BVB in der Champions LeagueNüchtern, aber erfolgreich

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„Der Junge hat Fähigkeiten, die ihresgleichen suchen in der Bundesliga“: Torschütze Karim Adeyemi (unten) erhielt ein Sonderlob von BVB-Trainer Kovac.
„Der Junge hat Fähigkeiten, die ihresgleichen suchen in der Bundesliga“: Torschütze Karim Adeyemi (unten) erhielt ein Sonderlob von BVB-Trainer Kovac. Bernd Thissen/dpa
  • Borussia Dortmund gewinnt 4:0 gegen Villarreal in der Champions League, nachdem die Spanier nach einer roten Karte 40 Minuten in Unterzahl spielten.
  • Torjäger Serhou Guirassy traf zweimal und beendete damit seine wochenlange Torflaute, während Karim Adeyemi das 3:0 erzielte.
  • Am Samstag und Dienstag stehen wegweisende Spiele gegen Bayer Leverkusen an - erst in der Liga, dann im DFB-Pokal.
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Borussia Dortmund gewinnt 4:0 gegen Villarreal, offenbart aber erneut Schwächen im Spielaufbau. Nun stehen zwei wegweisende Spiele an.

Von Freddie Röckenhaus, Dortmund

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Karim Adeyemi fasste den Abend perfekt zusammen: „Es gibt nicht viel zu sagen. Wir haben gewonnen.“ Nach drei eher kritisch bewerteten Spielen ohne Sieg kam Borussia Dortmund zu einem 4:0-Triumph im Champions-League-Spiel gegen den aktuellen spanischen Tabellendritten FC Villarreal. Dass das BVB-Spiel über lange Strecken erneut eher uninspiriert wirkte – man musste es wohl nehmen wie Adeyemi.

Vier Tage vor dem Bundesliga-Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen durfte sich BVB-Trainer Niko Kovac insbesondere darüber freuen, dass der seit Wochen durchhängende Torjäger Serhou Guirassy gegen die Spanier zweimal traf. Zunächst zum 1:0 mit einem Kopfball aus dem Gedrängel, kurz vor der Pause. Und dann zum 2:0, mit dem Nachschuss eines Strafstoßes, den Guirassy zunächst schwach ge- und verschossen hatte, dann im zweiten Versuch aber versenkte – Torwart Luiz Júnior hatte den Ball abprallen lassen.

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Bei der Aktion, die zum Elfmeter führte, hatte Villarreals Innenverteidiger Juan Foyth auf der Linie für seinen Torhüter mit der Hand den Ball von der Torlinie gekratzt. Dafür sah er – wenn auch erst nach VAR-Einsatz – die rote Karte. Und damit, und mit dem anschließenden 2:0 durch Guirassy, war das Spiel entschieden, ohne dass Dortmund gegen den Gegner, der 40 Minuten lang in Unterzahl spielen musste, noch allzu viel Klasse hätte zeigen müssen. „Eine erste Halbzeit mit Höhen und Tiefen“, hatte Sportdirektor Sebastian Kehl gesehen, der zugab: „Die rote Karte hat am Ende natürlich einen großen Einfluss.“

Beim 3:0 durch Adeyemi kamen dessen Dynamik und zugleich noch ein Stückchen Glück hinzu. Adeyemi erzielte das Tor mit dem Knie – aber nach einem Sturmlauf, veredelt durch einen Hackentrick von Julian Brandt, der in jedem Falle einen Treffer wert gewesen war. „Der Junge hat Fähigkeiten, die ihresgleichen suchen in der Bundesliga“, sagte Trainer Kovac über Adeyemi: „Wenn er die alle zeigt, dann ist er ein Klasse-, ein Weltklassespieler.“ Einen weiteren Elfmeter, verursacht am wieder einmal im Villarreal-Strafraum enteilten Adeyemi, schoss der eingewechselte Fabio Silva nur an die Latte. In der Nachspielzeit erhöhte der BVB durch einen Kopfballtreffer von Daniel Svensson, nach einer präzisen Flanke von Pascal Groß.

Am Samstag und Dienstag spielt der BVB gegen Leverkusen – erst in der Liga, dann im Pokal

Und so geht es mit Borussia Dortmund nach drei sieglosen Spielen, mit zwei lästigen Last-Minute-Ausgleichstoren, die die Siege gegen den Hamburger SV (1:1) und den VfB Stuttgart (3:3) noch vermasselt hatten, in der Champions League wieder in die Ergebnisspur. In der Tabelle der 36 Klubs rückte der BVB mit zehn Punkten weiter nach oben, ein Platz unter den besten acht Teams zum Abschluss der Gruppenphase scheint möglich. Villarreal hatte allerdings mehrere vielversprechende Chancen gehabt, zunächst selbst in Führung zu gehen. Doch beim Abschluss haperte es für die ansonsten oft elegant kombinierenden Gäste. Als Villarreals Kanadier Tajon Buchanan in der elften Minute ins Dortmunder Tor traf, stand er im Abseits.

Kovacs Mannschaft tat sich, besonders vor der roten Karte, erneut schwer mit dem Spielaufbau und der Abstimmung im Mittelfeld. Der Defensivstabilität, die unter Kovac erheblich verbessert ist, steht eine weitgehende Ideen- und bisweilen Konzeptlosigkeit im Mittelfeld gegenüber. Kovac rotiert auf den Positionen der Sechser und Achter sehr regelmäßig. Das mag auf die Dauer sogar nützen, weil für alle Spieler Ruhepausen entstehen. Aber eine offensive Überlegenheit kommt oft schon deshalb nicht recht zustande, weil im Mittelfeld wenig geordnet und durchdacht wirkt. Dieses Mal durften Marcel Sabitzer und Felix Nmecha ran, mit einem offensiveren Zehner Julian Brandt davor. Aufeinander abgestimmt wirkte das auch gegen Villarreal nicht.

Im Großen und Ganzen geben die Ergebnisse dem Trainer bisher mit seiner Strategie recht. In der Champions League stehen nun noch Spiele bei Tottenham Hotspur und gegen Inter Mailand an; beides Kaliber, gegen die man spielerisch schon etwas bieten muss. Am Wochenende fährt die Borussia zum Manchester-City-Bezwinger Bayer Leverkusen, und schon in der nächsten Woche kommen die Leverkusener zum DFB-Pokalspiel nach Dortmund. Beide Spiele sind richtungsweisend. „Wir wissen, dass das zwei intensive Spiele werden. Das sind zwei Mannschaften mit hohen Ambitionen, das werden Spiele auf Augenhöhe“, sagte Kehl.

Im Pokal liegt die Wichtigkeit ohnehin auf der Hand, in der Liga droht der BVB bei einer Niederlage beim Nachbarn Bayer erstmals aus jenen Rängen zu rutschen, die fürs nächste Champions-League-Jahr vonnöten sind.

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