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Champions-League-Qualifikation:Schalke trifft nun doch auf Huub Stevens

FC Schalke 04 v SC Freiburg - Bundesliga

Wiedersehen mit dem Knurrer: Huub Stevens fordert mit Saloniki seinen früheren Klub FC Schalke. 

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Ein langer Verhandlungstag endet bei der Uefa mit einer überraschenden Entscheidung: Nach dem Aus des ursprünglichen Schalker Gegners Charkow bestimmt Europas Fußballverband PAOK Saloniki zum Ersatz - der Klub des früheren S04-Trainers Huub Stevens war zuvor gegen Metalist ausgeschieden.

Es hatte ein wenig was von "Suchen und Finden", was Europas Fußballverband an diesem Tag zu verhandeln hatte. Gesucht war ein Gegner für den FC Schalke in der Qualifikation zur Champions League - jenes lukrative Geschäft möchte sich in Europa natürlich niemand entgehen lassen und so probieren die ausgeschlossenen Ukrainer von Metalist Charkow auch weiterhin alles, um doch noch drinzubleiben.

Doch, ob das etwas bringt? Der Beschluss des Verbandes steht nun fest. Die Frage, wie sich Schalke für die Gruppenphase qualifizieren kann, ist folgendermaßen beantwortet: Anstatt die Gelsenkirchener einfach so durchzuwinken, entschied die Uefa, die zuvor gegen Charkow ausgeschiedenen Griechen von PAOK Saloniki nachrücken zu lassen.

"Ich bin überrascht von der Entscheidung. Niemand muss jetzt denken, dass es einfacher wird, nur weil sich Saloniki nicht sportlich qualifiziert hat", sagte Sportvorstand Horst Heldt.

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Somit kommt es zu einem brisanten Wiedersehen, denn bei Saloniki sitzt ein Mann auf der Trainerbank, den sie im Ruhrpott gerne als "Jahrhundert-Coach" bezeichnen: Huub Stevens. Der Holländer, der im Dezember 2012 auf Schalke entlassen worden war, erklärte auf der Homepage des Klub: "Es ist toll für PAOK, dass wir jetzt in den Play-offs sind. Und umso schöner ist es für mich, dass es gegen Schalke geht und damit an einen vertrauten Ort mit vielen Freunden und Bekannten. Natürlich wird das schwer, aber wir werden für unsere Chance kämpfen."

Dass es so kommt, gab die Europäische Fußball-Union (Uefa) am Mittwochnachmittag bekannt. Die Spiele sollen wie geplant am 21. und 27. August ausgetragen werden - Charkow ist damit wohl draußen.

Der Verband hatte zuvor den ukrainischen Vize-Meister von allen Uefa-Wettbewerben 2013/2014 ausgeschlossen. Charkow stand unter Verdacht der indirekten oder direkten Manipulation von Spielen, die Ukrainer wollen nun das Urteil vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anfechten. "Wir hatten sie schon für alle Fälle vorbereitet, weil wir mit allen Varianten rechnen mussten. Außerdem bleibt uns nur noch wenig Zeit", sagte der Vizepräsident des Vereins, Konstantin Piwowarow, der Agentur Interfax.

"Ich möchte all unseren Anhängern versichern, dass wir für die Rechte des Clubs kämpfen werden und diese in Übereinstimmung mit allen juristischen Regeln schützen werden", erklärte Piwowarow. Große Erfolgsaussichten werden den Ukrainern dabei jedoch nicht eingeräumt. Schließlich hatte der CAS schon den Einspruch Krasnikows gegen seine persönliche Sperre von fünf Jahren abgewiesen.

Der ukrainische Verband hatte die Strafe vor drei Jahren wegen einer illegalen Spielabsprache bei der Partie am 19. April 2008 (4:0) gegen Karpaty Lwiw unter anderem verhängt. "Ich möchte daran erinnern, dass das abgesprochene Spiel, das leider stattgefunden hat, im lang vergangenen Jahr 2008 war, unter der alten Clubführung", gab Club-Vize Piwowarow zu bedenken.

Charkow hatte sich in der dritten Qualifikationsrunde gegen PAOK mit 2:0 und 1:1 durchgesetzt - ein sportlicher Erfolg, der nun wertlos erscheint. Die Unklarheiten, die diesen prestigeträchtigen Wettbewerb zuletzt so ins Wackeln brachten, scheinen fürs erste ausgeräumt.

Vor Metalist Charkow hat die Uefa schon mehrere andere Vereine vom Europapokal in dieser Saison ausgeschlossen. Die Fälle der vergangenen Monate im Überblick:

FENERBAHCE ISTANBUL und BESIKTAS ISTANBUL: Die Uefa hat beide Vereine wegen ihrer Verwicklung in den türkischen Manipulationsskandal der Saison 2010/2011 für die Europapokal-Wettbewerbe gesperrt, das Berufungsgericht des Verbands bestätigte das Urteil. Etwas überraschend setzte der CAS jedoch die Sperre aus. Fenerbahce spielt deshalb nun in den Champions-League-Playoffs gegen den FC Arsenal, Besiktas trifft in den Ausscheidungsspielen zur Europa League auf Tromsø IL. Bis zum 28. August will der CAS im Fall Fenerbahce seine finale Entscheidung treffen, dies hätte dann wohl auch entsprechende Folgen für Besiktas.

STEAUA BUKAREST: Weil der Clubchef des rumänischen Erstligisten unter anderem wegen Bestechung eines anderen Vereins verurteilt wird, verhängt die Uefa eine Bewährungsstrafe gegen Steaua. Wenn sich der Verein in den kommenden fünf Jahren etwas zuschulden kommen lässt, wird er für eine Saison vom europäischen Club-Wettbewerben ausgeschlossen. In dieser Spielzeit trifft das Team in den Playoffs zur Champions League auf Legia Warschau.

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FC MÁLAGA: Wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play wird der spanische Erstligist, in der Vorsaison Champions-League-Gegner von Borussia Dortmund, von der Uefa von der Europa League für die Spielzeit 2013/14 ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) lehnt den Einspruch ab. Eine zusätzlich von der Uefa angedrohte Sperre von einem weiteren Jahr wurde hinfällig, weil der Verein im Verlaufe des Verfahrens die Uefa-Forderungen erfüllt hatte. Der Club musste nachweisen, dass er keine Verbindlichkeiten gegenüber anderen Vereinen oder Steuerbehörden hat.

PANATHINAIKOS ATHEN und PAS GIANNINA FC: Wegen Verletzung des Financial Fair Play schließt die Uefa die beiden griechischen Vereine von der Europa League 2013/14 aus. PAS Giannina hatte sich als Tabellenfünfter sportlich für den Europacup qualifiziert. Panathinaikos war erster Nachrücker. Der CAS weist den Einspruch des PAS Giannina FC ab.

RAYO VALLECANO: Der spanische Fußballverband RFEF verweigert dem Erstligisten aufgrund finanzieller Verfehlungen die Zulassung zu europäischen Wettbewerben. Der CAS und ein Madrider Handelsgericht lehnen den Einspruch des Vereins gegen die Sperre ab. Rayo Vallecano hatte in der vorigen Saison den achten Rang in der spanischen Liga belegt und anstelle des gesperrten FC Málaga in die Europa League nachrücken wollen.

RAPID BUKAREST: Der rumänische Erstligist ist wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten für ein Jahr vom Europapokal ausgeschlossen worden. Sollte sich der Club in den kommenden drei Jahren für die Champions League oder Europa League qualifizieren, dürfte er einmal innerhalb dieser Frist nicht starten. Rapid werden nicht bezahlte Rechnungen vorgeworfen.