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BVB: Kampagne gegen rechts:Mit Bierdeckeln gegen Rassismus

BVB

Die neue Kampagne des BVB gegen Rechts: "Kein Bier für Rassisten!"

(Foto: BVB)
  • Seit dem Wochenende verteilen freiwillige Helfer für den BVB in Dortmund Bierdeckel mit der Aufschrift: "Kein Bier für Rassisten!"
  • Die Aktion ist Teil der neuen Kampagne gegen rechts.
  • Der Verein will damit ein Zeichen setzen und sich klar gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren.

Von Ines Alwardt

Es ist nur ein Bierdeckel, ein Stück Pappe, gelb, viereckig, bedruckt mit dicken schwarzen Buchstaben hinter denen ein dickes Ausrufezeichen steht: "Kein Bier für Rassisten!", darunter folgen, in etwas kleinerer Schrift drei Begriffe, die zusammen stehen: "Fußball. Bier. Weltoffenheit". Unten in der Ecke ist das Logo des Absenders zu lesen: BVB 09. Der Bierdeckel ist mehr als ein Stück Pappe, er soll ein Zeichen setzen.

Zusammen mit der BVB-Fan- und Förderabteilung hat der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund am Wochenende eine neue Kampagne gestartet: Unter dem Motto "Kein Bier für Rassisten" will der Verein klar Stellung beziehen - gegen Fremdenhass und Rassismus, für Weltoffenheit.

Eine Million Bierdeckel wollen freiwillige Helfer nun in Dortmunds Kneipen und Restaurants verteilen. Auf der Rückseite der Deckel findet sich ein QR-Code, über den Nutzer eine Liste mit Argumenten gegen rassistische Parolen abrufen können.

Rassistische Parolen entkräften

Diese Parolen sind auch auf der Homepage des Vereins zu finden, wie zum Beispiel: "Flüchtlinge, Migranten...Ist doch alles dasselbe Pack"; darunter erklärt der Verein in sachlichem Ton die Unterschiede zwischen Migranten, Flüchtlingen, Asylbewerbern und Menschen mit Migrationshintergrund.

Ein weiteres aufgelistetes Vorurteil lautet: "Das Boot ist voll. So viele Flüchtlinge können wir uns doch gar nicht leisten." Der BVB antwortet darauf, dass Deutschland aufgrund der demografischen Entwicklung Zuwanderung brauche. Ob sich Anhänger rechter Thesen davon überzeugen lassen?

Dem Verein geht es nach eigenen Angaben vor allem um die geschlossene Haltung nach außen. BVB-Präsident Reinhard Rauball äußert sich auf der Homepage des Vereins so: "Borussia Dortmund, die BVB-Fan- und Förderabteilung und alle BVB-Fans tragen Verantwortung, bei ausländer- und menschenfeindlichen Parolen nicht wegzuhören, sondern klar Stellung dagegen zu beziehen. Durch diese gemeinsame Aktion, die rechtem Gedankengut nicht nur plakativ sondern auch inhaltlich entgegen tritt, verdeutlicht die BVB-Familie einmal mehr ihre klare Haltung: für Toleranz und einen bunten BVB, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit."

Dass der BVB ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzt, ist nicht das erste Mal. Im vergangenen Jahr hatte der Verein einen Filmspot zu dem Thema gedreht. Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Rechtsextreme gegeben, die sich unter die Fans gemischt hatten. Einer von ihnen hatte im August 2012 auf der Südtribüne im BVB-Block ein Transparent entrollt, auf dem ein rechtsextremer Schriftzug zu sehen war.

Anfang Februar marschierten in Dortmund etwa 40 vermummte Rechte vor einem Asylbewerberheim auf und skandierten ausländerfeindliche Parolen. Die Stadt gilt als eine Hochburg von Rechtsextremen in Nordrhein-Westfalen.

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