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FC Bayern in der Champions League:Flick hält sein erstes Versprechen

  • Der FC Bayern besiegt Olympiakos Piräus mit 2:0 und zieht vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League ein.
  • Robert Lewandowski und Ivan Perisic erzielen die Tore. Und defensiv tritt das Team gefestigter auf.
  • Die Trainerfrage bekommt indes durch einen Bild-Bericht neue Dynamik - es geht um Arsène Wenger.

Wie genau sieht ein jubelnder Bayern-Trainer aus? Es ist ein Bild, das ein wenig in Vergessenheit geraten war. Im vergangenen Monat hat es zwar auch Bayern-Siege gegeben, aber dann war meist nur eine geballte Bayern-Trainer-Faust zu sehen gewesen. Ansonsten waren da gewesen: Bilder der Frustration und Verzweiflung. Ein ausgelassen jubelnder Bayern-Trainer war nicht gesichtet worden. Allerdings ist Niko Kovac, bis zum vergangenen Sonntag noch Trainer des FC Bayern, auch einfach keiner, der gerne ausgelassen jubelt.

Am Mittwochabend vergehen 68 Minuten, dann ist wieder ein jubelnder Bayern-Trainer zu sehen. Er springt von der Bank auf, ein Mini-Sprint, samt geballten Fäusten, ein Mini-Hüpfer, ein paar weitere, schon deutlich ruhigere Schritte, ein paar Klatscher, dann geht er zurück zur Bank. Bevor er sich setzt, ballt er noch einmal die Fäuste. Ja, Hansi Flick, der am Mittwoch im ersten von mindestens zwei Spielen den FC Bayern betreut, freut sich durchaus ausgelassen.

FC Bayern in der Einzelkritik

Wie ein blonder Xabi Alonso

2:0 (0:0) besiegte der FC Bayern in der Champions League Olympiakos Piräus. Die Mannschaft dominierte das Geschehen, es war ein professioneller, ernsthafter, konzentrierter Auftritt. Zaubereien wurden keine vorgeführt, aber Zaubereien hatte von Flick auch keiner erwartet, nach den letzten Auftritten unter Kovac, in denen das Team verunsichert gewirkt hatte. Das Team ist nun vorzeitig für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert.

Flick verzichtet auf Thiago und Coutinho

Das "eine oder andere" werde er verändern, hatte Flick angekündigt, und daran hielt er sich auch. Und die eine und auch die andere Änderung, sie hatten gleich eine gewaltige Wirkung. Flick verzichtete auf Thiago, auf den sich Ex-Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor der Saison als neuen Sechser festgelegt hatten - der feine Techniker hatte aber auf der Position vor der Abwehr nie für Stabilität sorgen können. Außerdem saß zunächst Philippe Coutinho auf der Bank, der Leihspieler, der mit seinem Glanz vergangener Tage im Sommer die großspurig angekündigte Transferoffensive gerettet hatte - glänzen konnte Coutinho unter Kovac aber nur in Andeutungen. Flick stellte stattdessen Kimmich auf die Sechs, das Mittelfeldzentrum komplettierten Leon Goretzka und Thomas Müller. In der Innenverteidigung spielte, wie von Flick angekündigt, Javier Martínez. Es war eine Aufstellung, die eine Rückkehr zur Sicherheit versprach.

Und dieses Versprechen war eines, das Flick und seine Mannschaft am Mittwoch halten konnten. Sie spielten mit sehr viel Sicherheit, lange Zeit nicht mit viel mehr, aber ganz sicher auch nicht mit weniger.

Der FC Bayern hat gegen Piräus keinen berauschenden Fußballabend abgeliefert, aber nach rumpeligen Wochen, die mit einem 1:5 in Frankfurt endeten, war das ja gar nicht so verkehrt: erst einmal wieder Ruhe in das eigene Spiel zu bringen. Die Mannschaft ging selten in ein unnötiges Risiko, seriös passte sie sich den Ball zu, in einem hohen, wenn auch nicht immer im höchsten Tempo. Die Ruhe holte sich der Gastgeber dadurch, dass sich in den eigenen Reihen kaum weniger Lücken öffneten. Zuletzt waren teilweise atemberaubend große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen zu erkennen gewesen - gegen Piräus verdichtete das Team das Spielfeld. Die Gäste wurden früh attackiert, meist im Verbund, sie wurden nahezu komplett vom Tor der Bayern abgeschirmt. Die einzige nennenswerte Chance für Piräus hatte Lazar Randjelovic nach einem Patzer von Alaba, er schoss am Tor vorbei (16.).