Champions-League-Qualifikation:Es kann nur einen geben: Weigl oder Götze

Champions-League-Qualifikation: Seltene Huldigung: Julian Weigl erzielt im 68. Pflichtspiel für Benfica sein drittes Tor.

Seltene Huldigung: Julian Weigl erzielt im 68. Pflichtspiel für Benfica sein drittes Tor.

(Foto: Patricia de Melo Moreira/AFP)

Julian Weigl sichert Benfica Lissabon mit seinem Tor gegen Mario Götzes PSV Eindhoven beste Chancen auf die Gruppenphase der Champions League. Unzufrieden ist er mit seinem Spiel trotzdem.

Von Ulrich Hartmann

Die freundliche erste Kontaktaufnahme war über Instagram erfolgt. "Bereit?", hatte Mario Götze gefragt. "Werden wir sein!", hatte Julian Weigl geantwortet. Und er hat nicht zu viel versprochen.

Zu Benfica Lissabons 2:1-Sieg gegen Götzes PSV Eindhoven im Playoff-Hinspiel zur Champions League trug Defensivmann Weigl sogar ein Tor bei. Dreieinhalb Jahre hatten sie zusammen für Borussia Dortmund gespielt, auch in der Champions League. Im Rückspiel nächste Woche in Eindhoven kann es im Kampf um die Königsklassen-Teilnahme jedenfalls nur einen geben: Weigl oder Götze, Benfica oder PSV. Ausgiebig plauderten sie nach dem Schlusspfiff am Mittwochabend in Lissabon über diese eher undankbare Konstellation.

Letzte Versuche, kurz vor Toresschluss noch ein paar deutsche Trainer und Fußballer in die Champions League zu hieven, sind in den Playoff-Hinspielen bislang durchaus erfolgreich verlaufen, die Aussichten auf ein Happy End sind jedoch unwägbar. Benfica mit Weigl und Luca Waldschmidt (der gegen Eindhoven durchgängig auf der Bank saß), Young Boys Bern mit Trainer David Wagner (3:2 gegen Ferencvaros Budapest) sowie RB Salzburg mit dem Trainer Matthias Jaissle und Stürmer Karim Adeyemi (Torschütze beim 2:1 gegen Bröndby) nehmen je einen Treffer Vorsprung mit ins Rückspiel. AS Monaco mit Trainer Niko Kovac und Stürmer Kevin Volland indes reist mit einer 0:1-Hypothek zum Rückspiel zu Schachtjor Donezk. Immerhin: Um die Höhe von Heim- und Auswärtstreffern muss sich niemand mehr sorgen. Die Regel, wonach die Auswärtstore bei spielübergreifendem Gleichstand entscheiden, wurde abgeschafft. So droht die eine oder andere Verlängerung mehr.

"Hartes Spiel - und nicht gerade mein bestes heute", kokettierte Weigl nach dem Sieg

Das wäre angesichts der rasanten Hinspiele aber gar nicht mal unangenehm. Sollte Benfica in Eindhoven scheitern, wäre dies freilich nicht nur für Götze von Vorteil, sondern auch für den Trainer Roger Schmidt und den Abwehrspieler Philipp Max. Für die Drei wäre es in der niederländischen Konstellation ein Champions-League-Debüt. Dies gölte aber auch in Lissabon: Das deutsche Benfica-Trio war im vergangenen Jahr in der Champions-League-Qualifikation an Paok Saloniki gescheitert. Auch Kovac und Volland würden mit Monaco erstmals gemeinsam die Königsklasse beehren.

Lissabon und Eindhoven lieferten sich einen ansehnlichen Schlagabtausch. In der 10. Minute versäumte es der gebürtige Viersener Max, PSV gegen das 0:1 durch Benficas Rafa Silva zu bewahren. Der fünf Jahre für den FC Augsburg aktive, dreimalige Nationalspieler ließ Silva erst enteilen und grätschte dann zu spät in dessen Flachschuss. 18 Minuten später verweigerte der Münchner Schiedsrichter Felix Brych den Niederländern den Ausgleich, als er den Torschützen Eran Zahavi im Abseits identifizierte.

Benficas in Stuttgart geborener Torwart Vlachodimos hatte gut zu tun. Doch der frühere Keeper des VfB und 47-malige deutsche Junioren-Nationalspieler, der seit 2018 für das griechische Nationalteam spielt, sicherte seinem Team jene Führung, die der Oberbayer Weigl aus Bad Aibling in der 42. Minute auf 2:0 ausbaute. Im 68. Pflichtspiel für Benfica war es für den früheren 1860- und BVB-Fußballer erst das dritte Tor.

Das gefiel dem PSV-Trainer Schmidt aus Kierspe im Sauerland natürlich nicht. Vorangetrieben von Götze, erzielte der niederländische Jungnationalspieler Cody Gakpo in der 51. Minute aber nur noch Eindhovens Anschlusstreffer. "Hartes Spiel - und nicht gerade mein bestes heute", kokettierte Weigl nach Benficas Sieg in den sozialen Medien. Das war aber vielleicht auch nur ein verspäteter und spitzer Gruß an Götze. Nächsten Dienstag wird sich die Sache in Eindhoven entscheiden.

© SZ/jkn/tblo/ska
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