bedeckt München
vgwortpixel

BVB:Götze hat tapfer durchgehalten

Es ist erst ein halbes Jahr her, dass wirklich jeder in der Branche eine Meinung zu Mario Götze hatte. Kevin Großkreutz zum Beispiel fand, er solle ins Ausland wechseln; dazu sei er aber zu sensibel, widersprach Stefan Effenberg. Fredi Bobic schlug vor, er möge zu einem kleineren Klub gehen, wo er mehr Spielanteile bekomme; man könne in Dortmund aber auch einfach eine neue Position für ihn finden, relativierte Olaf Thon. Nach Bremen oder Frankfurt zu wechseln, riet ihm konkret Didi Hamann. Gelassener reagierte damals Joachim Löw auf den Umstand, dass Götze bei Borussia Dortmund ungefähr so viele Spielanteile bekam wie der Platzwart - nämlich keine. Der Bundestrainer sagte: "Der Mario soll sich in Dortmund mal wieder richtig zeigen, dann wird er auch wieder ein Thema für uns."

Es hat ein bisschen gedauert, bis sich Götze einen der vielen Ratschläge zu Herzen nehmen konnte. Er ist nicht ins Ausland gewechselt, auch nicht zu Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt - nein, er zeigt sich in Dortmund mal wieder richtig. War seine Primärmotivation dabei auch eher nicht die Nationalmannschaft, so wird der 26 Jahre alte Fußballer in dieser Verfassung vielleicht trotzdem wieder ein Thema für Löw.

Champions League Auch Alcácer, Weigl und Piszczek fehlen dem BVB
Champions League

Auch Alcácer, Weigl und Piszczek fehlen dem BVB

Borussia Dortmund reist arg ersatzgeschwächt nach Tottenham, Felix Neureuther startet bei der Ski-WM nur im Slalom. Der HSV siegt in der zweiten Liga gegen Dynamo Dresden.   Meldungen im Überblick

Götze hat tapfer durchgehalten beim BVB, er hat wieder deutlich mehr Spielanteile als der Platzwart und war in den vergangenen Partien einer der wichtigsten Akteure bei der Borussia. Wieso die Elf gegen Hoffenheim dann trotzdem binnen 13 Minuten eine 3:0-Führung verspielt hat? Nun, als Götze ausgewechselt wurde, führte der BVB noch 3:1.

Götze hat gelitten damals

Götze war in seiner Karriere viermal Pokalsieger, fünfmal deutscher Meister und einmal Weltmeister. Er war 22 Jahre alt, als er 2014 in Rio de Janeiro im Finale das siegbringende Tor für Deutschland schoss. Von so hoch droben kann es fast nur abwärts gehen, aber vor allem über die Ausmaße seines sportlichen Absturzes wurden im vergangenen Herbst mehr debattiert als über andere, vielleicht wichtigere Themen des deutschen Fußballs.

In den ersten drei Saisonspielen saß Götze - teils aus taktischen, teils aus körperlichen Gründen - durchgängig auf der Ersatzbank, in den folgenden drei Saisonspielen stand er nicht mal im Kader. Dortmund gewann 4:1 gegen Leipzig, 3:1 gegen Frankfurt und 7:0 gegen Nürnberg - doch die meisten Berichte drehten sich um einen Fußballer, der keine einzige Minute mitgespielt hat. Fußball-Deutschland sorgte sich ernsthaft um seinen WM-Siegtorschützen.

Götze hat durchaus gelitten unter jener Situation damals, aber als in dieser Phase alle ihre Meinung hinausposaunten, hat er sich bewusst zurückgenommen. Er hat sich seinen Teil gedacht. Erst im Dezember, als er wieder auf dem Weg zu einem elementaren Bestandteil der Mannschaft war, hat er mal erzählt, wie schwierig es war, sich daran zu gewöhnen, dass seine Probleme öffentlich ausdiskutiert werden. Er könne mittlerweile entspannter damit umgehen, sagte er. Aber jetzt läuft es ja auch wieder besser für ihn.