BVB nach dem 1:5 Auch Bürki steht in der Kritik

Noch mehr Kritik als der arrivierte Hummels musste sich Dortmunds Torwart Roman Bürki gefallen lassen. In mehreren Szenen irrlichterte der Schweizer Nationaltorwart durch den Strafraum, bei den Treffern von Müller und Lewandowski machte er eine besonders schlechte Figur. Bürki hat die absolute Rückendeckung des Trainers, aber abgesehen davon, dass er der erheblich elegantere Fußballer ist, hat er bisher nicht unter Beweis stellen können, sattelfester zu sein als der auf die Bank verdrängte Roman Weidenfeller.

Gerade in München hätte man Weidenfeller im Nachhinein mehr Routine und Kälte zugetraut - und die Fähigkeit, im Eins-gegen-eins den Bayern-Stürmern den Schneid abzukaufen. Bürki kommt bei seinen Mitspielern gut an, weil man ihn ins Passspiel einbeziehen kann. Im Vereiteln hundertprozentiger Torchancen dagegen hat er bisher noch nicht Weidenfellers Niveau zeigen können.

Höchste Bayern-Siege

Als es Dortmund noch schlimmer erwischte

Tuchel hatte auch selbst eine Taktik-Lektion erhalten. Sein bisher herausragender linker Verteidiger Marcel Schmelzer war ihm mit einer Oberschenkelzerrung ausgefallen. Daraufhin krempelte Tuchel ohne Not die gesamte Viererkette um, inklusive der Versetzung des Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek auf die verkehrte Seite und der Nominierung von Sven Bender als Innenverteidiger. Er präsentierte zudem eine Art Mittelfeld-Raute, bisher wenig erprobt, und verzichtete auf den zwar zuletzt formschwachen, aber doch immer unberechenbaren Marco Reus in der Startformation. Das alles mochte wenig zu tun haben mit dem haarsträubenden Deckungsverhalten von Hummels und Co. -, aber während Pep Guardiola schon nach gut einer Viertelstunde reagierte und Boateng grünes Licht für seine langen Bälle in den Rücken der BVB-Abwehr gab, blieb Tuchel bei seiner Marschroute.

Zorc fürchtete, dass "es noch richtig ausartet"

Für Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke schien am Montag der Abschied von allen höheren Bundesliga-Zielen schon beschlossen zu sein: "Wir liegen auf Platz zwei. Das entspricht unserem Zielkorridor. Die Bayern haben beim Gehalts-Etat einen Vorsprung von 130 Millionen Euro. Es zeigt sich, dass das immer weniger zu kompensieren ist. Die gewinnen jetzt einfach jedes Spiel. Und wenn sie zwischendurch mal unentschieden spielen, dann nur, weil sie dann doch mal einen Gegner nicht mehr ganz ernst nehmen." Dortmund sei aber bislang in der Tabelle immer noch am nächsten dran geblieben.

Watzke glaubte allerdings, dass das 1:5 den wahren Qualitäts-Abstand zwischen beiden Teams nicht spiegelt. Dass Dortmund sich zweimal (zum 0:1, zum 1:3) übertölpeln ließ, einen überflüssigen Elfmeter verursachte, dass vor dem 1:4 eine Abseitsstellung von Passgeber Mario Götze nicht gepfiffen wurde - das lasse darauf schließen, dass der wahre Abstand zwischen beiden Teams nicht gar so groß sei wie das Ergebnis es suggeriert. Sportchef Zorc allerdings wünschte sich nach dem fünften Bayern-Treffer nur den Abpfiff herbei: "Ich hatte da wirklich die Befürchtung, dass es richtig ausartet." Soll heißen: An diesem Abend hätte es noch schlimmer kommen können.

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