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BVB in der Champions League:Aubameyang schießt beim Elfmeter den Torwart an

Mit portugiesischen Kontrahenten kennen sich die Fußballer von Borussia Dortmund fast so gut aus wie mit Gegnern aus der Bundesliga. Zum dritten Mal binnen zwölf Monaten sind sie am Dienstag in Portugal angetreten. Vor einem Jahr hatten sie in der Europa-League-Zwischenrunde mit zwei Siegen den FC Porto eliminiert, im Herbst gewannen sie in der Champions-League-Gruppe zwei Mal gegen Sporting Lissabon.

Doch trotz dieser iberischen Feldstudien - und deutlich besserer Torchancen - haben die Dortmunder am Dienstagabend nicht nur den fünften Sieg in dieser Reihe versäumten, sondern das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League sogar mit 0:1 (0:0) bei Benfica Lissabon verloren. Die Dortmunder hatten ein halbes Dutzend bester Chancen vergeben, und dann verschoss Pierre-Emerick Aubameyang auch noch einen Handelfmeter. Der Abend changierte zwischen Drama und Komödie. Das Rückspiel am 8. März in Dortmund wird nun freilich umso aufregender.

Im dritten Pflichtspiel nacheinander stand Mario Götze nicht im Kader, er war mit muskulären Problemen daheim geblieben. Doch selbst ohne Götze hatte Tuchel eine respektable Auswahl. Er mischt seine Startformationen gern durcheinander und hat jüngst bloß bei den Heimspielen gegen Leipzig (Liga) und Hertha BSC Berlin (Pokal) zwei Mal nacheinander eine identische Elf beginnen lassen. Bei der Niederlage zuletzt in Darmstadt hat er wieder durchgewechselt. Just die Formation, die gegen Leipzig und Berlin erfolgreich war, bot Tuchel nun im Estádio da Luz auf: ein 3-5-2 mit Dreierabwehr und Zweierangriff.

Tuchel muss die Niederlage zähneknirschend akzeptieren

Drei Tage nach der Niederlage in Darmstadt und vier Tage vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg mit gesperrter Südtribüne hatte Tuchel die Reise in den Süden eigentlich unter das Motto "Raus aus dem Selbstmitleid!" gestellt. Seine Spieler zeigten auch wirklich eine andere Körpersprache. Diese Aufbruchstimmung manifestierte sich zunächst in aggressivem Pressing. Die Dortmunder wollten den Gastgebern den Ball vorenthalten, das sind die Lissabonner aus ihrer Liga nämlich kaum gewohnt. Während einige hundert von 4000 BVB-Fans noch nicht im Stadion waren, weil an den Eingängen Ticket-Scanner nicht richtig funktionierten und überdies zugreifende Polizisten aufmarschiert waren, vergab Aubameyang nach einem Diagonalpass von Dembélé die erste Riesenchance zum 1:0 - er schoss übers Tor.

Von der schwarz-gelben Champions-League-Kür mit 21 Treffern in sechs Gruppenspielen war in der Liga zuletzt schon nicht mehr viel zu sehen gewesen. Die Gelegenheit, die Dembélé nun in der 23. Minute nicht nutzte, gehörte ins Krankheitsbild, statt ins Tor traf er einen Gegenspieler. Weil die Portugiesen spürten, dass ihr Offensivdrang mit erheblichen Risiken einherging, postierten sie sich zunehmend am eigenen Strafraum. Trotzdem rutschte Aubameyang in der 38. Minute nur um Zentimeter an einer Hereingabe von Raphael Guerreiro und am Führungstreffer vorbei. Ein Foul vom Benfica-Torwart Ederson an Dembélé, streng genommen auf der Strafraumlinie, wurde vom Schiedsrichter Nicola Rizzoli überraschend nicht als Ordnungswidrigkeit gewertet.

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Mitroglou trifft für Benfica

Folglich kehrten die Dortmunder mit einem flauen Gefühl zur zweiten Halbzeit aufs Feld zurück. Und dieses Gefühl wurde umgehend noch viel unangenehmer. Drei Minuten waren nämlich erst gespielt, als Pizzi per Ecke einen Ball in den Strafraum brachte, der vom Kopf Luisãos zu Kostas Mitroglou flog. Der einst in Mönchengladbach und Duisburg lernende Grieche erzielte das vom Spielverlauf her fast absurd anmutende 1:0 für Benfica. Und es wurde noch absurder, weil die Dortmunder anschließend nicht nur weiterhin beste Chancen vergaben, sondern weil Aubameyang in der 58. Minute eben noch einen Handelfmeter verschoss. Er kickte Ederson bloß halbherzig in die Arme und wurde vier Minuten später durch André Schürrle ersetzt.

Mit immer weniger Raum und immer weniger Zeit probierten die Dortmunder noch, den Ausgleich zu erzwingen. Einen Fernschuss von Christian Pulisic parierte Ederson (84.). "Das gibt's doch gar nicht!", klagte Tuchel am Rande, musste die Niederlage aber schließlich zähneknirschend akzeptieren.


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