BVB in der Bundesliga:Drobny tritt Reus auf den Oberschenkel und sieht Rot

Ja, der BVB hat sein erstes Bundesligaspiel im neuen Jahr gewonnen, und ja, Tuchel musste auf eine stattliche Zahl an Spielern verzichten. Aubameyang ist noch in Gabun, Roman Bürki, Sebastian Rode, Emre Mor, Nuri Sahin und Sven Bender fehlten verletzt. Aber wenn man ehrlich ist, gelang es dem BVB nur eine Viertelstunde, das Spiel zu beherrschen. Da war Schürrles Treffer. Und da war die Szene in der 11. Minute, in der derselbe Schürrle recht zufällig im Strafraum an den Ball kam; seinen Schuss wehrte Drobny aber ab.

Einige Minuten wussten Bremens Spieler nicht so richtig, was sie mit dem Spiel anfangen sollten. Mal spielten sie überhastet zum Gegner, mal versammelten sie sich nur um den eigenen Strafraum. Doch nach 18 Minuten kam es für Werder erstmals zu einer Begebenheit, die den Namen Chance verdiente. Max Kruse leitete nach einem Konter auf Bartels weiter, und der setzte einen zwar unwirklich harten, aber nicht unwirklich platzieren Schuss ab. Roman Weidenfeller parierte. Und eine gute Viertelstunde später rettete er mit dem Fuß gegen Delaney, der aus der Drehung geschossen hatte.

Piszczek rettet Tuchel den Champagner

Nach Siegen gönne er sich "Schweinereien aller Art", hat Tuchel jüngst gesagt und angefügt, dass Champagner dazu gehöre, genau wie Nüsse und Schokolade. Es war auch das Verdienst von Marco Reus und Jaroslav Drobny, dass Tuchel an diesem Wochenende keinen Verzicht üben muss. Die 38. Minute, Gonzalo Castro hatte Reus freigespielt, der überlupfte Drobny weit vor Werders Tor - da trat der Keeper ihm derart rustikal gegen den Oberschenkel, dass er sich vor keinem Tim Wiese verstecken muss. Drobny sah die rote Karte, Felix Wiedwald kam. Reus' Oberschenkel, das nur nebenbei, zierte der Abdruck eines Fußballschuhs.

Doch auch in Überzahl mühte Dortmund sich. Traf Clemens Fritz kurz vor der Pause nur die Latte (45.+2), so durfte Werder nach 59 Minuten jubeln. Diesmal wirkte Fritz als Vorbereiter, passte auf Fin Bartels, der Matthias Ginter tunnelte, an allen Gegnern vorbei lief - und den Ball unorthodox zum 1:1 ins Tor grätschte. Dortmund wankte, Tuchel brachte Raphael Guerreiro, und nur eine Minute nach seiner Einwechselung bereitete der Portugiese das 2:1 vor. Er hatte in den Strafraum flanken wollen, der Ball wurde abgefälscht und flog auf Lukas Piszczek. Der Rechtsverteidiger stand frei vor Wiedwald und entschied sich dafür, den Ball über den Torwart zu lupfen - das 2:1. Das Ergebnis hatte Bestand - und dem BVB bleiben 17 weitere Spiele für seine Aufholjagd.

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