Champions LeagueBayern-Frauen stehen im Halbfinale

Lesezeit: 3 Min.

Linda Dallmann (links) und Giulia Gwinn bejubeln den Treffer zum 2:1.
Linda Dallmann (links) und Giulia Gwinn bejubeln den Treffer zum 2:1. Markus Fischer/AFP
  • Die Bayern-Frauen drehen das Champions League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United in den Schlussminuten von 0:1 auf 2:1.
  • Glodis Viggosdottir erzielt in der 81. Minute per Kopfball den Ausgleich, Linda Dallmann schießt drei Minuten später das 2:1.
  • Der FC Bayern steht damit erstmals seit 2021 im Halbfinale der Champions League und erreicht zum dritten Mal die Runde der besten Vier.
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Lange liegen die Fußballerinnen des FC Bayern im Rückspiel gegen Manchester United zurück. Doch in den Schlussminuten drehen sie die Partie – und stehen erstmals seit 2021 unter den besten Vier in der Champions League.

Von Anna Dreher

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So oft waren die Fußballerinnen des FC Bayern in der zweiten Hälfte nah dran an einem Treffer gewesen. So oft spielten sie den Ball einmal zu viel oder zu kompliziert Richtung Tor. Und so langsam lief ihnen die Zeit davon im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Manchester United. Es passte dann ganz gut, dass nach all den Versuchen aus dem Spiel heraus und sehr vielen Ecken ein Standard die sich allmählich breitmachende Verzweiflung beendete – und die Münchnerinnen zum dritten Mal in ihrer Geschichte und erstmals seit 2021 unter die besten vier Klubs im wichtigsten europäischen Wettbewerb brachte.

Ecke Carolin Simon, Kopfball Glodis Viggosdottir, nach dieser Kombination stand es in der 81. Minute endlich 1:1, was in Summe aus Hin- und Rückspiel 4:3 für den FC Bayern ergab. Die Kapitänin selbst mahnte, wie auch Trainer José Barcala, zur Ruhe. Aber Übermut brach nicht aus, im Gegenteil. Bevor sich United sammeln konnte, legten die Bayen in der 84. Minute nach: Den nächsten Kopfball von Viggosdottir konnte Offensivspielerin Melvine Malard noch auf der Linie klären, dann aber schoss Linda Dallmann den Ball vor 25 000 Zuschauern in der Münchner Arena zum 2:1 ins Tor.

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Am Tag vor der Partie hatte Giulia Gwinn auf der Pressekonferenz Einblick gegeben ins Innenleben des Deutschen Meisters. Auf diesen Platz zu laufen, sei jedes Mal besonders. „Kann schon sein, dass die ersten Minuten mit Aufregung verbunden sind“, sagte Gwinn. „Was unser Team ausmacht, ist, dass wir uns diese Aufregung ganz schnell nehmen können – wenn man links und rechts schaut und sieht, was für gute Spielerinnen man neben sich hat.“ Und auch, wenn ihr Team am Mittwochabend zum siebten Mal in der Arena spielte, trat ein, was die 26-Jährige beschrieben hatte.

Als noch keine zehn Minuten vergangen waren, hatte Verteidigerin Carolin Simon schon eine Schimpftirade losgelassen. Kurz danach kam sie zur Seitenlinie gerannt und brüllte gestikulierend Richtung Trainerbank, von der Co-Trainerin Clara Schöne aufsprang und lebhaft mit Simon debattierte. Neben den beiden führte Pernille Harder mit Chefcoach José Barcala ebenfalls energisch ihre eigene Debatte. Harder ist grundsätzlich eher schwer aus der Ruhe zu bringen, allein ihre heftige Reaktion war ein Indiz dafür, wie holprig die Münchnerinnen gestartet waren.

Die Bayern bekommen Melvine Malard zunächt nicht in den Griff, und die erzielt früh das 1:0

Statt wie im Hinspiel früh durch Harder in Führung zu gehen, rannten sie United hinterher, das mehr Druck und mehr Tempo machte. In der vierten Minute zog Hinata Miyazawa auf der rechten Seite entlang und passte flach zu Malard, deren Distanzschuss Ena Mahmutovic noch zur Seite abwehren konnte. Dallmann hätte den lebhaften Austausch ihrer Mitspielerinnen mit den Coaches kurz danach verhindern können, ihr Schuss aber flog am rechten Pfosten vorbei. In der elften Minute schickten die Gäste wieder Malard über die rechte Seite, Vanessa Gilles versuchte, die Französin zu stoppen. Aber erst war Gilles und dann die beim Steckpass herauseilende Mahmutovic zu zaghaft. Die Torhüterin schlug über den Ball, Malard konnte ganz in Ruhe zum 1:0 einschieben.

Die Bayern bekamen sie einfach nicht unter Kontrolle, nach einer Viertelstunde versuchte Malard es aus der Ferne. Manchester kontrollierte in dieser Phase die Partie, hatte mehr Ballbesitz als die Münchnerinnen – deren Spiel eigentlich genau darauf ausgelegt ist. Aber was sie versuchten, es gelang ihnen nicht. Auch, weil United offensichtlich aus dem Hinspiel im Old Trafford gelernt hatte, den Bayern weniger Räume ließ und gerade Harder viel besser im Griff hatte. Defensiv wirkten die Gastgeberinnen zudem häufig ungeordnet. Durch die Pause aber veränderten sich die Machtverhältnisse in Fröttmaning. Harder war gleich zweimal nah dran am Ausgleich, Gwinn kam ebenfalls zum Abschluss. Manchester agierte passiver.

Dieses entscheidende Tor zum Halbfinale, es kündigte sich mit jeder Minute mehr an. Bis sich schließlich in der Schlussphase eine weitere Aussage von Giulia Gwinn bewahrheiten sollte: „Ich habe ein gutes Gefühl im Training gehabt, wir sind sehr, sehr ready.“

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