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Borussia Dortmund:Ein Spiel, das auf eine intakte Mannschaft schließen lässt

BVB: Trainer Lucien Favre umarmt Angreifer Jadon Sancho

Lucien Favre herzt seinen Torschützen Jadon Sancho nach dem Sieg gegen Hertha BSC Berlin.

(Foto: AFP)
  • Laut BVB-Manager Michael Zorc hat sich die Trainerdebatte nach dem 2:1-Sieg gegen die Hertha erledigt.
  • Tatsächlich zeigte die Mannschaft ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das auf eine intakte Mannschaft schließen lässt.

Wenn es am Samstag einen Mann gab, der all die Düsternis Berlins weglachte und nach dem 2:1-Sieg bei Hertha BSC gelöst wirkte wie seit Monaten nicht, dann war dies Lucien Favre. Die Umgebung dürfte geholfen haben, der Schweizer Trainer von Borussia Dortmund war ja einst als Coach von Hertha im Olympiastadion zu Hause und blickte daher in eine Reihe vertrauter, ihm wohlgesonnener Gesichter.

Vor allem aber freute sich Favre darüber, dass sein Team, wie Mittelfeldspieler Axel Witsel sagte, "Charakter gezeigt" und den zur Halbzeit herausgeschossenen Vorsprung in Unterzahl verteidigt hatte. Kurz vor der Pause war Innenverteidiger Mats Hummels nach zwei gelben Karten vom Platz gestellt worden. "Wir haben gelitten", sagte Favre, "wir haben intelligent gekämpft und intelligent verteidigt." Vor allem aber hatte sein Team ein Zusammengehörigkeitsgefühl gezeigt, das auf eine intakte Mannschaft schließen ließ.

"Wir merken ja auch, wie sehr die Fans darauf warten, dass wieder Ruhe einkehrt"

In vielen Medien war die Visite in Berlin als Job-Endspiel für Favre annonciert worden. Nach den Toren von Sorgenkind Jadon Sancho (15.) und Thorgan Hazard (17.) war aber klar, dass beim BVB nach drei Pflichtspielen ohne Sieg zumindest kein unmittelbarer Handlungsbedarf entstehen würde. Wie groß das Wohlgefallen darüber ist? Gute Frage.

Angreifer Julian Brandt zeigte sich zwar angetan davon, dass die Mannschaft Druck aus dem Kessel genommen hat. Als er gefragt wurde, ob der Sieg für seinen Vorgesetzten wichtig gewesen sei, zog er es aber vor, den Bogen zum großen Ganzen zu schlagen. "Was heißt für den Trainer?", fragte Brandt zurück: "Es geht um die allgemeine Lage in Dortmund, um den ganzen Verein. Wir merken ja auch, wie sehr die Fans darauf warten, dass wieder Ruhe einkehrt." Ob die von Dauer ist? Noch so eine gute Frage. Manager Michael Zorc schmunzelte jedenfalls nicht von ungefähr, als er zu den Trainerdebatten anmerkte: "Das ist jetzt weg."

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