FC Bayern in der Einzelkritik:Neuer ist fasziniert von Lewandowski

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FC Bayern in der Einzelkritik: Das gab es noch nicht allzu oft in München: Robert Lewandowski köpft, Manuel Neuer (links) pariert.

Das gab es noch nicht allzu oft in München: Robert Lewandowski köpft, Manuel Neuer (links) pariert.

(Foto: Frey-Pressebild/Imago/Thomas Frey)

Der Torwart passt dem alten Kollegen den Ball zu, Musiala erlebt die klassische Verteidigerschule - und Mané erlebt nicht so viel Tolles. Die Bayern in der Einzelkritik.

Von Felix Haselsteiner

Manuel Neuer

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(Foto: Andreas Gebert/Reuters)

Hat in seiner Karriere 296 Mal mit Robert Lewandowski zusammen gespielt, aber war aufgrund seiner Position stets weit entfernt vom natürlichen Revier des Torjägers. Hatte nun Gelegenheit für Beobachtungen aus der Nahdistanz, war davon aber offenbar so fasziniert, dass er seinem ehemaligen Kollegen einmal gleich den Ball zupasste. Parierte dafür stark gegen Pedri sowie aus kurzer Distanz gegen Lewandowski - und hielt die Münchner damit im Spiel.

Benjamin Pavard

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(Foto: Alex Grimm/Getty Images)

Wurde gegen den VfB Stuttgart geschont, ein Qualitätsverlust auf der rechten Abwehrseite war durchaus bemerkbar. Umso ärgerlicher für den FC Bayern, dass Marcos Alonso nach sechs Minuten ausgerechnet Pavard mit einem Bodycheck außer Gefecht setzte. Musste ausgewechselt werden.

Dayot Upamecano

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(Foto: Christof Stache/AFP)

Erhielt den Vorzug vor Matthijs de Ligt, wohl vor allem deshalb, weil er einen zentralen Akteur in der Offensive des FC Barcelona bereits aus diversen Trainingseinheiten an der Säbener Straße kennt. Hatte trotzdem - wie jeder Innenverteidiger weltweit - seine Schwierigkeiten mit Lewandowski, wurde aber in der zweiten Hälfte deutlich sicherer und gewann viele Bälle. Nagelsmanns Entscheidung für ihn zahlte sich aus.

Lucas Hernández

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(Foto: Andreas Gebert/Reuters)

Hat in seiner Karriere bereits mit einer Vielzahl von Weltklasse-Stürmern Bekanntschaft gemacht, was ihn nicht daran hinderte, Weltmeister und Champions-League-Sieger zu werden. Wirkte defensiv stabiler als sein Nebenmann Upamecano und verlieh seinem Status als Abwehrchef Nachdruck. Hat sich darüber hinaus offenbar von den besten Stürmern der Welt einiges abgeschaut: Brachte die Bayern nach einer Ecke in der 50. Minute mit einem perfekten Kopfball in Führung. Verletzte sich Sekunden vor Abpfiff noch ohne Gegnereinwirkung, die einzige schlechte Nachricht für den FC Bayern an diesem Abend.

Alphonso Davies

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(Foto: Lukas Barth/Reuters)

Beim FC Barcelona spielt in Ousmane Dembélé ein Spieler, der einen ähnlich Usain-Bolt-artigen Antritt hat wie der Außenverteidiger des FC Bayern. Auf der rechten Seite allerdings spielte bei Barça erst einmal Raphinha, seines Zeichens kein Weltrekordsprinter, weshalb Davies große Teile der ersten Halbzeit in der Offensive verbrachte. Als Dembélé dann doch mal vorbeischaute, hätte Davies beinahe einen Elfmeter verschuldet - weshalb er die zweite Halbzeit wesentlich konservativer gestaltete.

Joshua Kimmich

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(Foto: Kerstin Joensson/AFP)

Chef des Mittelfelds beim FC Bayern, dem sein blaues Auge weiterhin ein bisschen extra Ernsthaftigkeit im Blick verschafft. Führte viele Zweikämpfe, wurde allerdings von Barças Spielern zahlreich umzingelt und kam daher offensiv nicht so zur Geltung wie in anderen Spielen. Tat sich in der zweiten Hälfte mit Leon Goretzka auf der Doppelsechs wesentlich leichter, auch wenn man das nicht als späte Rache an Marcel Sabitzer missverstehen sollte, der ihm in der Vorwoche das blaue Auge überhaupt erst verschafft hatte.

