Borussia DortmundEiskalt im Berliner Kühlschrank

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Schlusspunkt: Maximilian Beier erzielt das 3:0 für Borussia Dortmund gegen Union Berlin.
Schlusspunkt: Maximilian Beier erzielt das 3:0 für Borussia Dortmund gegen Union Berlin. (Foto: Stuart Franklin/Getty Images)
  • Borussia Dortmund schlägt Union Berlin 3:0 und festigt damit den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga.
  • Die Tore erzielten Emre Can per Elfmeter, Nico Schlotterbeck per Kopfball und Maximilian Beier zum Endstand.
  • Trotz des Sieges liegt der BVB weiterhin acht Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München zurück.
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Borussia Dortmund reicht die nächste dosierte Leistung, um Union Berlin 3:0 zu schlagen und Tabellenplatz zwei zu festigen. Einen Titelkampf dürfte das der Liga aber kaum bescheren.

Von Javier Cáceres, Berlin

Zu den Nachrichten der Woche zählte die Schulterverletzung von Lothar Matthäus. Der einstige Nationalspieler kommt bei Bundesligaspielen als Co-Kommentator des Bezahlsenders Sky zum Einsatz, vor allem bei Partien, die von der deutschen Fußballindustrie als Topspiele ausgewiesen werden. Die Verletzung war für den 64-Jährigen schlimm genug; sie hatte zudem einen Kollateralschaden zur Folge, unter der Dietmar Hamann litt, der normalerweise bei Sky im warmen Studio sitzt.

Hamann, 52, musste nicht nur am Freitagabend bei Minustemperaturen das dröge 0:0 beim Hamburg-Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV begutachten. Sondern auch die Begegnung zwischen dem 1. FC Union und Borussia Dortmund, bei gefühlt locker zehn Grad unter null. In der Alten Försterei sah Hamann immerhin ein Spiel, das qualitativ einen Deut besser war als der Hamburger-Clásico und, immerhin, Tore abwarf: Dortmund siegte – am Ende souverän – 3:0. Und lieferte so auch eine Antwort auf die Kritik auf das 0:2 vom vergangenen Dienstag in der Champions League bei Tottenham Hotspur.

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Das Spiel hatte früh eine Führung für Borussia Dortmund geboren. Serhou Guirassy nutzte aus, dass Unions überaus zuverlässiger Innenverteidiger Leopold Querfeld schockgefroren war, stolperte in den Strafraum hinein und wurde dort vom herausstürzenden Torwart Frederik Rönnow eindeutig von den Beinen geholt. Emre Can verwandelte den Strafstoß in der 10. Minute sicher.

In der 18. Minute sah Querfeld neuerlich schlecht aus: Er ließ sich von einem dynamischen Felix Nmecha in Strafraumnähe ablaufen und hatte dann Glück, dass es dem BVB an Resolutheit mangelte. Nmecha legte quer auf Guirassy, statt selbst abzuschließen, Guirassy legte zurück auf Bellingham, der den verzweifelt zurückgeeilten Querfeld anschoss; den Abpraller setzte Fábio Silva neben das Tor. Danach war ein Bruch im Spiel der dominierenden Dortmunder.

Einerseits übernahm nun Union den Ballbesitz, was der Attraktivität der Partie nicht sonderlich half. Chancen hatte Union nur nach Standards von Josip Juranovic, in der 5. Minute durch André Ilic, in der 28. Minute Diogo Leite. Andererseits bekamen die Fans beider Lager so auch größere Aufmerksamkeit für ihre Plakate. Sie nahmen die Berliner Polizei und Innenministerin Iris Spranger (SPD) für den offenkundig überzogenen Einsatz am Rande der Zweitligapartie zwischen Hertha BSC und Schalke 04 aus der Vorwoche aufs Korn. Es gab Genesungswünsche für die Verletzten – und eher unfreundliche Grüße an die Berliner Sicherheitskräfte. Sie bewegten sich gerade noch unterhalb der unflätigen Beschimpfungen, die BVB-Kapitän Can bis zu seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit ertragen musste.

Der BVB liegt noch immer acht Punkte hinter dem FC Bayern

Nach der Pause dauerte es keine zehn Minuten, bis Dortmund das 2:0 erzielte. Es war ein Treffer, der einer Koproduktion zweier einstiger Unioner entsprang – und der tatsächlich dem Modus Operandi entsprach, dem in Köpenick seit Jahren gefrönt wird. Julian Ryerson trat einen Eckstoß an den zweiten Pfosten, dort stieg Nico Schlotterbeck empor und drückte den Ball aus spitzem Winkel per Kopfball zum 2:0 ins Tor – unter Mithilfe des indisponierten Torwarts Rönnow (54.). Aus Sicht des Dänen war das umso bitterer, als er zuvor bravourös einen abgefälschten 18-Meter-Schuss von Jobe Bellingham pariert hatte.

Den 1. FC Union stürzte das nicht in ein Eismeer aus Niedergeschlagenheit, man hatte in den drei vorangegangenen Spielen Rückstände immer aufgeholt. Trainer Steffen Baumgart wechselte sukzessive offensiv gepolte Kräfte ein: Stanley Nsoki, Livan Burcu, Oliver Burke, Andras Schäfer. Doch bis auf einen Schuss von Burcu (82.) sprang kaum etwas heraus. Das lag unter anderem daran, dass BVB-Coach Nico Kovac Innenverteidiger Aarón Anselmino einwechselte. Der Argentinier konsolidierte die Defensive und schuf damit die Grundlage dafür, dass Dortmund in der 84. Minute durch Maximilian Beier das 3:0 erzielen und den Schlusspunkt setzten konnte. Insofern ist es sehr ungünstig für den BVB, dass der FC Chelsea nun eine Rückhol-Option aktiviert hat, um den ausgeliehenen Anselmino mit sofortiger Wirkung zurückzubeordern.

Einen Titelkampf bescheren die Dortmunder der Liga ohnehin kaum, Bayern München ist trotz der Niederlage vom Samstag gegen Augsburg um acht Punkte enteilt. Aber Dortmund kann das Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand am Mittwoch mit der Sicherheit angehen, den zweiten Tabellenplatz gefestigt zu haben, während Union wenige Tage nach der Feier des 60. Vereinsgeburtstags weiter auf Rang neun verortet ist.

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