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BVB-Erfolg gegen Berlin:Und jetzt: Champions-League-Playoff in Wolfsburg

Borussia Dortmund: BVB-Spieler jubeln gegen Union Berlin

Marco Reus (re.) traf schon zum dritten Mal im April für den BVB.

(Foto: Martin Meissner/AP)

Will Dortmund noch in die Königsklasse, muss nach dem 2:0 gegen Union auch ein Sieg beim VfL am Wochenende her - Hoffnung geben Marco Reus und ein Rückkehrer.

Von Ulrich Hartmann

Vielleicht machen sie sich am Samstag in Wolfsburg ja den Spaß und spielen vor dem Anpfiff beim Aufstellen der Mannschaften statt der Bundesliga-Hymne die Champions-League-Melodie. Das wäre vermutlich mit Konventionalstrafen sowohl an die Deutsche Fußball Liga als auch an die Uefa verbunden, es wäre aber trotzdem eine schöne Guerilla-Aktion.

Die Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund am viertletzten Spieltag der Bundesliga-Saison ist nämlich im erweiterten Sinne schon so eine Art Champions-League-Playoff, auf jeden Fall eine wegweisende Partie. Beide Klubs wollen in die europäische Meisterklasse. Der Dortmunder Trainer Edin Terzic sagt: "Wir können unseren Rückstand auf zwei Punkte reduzieren." Der Wolfsburger Trainer Oliver Glasner sagt: "Mit einem Sieg wären wir acht Punkte weg." Nun kann sich jeder ausrechnen, wie viele Punkte die Wolfsburger auf Platz drei den Dortmundern auf Platz fünf derzeit voraus sind (kleiner Tipp: zwei plus acht geteilt durch zwei).

Der BVB steht unter Druck. Trotz dreier Siege in Serie. Erstmals unter Terzic hat die Mannschaft jetzt drei Mal nacheinander in der Bundesliga gewonnen. Der 2:0-Sieg gegen Union Berlin mit einem strittigen Elfmeter für Marco Reus (den Erling Haaland verschossen und Reus im Nachschuss verwertet hatte) und zwei Aluminiumtreffern für die Eisernen aus Berlin-Köpenick war ein hartes Stück Arbeit.

Die Wolfsburger gewannen parallel dazu mit 3:1 in Stuttgart. "Umso wichtiger war es, dass auch wir gewonnen haben", sagte später am Abend der Dortmunder Torwart Marwin Hitz. Der Sieg brachte Erleichterung, aber auch zwei Fragen: Warum tun sich die Dortmunder mit Elfmetern so schwer?

Und warum leistete sich der Abwehrchef Mats Hummels zu vorgerückter Spielzeit im Mittelfeld per Foul eine überflüssige gelbe Karte, die ihm am Samstag in Wolfsburg verbietet mitzuspielen? "Das war die unnötigste gelbe Karte, die man sich holen kann", sagte Terzic. Dortmunds Trainer will aber gern alles positiv sehen, und so schlussfolgerte er aus Hummels fünfter gelber Karte samt Sperre: "Jetzt kann Mats mal Kraft tanken und uns in den letzten drei Spielen umso mehr helfen."

Aufreger des Spiels gegen Union war der provozierte Elfmeter von Marco Reus, als er sich über den Torwart Andreas Luthe fallen ließ. Luthe rutschte ihm unvorsichtig in den Laufweg, Reus nahm dankend an. Daniel Schlager pfiff auf Elfmeter, Video-Assistent Benjamin Brand erkannte keine klare Fehlentscheidung. Insofern war das okay.

Haaland scheiterte dann zwei Mal an Luthe, erst per Elfmeter, schließlich per Nachschuss. Reus verwertete den zweiten Abpraller. Es war für Haaland schon der zweite verschossene Elfmeter in dieser Saison. Weil auch Reus schon zwei verschossen hatte, summieren sich die Dortmunder Fehlschüsse vom Punkt auf vier. "Das ist ärgerlich", sagt Terzic, weil man aus dem Rennen um die Champions League ja nicht im Elfmeterschießen ausscheiden will.

Aber die Konsequenzen dieser Schwäche halten sich in Grenzen. Drei der vier Spiele mit den verschossenen Elfmetern gewannen die Dortmunder trotzdem (2:1 in Bremen, 3:1 gegen Augsburg, 2:0 gegen Union), eines endete unentschieden (1:1 gegen Mainz). "Wir üben das schon auch im Training", rechtfertigt sich Terzic. Den realen Druck eines Spiels könne man dort aber eben nicht simulieren.

Dass Hummels in Wolfsburg nicht mitspielen kann, findet Terzic ärgerlich. "Das tut uns weh, er fehlt uns." Dass nach neun verpassten Pflichtspielen wegen eines Muskelbündelrisses aber der Flügelflitzer Jadon Sancho wieder fit ist, freut den Trainer umso mehr. Sancho hat bereits gegen Union nach seiner Einwechslung in der 59. Minute eine gute halbe Stunde schon wieder für Wirbel gesorgt. "Da hat man gut erkannt, wie sehr er uns vorher gefehlt hat", sagte Terzic.

Am Samstag wird spannend zu sehen, wie sehr die Borussen die Champions League wollen. Dort haben sie in dieser Saison ihre besten Leistungen gezeigt. In der Bundesliga waren sie sehr schwankungsanfällig. Der Samstag muss zeigen, ob der BVB sein Bundesliga- oder sein Champions-League-Gesicht präsentiert. Davon könnte der Ausgang des Spiels abhängen.

© SZ/bek
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