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Champions League:Dortmund so defensiv wie nie

Inter Mailand - Borussia Dortmund

Dortmunds Mahmoud Dahoud (links) und Mats Hummels (rechts) ringen mit Lautaro Martinez.

(Foto: dpa)

Ohne seine besten Torjäger Marco Reus und Paco Alcácer hat Borussia Dortmund am Mittwochabend bei Inter Mailand seine erste Saison-Niederlage in der Champions League hinnehmen müssen. Reus mit Grippe und Alcácer mit zwickender Wade beobachteten daheim vor dem Fernseher, wie sich ihre Kollegen vergeblich mühten, einen frühen Rückstand aus der 22. Minute auszugleichen. Am Ende unterlagen sie sogar mit 0:2 (0:1). Die Absenz der beiden in der Bundesliga für zehn Tore zuständigen Stürmer Reus und Alcácer erwies sich als zu große Bürde, und da half es auch nichts, dass Roman Bürki in der 82. Minute einen Elfmeter hielt.

"Wir waren nicht torgefährlich genug und haben es ihnen hinten ein bisschen einfach gemacht", kritisierte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, bei Sky: "Das war unnötig." Trainer Lucien Favre nahm seine Mannschaft in Schutz: "Man kann nicht erwarten, gegen eine solche Mannschaft zehn Torchancen zu bekommen."

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In seinem 58. Pflichtspiel mit dem BVB hatte Favre zum ersten Mal eine Fünferkette geknüpft. Sonst beharrt er ja auf seiner Viererkette, aber diesmal spielten in Manuel Akanji, Julian Weigl und Mats Hummels drei Männer in der Innenverteidigung - dazu kamen die beiden Außenverteidiger Achraf Hakimi und Nico Schulz. Schulz' Vater ist Italiener und Inter-Fan, weshalb auch Schulz seit seiner Kindheit Sympathien für Inter hegt. Nun durfte er sein erstes Champions-League-Spiel für Dortmund ausgerechnet im legendären Stadion San Siro bestreiten.

Dortmund gerät abermals in Rückstand

Doch für niedliche Kindheitserinnerungen gibt es in San Siro keinen Bonus, und erst recht nicht in der Champions League. Nachdem Dortmund mit einer 5-4-1-Defensivformation 20 Minuten lang recht solide seine westfälische Interpretation eines italienischen Catenaccio gespielt hatte, genügte den Italienern in der 22. Minute ein einziger langer Pass in den Rücken der Innenverteidigung zur 1:0-Führung - und ausgerechnet Inter-Fan Schulz ganz links hob das Abseits auf, weil er knapp zwei Meter weiter hinten stand als seine vier Verteidigerkollegen.

Inters Stefan de Vrij bediente aus dem Mittelfeld lang und hoch den losstürmenden Argentinier Lautaro Martínez, der den Ball auf gleicher Höhe mit Schulz annahm und Platz und Zeit genug hatte, um den Torwart Roman Bürki zu überwinden. Es war Dortmunds erstes Gegentor in dieser Champions-League-Saison, nachdem man zuvor gegen den FC Barcelona torlos remisiert und bei Slavia Prag 2:0 gewonnen hatte.

Zum fünften Mal im zwölften Pflichtspiel dieser Saison gerieten die Dortmunder allerdings auch mit 0:1 in Rückstand. Gegen Bremen und Augsburg hatten sie nur zwei Minuten gebraucht, um das 0:1 zu egalisieren und gegen Union Berlin nur drei Minuten, aber gegen den massiven Verbund eines Sicherheitsfanatikers, wie der Inter-Trainer Antonio Conte einer ist, war mit solch einer kurzen Halbwertszeit nicht zu rechnen. Vier Mal zu Null hat der BVB in diesem Herbst schon gespielt und in 18 Stunden Pflichtspielfußball bloß 2:36 Stunden in Rückstand gelegen. Allein diesmal aber kamen 68 Minuten hinzu. Und doch: Erst zum zweiten Mal in dieser Saison erlebten sie einen Rückstand auch noch beim Schlusspfiff, das erste Mal war es ihnen mit dem 1:3 bei Union Berlin so ergangen.