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Champions League:Mats Hummels spielt beachtlich

Jürgen Klopp, der erstmals seit fast vier Jahren wieder mit einer Mannschaft auf die Bayern traf, hatte wiederum in der Defensive improvisieren müssen: Weil seine Stamm-Innenverteidiger fehlten, schickte er den ehemaligen Schalker Joël Matip gemeinsam mit dem gelernten Außenverteidiger Fabinho in die Schlacht, zwei, die bislang noch nie zusammengespielt hatten. Und, Überraschung: Klopp ließ James Milner zunächst auf der Bank, der doch eine Art emotionales Kraftzentrum für diese Elf darstellt, und brachte stattdessen den Ex-Leipziger Naby Keita, von dem er sich mehr spielerische Akzente erhoffte.

Die Liverpooler begannen dann, ihr Attacke-Attacke-Attacke-Programm derart konsequent durchzuziehen, dass sie zu Beginn sogar dem Bayern-Torhüter Manuel Neuer bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf den Füßen herumstanden, um ihn als Anspielstation aus dem Spiel zu nehmen. Die Bayern aber blieben ebenfalls bei ihrem Plan: Sie ließen sich nicht zu langen Bällen drängen, sondern ließen hoch konzentriert und geduldig den Ball laufen. Meistens zwar, ohne übermäßig riskante Aktionen zu starten, aber eben auch mit extrem wenigen Ballverlusten. Das wiederum durchkreuzte Liverpools Plan, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten.

Keine Tore, aber guter Fußball

Ganz aus dem Spiel nehmen ließ sich die exquisite Angriffsabteilung der Reds erwartungsgemäß nicht: Mo Salah hatte eine erste gute Gelegenheit, als er - zwischen Süle und Kimmich postiert - einen von Hendersen in den Strafraum geschlagenen Ball noch mit der Fußspitze verwerten konnte; Neuer parierte (12.). Gleich darauf startete Gnabry einen Bayern-Angriff über die rechte Seite, flankte nach innen, und Matip rammte den Ball um ein Haar ins eigene Tor. Torwart Alisson stand zufällig noch in der Schussbahn (13.).

Dann hatten wieder die Reds weitere Möglichkeiten, die fast immer aus schnellem Umschaltspiel resultierten. Aber entweder die Münchner brachten die Situation unter Kontrolle; insbesondere Hummels tat sich mit beachtlichen Szenen hervor. Oder Liverpool führte die Aktionen nicht mit letzter Konsequenz zu Ende, "wir haben denen zu viele Bälle in die Füße gespielt", klagte Klopp. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: Liverpool wartete auf Gelegenheiten, die Bayern setzten dem ihr konzentriertes, geduldiges Ballbesitzspiel entgegen. Heraus kam am Ende: Keine Tore. Aber guter Fußball, mit letztlich bloß einem Wermutstropfen für die Münchner: Joshua Kimmich ist wegen einer gelben Karte fürs Rückspiel gesperrt. Und Anfield schwieg.

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