Marcel Sabitzer

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(Foto: Alex Grimm/Getty Images)

Erhielt in einem Champions-League-Spiel den Vorzug vor Goretzka, was in der vergangenen Saison so sensationell gewesen wäre, dass Eilmeldungen verschickt worden wären. Hat sich allerdings inzwischen einen Namen als Kimmich-Nebenmann gemacht, der die Defensivaufgaben übernimmt - nur ging diesmal zu viel schief, um weiterhin mit dem legendären Abräumer "Katsche" Schwarzenbeck verglichen zu werden. Verlor mehrmals den Ball in der eigenen Hälfte, sah gelb und wurde folgerichtig zur Halbzeit ausgewechselt.

Jamal Musiala

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(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Viel wurde vor dem Spiel über das neue Barça erzählt, mit all den neuen Flügelspielern, Stürmern und Verteidigern. Musiala hingegen lernte in Person von Sergio Busquets das gute, alte Barça kennen. Genoss allerdings die Vorzüge der Jugend und nahm sich die Freiheit, Gegenspieler aller Altersklassen und Formate auszuspielen. Der beste, weil kreativste Spieler einer Bayern-Offensive, die in der ersten Halbzeit kaum Lücken fand - und dann auch wegen Musiala deutlich besser wurde.

Thomas Müller

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(Foto: Lukas Barth/Reuters)

Dass sich zum Geburtstag alte Bekannte mal melden, ist eine Sache. Dass sie dann auch gleich noch im Trikot des FC Barcelona auflaufen, eine andere. Müller, der am Dienstag 33 Jahre alt wurde, hat anders als sein Mitspieler Musiala nicht mehr die Vorteile der Jugend auf seiner Seite, was man gegen Barcelona dann und wann merkte. Seit dieser Saison hat Thomas Müller auch nicht mehr den kongenialen Sturmpartner Lewandowski an seiner Seite, was man ebenfalls dann und wann merkte. Beides wird sich nicht mehr ändern lassen, aber solange es an seinem Geburtstag nach 90 Minuten 2:0 für den FC Bayern steht, ist bei Müller kaum mit schlechter Laune zu rechnen.

Sadio Mané

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(Foto: Andreas Gebert/Reuters)

Dass der Zugang vom FC Liverpool nicht ganz so viele Tore erzielen würde wie sein Vorgänger, war durchaus zu erwarten gewesen, als der Bayern-Sportchef Hasan Salihamidzic ihn stolz aus der Premier League in die Bundesliga verbracht hatte. Dass Mané im bisher wichtigsten Spiel der Saison kaum eine Rolle spielen würde, aber eher nicht. Mané wirkte glücklos in seinen Dribblings und trat nur in Erscheinung, als er einen Schuss von Müller unabsichtlich blockte. Wurde nach 69 Minuten für Serge Gnabry ausgewechselt.

Leroy Sané

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(Foto: Christof Stache/AFP)

War vor einer Woche noch alleinverantwortlicher Torschütze gegen Inter Mailand gewesen, in einem Spiel, in dem er alle Qualitäten zeigte, die in ihm stecken. Diesmal erinnerte er eine Halbzeit lang eher an den öfter mal in München auftretenden Sané, der unter seinen Möglichkeiten blieb - bis er mit einem Sprint zum 2:0 wieder auf den Weltklasse-Modus umschaltete. In diesen Momenten unverzichtbar für den FC Bayern.

Noussair Mazraoui

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(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Konnte sich von seinen Mitspielern in den vergangenen Wochen vermutlich einige Lewandowski-Geschichten anhören. Darauf, dass er mit dem Polen in Kontakt kommen würde, deutete nicht viel hin - bis sich Pavard früh verletzte. Mazraoui machte trotz Kaltstart ein gutes Spiel, verteidigte sicher und kam immer wieder in der Offensive zur Geltung. Bonus: Hat jetzt ebenfalls eine Lewandowski-Geschichte zu erzählen, die auch noch ein gutes Ende hat.

Leon Goretzka

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(Foto: Andreas Schaad/AP)

War ob seines Reservistenstatus zuletzt offenbar etwas erzürnt und will demnächst nicht mehr nur in der Bundesliga 90 Minuten spielen. Lieferte gegen Barcelona einige Argumente dafür: Seine Einwechslung zur Halbzeit war ein wesentlicher Faktor dafür, dass das Spiel zu Gunsten der Münchner kippte.

Weitere Einwechselspieler

FC Bayern in der Einzelkritik: Serge Gnabry (Mitte).

Serge Gnabry (Mitte).

(Foto: Kerstin Joensson/AFP)

Serge Gnabry konnte sich nicht deutlich gegenüber Sadio Mané auszeichnen, Mathys Tel und Ryan Gravenberch durften Champions-League-Spielzeit sammeln, was dafür sprach, dass die Bayern sich sicher waren, nicht mehr in Bedrängnis zu geraten.

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