Champions League der Frauen Krönung per Kunstschuss

Frankfurter Jubel: Wieder ganz oben in Europa

(Foto: AP)
  • Der 1. FFC Frankfurt gewinnt das Champions-League-Finale der Frauen gegen Paris Saint-Germain mit 2:1 - weil die eingewechselte Mandy Islacker in der 92. Minute trifft.
  • Damit endet eine jahrelange Durststrecke.
  • Um 18 Uhr am Freitag erwartet die Mannschaft ein öffentlicher Empfang am Römer in Frankfurt.
Von Kathrin Steinbichler, Berlin

Im Notfall, hatte Verónica Boquete gemeint, werde sie in diesem Finale auch mit nur einem Bein auflaufen. So sehr wollte die angeschlagene spanische Mittelfeldspielerin diese Partie, dieses Champions-League-Endspiel in der Hauptstadt bestreiten. Auf ihre Gesundheit, so viel machte die 28-Jährige klar, wollte sie für diese allerletzte Saisonpartie am Donnerstagabend keine Rücksicht nehmen, auch wenn die Spanierin wie viele andere Nationalspielerinnen dieses Endspiels in wenigen Wochen schon die Weltmeisterschaft bestreiten will.

Schließlich stand gegen Finaldebütant Paris Saint-Germain alles auf dem Spiel, worauf die Mannschaft des 1. FFC Frankfurt in dieser Spielzeit gehofft hatte: Achtung, Ruhm, ein Titel und natürlich - auch das gibt es im Frauenfußball inzwischen - eine Menge Geld. Als Boquete mit ihren Mitspielerinnen schließlich am Ende des Abends in Prenzlauer Berg vor Bundeskanzlerin Angela Merkel stand und die Arme in die Höhe riss, war klar: All die Qualen hatten sich gelohnt.

Mit 2:1 (1:1) besiegte Frankfurt vor gut 18 000 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark Paris Saint-Germain, das nach seinem Halbfinalsieg über Titelverteidiger VfL Wolfsburg favorisiert war. Mit dem Erfolg beendete Frankfurt eine siebenjährige Durststrecke auf europäischer Bühne und ist nun die erste Mannschaft im Frauenfußball, die zum vierten Mal den europäischen Klubtitel gewinnen konnte.

250 000 Euro Siegprämie

Neben den 250 000 Euro Siegprämie hat sich der 1. FFC Frankfurt damit aber etwas in seinen Augen noch viel Wichtigeres gesichert: Als Titelträger ist der Klub als dritter deutscher Klub neben Meister FC Bayern und dem Ligazweiten Wolfsburg für die nächste Champions-League-Saison qualifiziert - obwohl der Klub dieses Ziel als Tabellendritter zunächst verpasst hatte.

Davor aber musste der FFC an diesem Abend durch ein Wechselbad der Gefühle. Bissig und mit einem für Frankfurt ungewohnten, aber gut funktionierenden 3-5-2-System hatte Trainer Colin Bell seine Mannschaft aufs Feld geschickt. Während Paris mit der Frankfurter Formation überhaupt nicht zurechtkam, erarbeitete sich der FFC mit einem effektiven Pressing und konsequenter Zweikampfführung schließlich die Führung: Nationalstürmerin Célia Sasic - von der vor dem Finale bekannt geworden war, dass sie ihren Vertrag in Frankfurt zum Saisonende aufgekündigt hat, um während der WM über neue Möglichkeiten nachzudenken - stieg bei einer Hereingabe von Kerstin Garefrekes höher als Gegenspielerin Jessica Houara d'Hommeaux und traf per Kopf zum 1:0 (32.). Es war ihr 14. Tor in dieser Champions-League-Saison, womit sie nun die alleinige Rekordhalterin dieses Wettbewerbs ist und wofür sie auch als Spielerin des Abends ausgezeichnet wurde.