Süddeutsche Zeitung

Mario Götze in Eindhoven:Scharf und aktiv

Beim 5:1 in der Champions-League-Qualifikation gegen Galatasaray läuft Mario Götze zu großer Form auf. Gut möglich, dass seine Karriere-Fieberkurve wieder nach oben geht.

Von Stefan Galler

Wer schon mit 22 Jahren ein Weltmeisterschaftsfinale entscheidet, darf sich nicht wundern, wenn es danach erst mal bergab geht. Und so hat sich auch Mario Götze nach seinem Siegtreffer 2014 gegen Argentinien schwer getan, anschließend in der Bundesliga eine tragende Rolle zu spielen. Gut möglich, dass die Karriere-Fieberkurve jetzt, sieben Jahre später, wieder nach oben geht: Mit seinem aktuellen Klub, dem niederländischen Vizemeister PSV Eindhoven, gewann Götze am Mittwoch in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation das Hinspiel gegen Galatasaray 5:1 (2:1), der Deutsche traf zwei Mal und zeigte eine famose Vorstellung.

Dabei ist noch nicht einmal sicher, ob Götze überhaupt in Eindhoven bleiben wird, auch wenn er vor kurzem in einem Interview auf der PSV-Homepage beteuert hatte, "im Moment nicht" an einen Abschied zu denken. Den damals überraschenden Schritt nach Eindhoven nannte Götze eine "sehr gute Entscheidung für mich und für meine Familie".

Um in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen, müsste PSV nach Galatasaray noch zwei weitere Gegner ausschalten

Womöglich hängt die Zukunft des 29-Jährigen, der mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern fünf Meistertitel errang, auch davon ab, ob sich die PSV für die Champions League qualifiziert. Allerdings müsste man dazu noch zwei weitere Runden überstehen. Zumindest die erste Hürde sollte nach dem Hinspiel gegen allerdings auch erschreckend schwache Türken nur noch Formsache sein, der nächste Gegner wäre dann entweder Celtic Glasgow oder die Dänen aus Midtjylland (Hinspiel: 1:1).

"Wir waren ständig scharf, aktiv und haben wenig Chancen vergeben", sagte PSV-Trainer Roger Schmidt nach dem Spiel. "Wir hatten jetzt die Effizienz, die uns letzte Saison gefehlt hat." Der frühere Coach von Bayer Leverkusen dürfte mit Freude registriert haben, wie seine Mannschaft Galatasaray mit aggressivem Pressing keine Luft zum Atmen ließ, schon in der zweiten Minute erzwang der israelische Nationalspieler Eran Zahavi einen Fehler von Galatasaray-Torwart Fernando Muslera und erzielte sein erstes von insgesamt drei Toren.

Die beiden anderen Treffer der Niederländer, bei denen auf den defensiven Außenpositionen der Österreicher Phillipp Mwene, frisch aus Mainz gekommen, und der frühere Augsburger Philipp Max durchspielten, steuerte Götze bei. Er überwand Muslera mit einem sehenswerten Schlenzer zum 3:1 (51.) und setzte den 5:1-Schlusspunkt, als er den Ball mit der Schulter über den Keeper hinweg im Tor der Türken platzierte (88.).

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