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Champions-League-Auslosung:"Wir können es packen!"

Lesezeit: 3 min

Der FC Bayern und Borussia Dortmund zeigen sich zufrieden mit ihren Gegnern im Champions-League-Viertelfinale. Natürlich sind der FC Malaga und Juventus Turin knifflige Kontrahenten, aber immerhin konnten das innerdeutsche Duell und auch Partien gegen Real Madrid oder den FC Barcelona vermieden werden.

Von Jürgen Schmieder

Zunächst einmal atmeten die Verantwortlichen der Uefa durch - Manipulationsvorwürfe und Verschwörungstheorien wird es diesmal nicht geben. Die waren nach der Auslosung der Achtelfinal-Partien im Internet aufgetaucht, weil bei der Testziehung exakt die gleichen Partien herausgekommen waren wie bei der Auslosung einen Tag später.

Diesmal hatte die Übungslosung die Duelle zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona sowie die innerdeutsche Begegnung zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ergeben. Bei der tatsächlichen Auslosung lauteten die Viertelfinal-Partien dann: FC Málaga - Borussia Dortmund, Real Madrid - Galatasaray Istanbul, Paris Saint-Germain - FC Barcelona, Bayern München - Juventus Turin.

Wohl deshalb atmeten auch die Vertreter der deutschen Teams auf. Natürlich sind der FC Málaga und Juventus Turin knifflige Kontrahenten, aber immerhin konnte das innerdeutsche Duell und auch Partien gegen Real Madrid oder den FC Barcelona vermieden werden.

"Dieses Los nehmen wir an. Jedenfalls besser als Barcelona, Madrid oder München", sagte etwa Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc. Kapitän Sebastian Kehl ergänzte: "Málaga ist ein gutes Los, vor allem erst auswärts. Ich freue mich drauf. Ich denke, wir können es packen." Trainer Jürgen Klopp relativierte dagegen ein wenig: ""In Borussia Dortmund und Málaga treffen zwei Überraschungsmannschaften der Champions League aufeinander. Somit steht zumindest fest, dass es einen überraschenden Halbfinalteilnehmer geben wird."

Auch der Tenor beim FC Bayern München lautete nach der Zeremonie in Nyon, dass es durchaus hätte schlimmer kommen können - auch wenn Trainer Jupp Heynckes sogleich vor dem Gegner warnte: "Das ist ein richtiges Kaliber, eine Mannschaft, die sehr gut zusammengestellt ist", sagte Heynckes, der 1998 mit Real Madrid das Champions-League-Finale gegen Juve gewonnen hatte.

"Juventus ist eine sehr gute, sehr hart spielende Mannschaft mit extremen Spielern wie Pirlo. Italiener sind clever, abgezockt, gefährlich. Gegen Juventus waren es immer schwere Spiele, taktisch ist das eine exzellente Mannschaft", sagte Bastian Schweinsteiger über den Gegner, den die Münchner zuletzt 2009 in Turin mit 4:1 bezwungen hatten.

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte den Respekt vor dem Tabellenführer der Serie A: "Das ist kein Traumlos. Da werden wir zwei gute Tage brauchen, um das Halbfinale zu erreichen. Das wird kein Selbstläufer, davor warne ich." Gegen Juventus weisen die Münchner eine negative Bilanz in der Königsklasse auf: Zwei Siegen stehen ein Remis und drei Niederlagen gegenüber.

Borussia Dortmund freute sich nach der schweren Vorrundengruppe mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam und dem kniffligen Achtelfinale gegen Schachtjor Donezk endlich über eine vermeintlich gute Auslosung. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke äußerte sich dennoch vorsichtig: "Im Viertelfinale gibt es keine schweren und leichten Gegner. Insofern war es uns sehr wichtig, dass wir erst auswärts spielen."

Die BVB-Aktie reagierte jedenfalls mit Kursgewinnen auf die Auslosung und baute zum Mittag ihre Gewinne mit plus 1,57 Prozent auf 3,23 Euro aus. "Das Los FC Málaga und dann zunächst auch noch die Auswärtsreise - Borussia Dortmund und seine Investoren dürften zumindest leise gejubelt haben", sagte der Analyst Daniel Saurenz von Feingold Research. "Das Halbfinale ist durchaus realistisch und dies würde weitere hohe Einnahmen für den BVB bedeuten."

Die Vertreter der beiden deutschen Klubs zeigten sich erleichtert darüber, nicht den Liga-Rivalen als Gegner erwischt zu haben. Die Bayern haben bei ihrem insgesamt vierten Champions-League-Duell mit dem italienischen Rekordmeister am 2. April zunächst Heimrecht und müssen am 10. April im Piemont antreten. Der BVB bestreitet das erste Spiel am 3. April in Málaga und erwartet den Tabellenvierten der Primera Division mit den ehemaligen Bayern-Profis Martin Demichelis und Roque Santa Cruz am 9. April zu Hause.

In den beiden übrigen Viertelfinal-Duellen stehen sich Real Madrid und Schalke 04-Bezwinger Galatasaray Istanbul sowie Paris St. Germain und der FC Barcelona gegenüber.

Über ein mögliches Halbfinale wollte noch kein Vertreter sprechen - doch die Rollen des Favoriten sind klar verteilt. Es könnte, weil es überhaupt kein Duell von zwei Vereinen aus einem Land gibt, durchaus zu einem spanisch-spanisch-deutsch-deutschem Halbfinale kommen.

Bei der Halbfinal-Auslosung am 12. April wird es dann auch kein Aufatmen geben - außer vielleicht bei den Uefa-Verantwortlichen, wenn sie sehen, dass sich die Ziehung vom Ergebnis der Testkugelei unterscheidet.

Mit Material von sid und dpa

Juventus und Bayern im Teamvergleich

Dortmund und Málaga im Teamvergleich

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