BVB in der Champions League:Starkes Debüt von Sarr

Auch in Marseille erspielte sich der BVB nach der gelb-roten Karte für Payet eine Stunde lang unglaubliche Gelegenheiten und schaffte es dennoch nicht, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Błaszczykowski verpasste per Kopf, Mchitarjan schaffte es nicht, den völlig freistehenden Lewandowski zu finden, Reus knallte den Ball an den Pfosten und Lewandowski vollbrachte das Kunststück, den Ball aus kürzester Distanz am rechten Pfosten vorbeizuschieben.

"Wir hatten Chancen für drei Spiele, da wurde es ja langsam Zeit, dass dann mal einer reingeht", berichtete Sportdirektor Michael Zorc. "Wir haben ganz viel richtig gemacht", wusste auch Klopp, "um dann das Entscheidende falsch zu machen."

Tatsächlich ist es schon oft schiefgegangen, wenn eine Mannschaft ihre Chancen dermaßen fahrlässig verschleudert. Dieses Mal klappte es, weil ausgerechnet der Ball zum 2:1 ins Tor rollte, der die geringste Erfolgsaussicht hatte (87.). "Der ist mir abgerutscht, und dann rutscht er rein", berichtete Großkreutz, und sein Trainer ergänzte: "Wir haben durch ein erwürgtes Tor das Schicksal erzwungen."

Dieses Spiel hatte mehrere Helden. In erster Linie natürlich Großkreutz, der den entscheidenden Treffer setzte, drei Minuten vor Schluss. Aber auch Nuri Şahin, der trotz eines Außenbandanrisses auflief und eine starke Leistung bot. Oder Marian Sarr, der sein erstes Spiel für die Profimannschaft absolvierte, gleich in der Champions League, und überzeugte.

"Den Jungen zeichnet eine unheimliche Ruhe am Ball aus", lobte Zorc. Klopp adelte den 18-jährigen Innenverteidiger mit den Worten: "Ich kann mich nicht erinnern, dass er einen entscheidenden Zweikampf verloren hat."

Der Teenager darf also wiederkommen und wird dann in einer Mannschaft verteidigen, die glänzende Perspektiven besitzt, wenn all die Verletzten mal wieder zurückgekehrt sein werden. Borussia Dortmund hat die erste Phase der Champions League in einer "brutalen Gruppe" (Zorc) nicht nur erfolgreich, sondern sogar als Gruppensieger bestanden. Ein Umstand, der dem börsennotierten Klub mehr als fünf Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen beschert.

Diese Nachricht bewegte Jürgen Klopp allenfalls am Rande: "Damit habe ich mich ehrlich gesagt überhaupt nicht beschäftigt", verkündete der Trainer am Ende eines aufregenden Abends: "Ich bin einfach nur überglücklich, dass wir in der Champions League noch mitspielen dürfen."

© Süddeutsche.de/ebc
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