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Champions League:Havertz auf Götzes Spuren

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"Geh raus und beweise, dass Du es besser kannst": Chelsea-Trainer Thomas Tuchel (rechts) nahm Rekordeinkauf Kai Havertz in die Verantwortung. Und der 21-Jährige bedankte sich mit einem Tor und einer überzeugenden Leistung.

(Foto: PA Images/Imago)

Zweite Chance als falsche Neun: Vor dem Rückspiel gegen Porto trifft der Nationalspieler für Chelsea in der Liga gegen Crystal Palace.

Mit seiner deutlichen Ansage an Sorgenkind Kai Havertz klang Thomas Tuchel ein bisschen wie einst Joachim Löw. "Zeig der Welt, dass Du besser bist als Messi!", hatte der Bundestrainer dem damals 21 Jahre alten Mario Götze im WM-Finale 2014 zugeraunt, ehe dieser den vierten Stern vom Himmel schoss. "Geh raus und beweise, dass Du es besser kannst", sagte Tuchel jetzt zu Chelseas Rekordeinkauf, dem 21 Jahre alten Havertz: "Kämpf um Deinen Platz, Du bekommst eine zweite Chance." Und Havertz nutzte sie. Beim 4:1 in der Premier League im Londoner Derby bei Crystal Palace zeigte der Nationalspieler sein bislang bestes Spiel im Trikot der Blues. Zweites Ligator, das erste unter Tuchel, dazu die fünfte Vorlage und jede Menge Spielwitz: "Ich bin glücklich", sagte Havertz erleichtert nach "schwierigen Monaten" mit Corona- und Verletzungspause.

Havertz müsse vor dem Tor "skrupelloser" werden, fordert Tuchel

Havertz' persönlicher Befreiungsschlag kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: Mit dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League in Sevilla gegen den FC Porto an diesem Dienstag und dem FA-Cup-Halbfinale gegen Manchester City am Samstag steht Chelsea vor entscheidenden Begegnungen. "Die Jungs müssen liefern, ganz einfach. Wenn sie liefern, spielen sie für Chelsea", sagte Tuchel unmissverständlich. Havertz tut es - und das ausgerechnet in der Rolle der falschen Neun, die seinem schwächelnden DFB-Kollegen Timo Werner zugedacht war. "Ich mag es, ich denke, das ist eine gute Position für mich", sagte er, "ich habe die Freiheit, überall da hin zu gehen, wo ich hingehen möchte."

Im Hinspiel gegen Porto (2:0) hatte das noch nicht wie erhofft geklappt, und so sah sich Tuchel gezwungen, den feingliedrigen Zugang aus Leverkusen ein bisschen zu kitzeln. "Ehrlich gesagt musste er jetzt mal zeigen, dass er es besser kann", erklärte der Coach streng: "Er hat herausragende Qualitäten, aber es ist immer noch Raum für Verbesserungen." Havertz müsse vor dem Tor "skrupelloser" werden. Die andauernde Kritik an der Körpersprache des Hochtalentierten kann Tuchel nicht nachvollziehen. "Er ist nicht der emotionale Typ, der die ganze Zeit mit seinem Gegenspieler kämpfen muss, um sein Bestes zeigen zu können. Er ist nicht Diego Costa, und das soll er auch nicht sein", betonte er. Havertz habe "das gewisse Etwas - und ich will, dass er das zeigt". Tue er das regelmäßig, könne er "ein wichtiger Spieler werden" für Chelsea.

Havertz ist durchaus bewusst, dass seine Leistungen konstanter werden müssen. Nach dem Palace-Spiel "wäre es einfach zu behaupten, dass ich auf meinem Top-Niveau bin", sagte er, "aber ich muss es in mehr Spielen beweisen". Ginge es nach Tuchel, gerne schon am Dienstag gegen Porto.

© SZ/sid/sjo/moe
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