, der Pfosten stand im Weg. Zwei Minuten später landete der Ball im Tor, nur blöderweise davor an Popps Hand. Auch kein Treffer. Wieder zwei Minuten später, Kopfball von Fridolina Rolfö, knapp rechts vorbei. 49. Minute, wieder Kopfball Rolfö, klonk!, wieder Pfosten. Die Wolfsburgerinnen hätten dieses Spiel schon früh zu dem ihren machen können - stattdessen taten dies dann die Gegnerinnen aus London. Erst, äußerst gekonnt, die Australierin Sam Kerr (55.). Und dann, ausgerechnet, Harder (66.). Welch bittere Pointe. Dass Dominique Janssen per Foulelfmeter in der 70. Minute verkürzte, macht zumindest die Ausgangslage für das Rückspiel am 31. März (14 Uhr, Sport 1) nicht ganz aussichtslos.

"Es war unsere beste Saisonleistung bisher", sagte VfL-Trainer Stefan Lerch. "Das macht auch Mut, und da wollen wir ansetzen nächste Woche, dass wir diese Leistung noch einmal abrufen mit einer besseren Chancenverwertung. Wenn uns das gelingt, sind wir in der Lage, dieses Ergebnis zu drehen." Rechnerisch ist das freilich noch möglich. Aber dieser Abend steht nun womöglich für eine Entwicklung, die Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter des VfL, schon vor geraumer Zeit prognostiziert hatte. Im August 2020 erreichte Wolfsburg zum fünften Mal das Finale der Königsklasse. Und als Olympique Lyon den zweimaligen Champion besiegte, machte sich im Verein die Stimmung breit, dass diese Titelchance wohl so bald nicht wiederkommen würde. Weil neben Harder beispielsweise auch Sara Björk Gunnarsdóttir den Verein verlassen hatte - und die internationale Konkurrenz stärker geworden ist. Und so sagte Kellermann im Deutschlandfunk: "Wenn wir es schaffen, uns in den nächsten Jahren mit diesen großen Klubs für das Viertelfinale zu qualifizieren, dann haben wir vieles richtig gemacht."

Sollte Wolfsburg nun scheitern, wäre es nicht das erste Viertelfinal-Aus, sondern das dritte, aber womöglich ein bedeutsames. Der VfL hat seine international starke Position vorerst wohl verloren, ein Wechsel scheint bevorzustehen: Der FC Bayern führt die Bundesliga mit fünf Punkten Vorsprung auf Wolfsburg an, am Ostersonntag kommt es im Halbfinale des DFB-Pokals zum nächsten Aufeinandertreffen, das letzte gewannen die Münchnerinnen 4:1. In der Champions League sieht es ganz nach einem Halbfinaleinzug der Bayern aus, sie besiegten Rosengård am Mittwochabend 3:0 - die guten Chancen wurden genutzt.

© SZ
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