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Dortmund gewinnt den DFB-Pokal:Nummer fünf

Borussia Dortmund schlägt den FC Bayern zum fünften Mal in Serie und holt nach der deutschen Meisterschaft auch den DFB-Pokal. Selbst die Münchner Spieler erkennen an, dass der BVB derzeit vorne liegt. Mancher Dortmunder dagegen scheint erst in der Stunde des Triumphs zu begreifen, was da gerade heranwachsen könnte.

Carsten Eberts, Berlin

Patrick Owomoyela hatte keine Chance. Mit kräftigen Armschwüngen stapfte er seine Krücken in den Rasen des Olympiastadions, legte schnell einige Meter zurück, musste schließlich trotzdem kapitulieren. Seine Mitspieler thronten bereits viele Meter über ihm - unerreichbar für einen verletzten Krückenmann wie Owomoyela.

Finale DFB-Pokal: Borussia Dortmund - FC Bayern Muenchen

Da wächst etwas heran: Die Spieler von Borussia Dortmund feiern den Sieg im DFB-Pokal.

(Foto: dapd)

Die Dortmunder Pokalsieger hatten längst das Marathontor geentert, jene gigantische Treppe, die sich im Osten des Berliner Olympiastadions erhebt. Dort hüpften die Spieler auf und ab, gröhlten mit den Fans, noch weiter oben, auf den obersten Stufen, legte Robert Lewandowski derweil eine gigantische BVB-Fahne aus. Der polnische Stümer hatte zuvor drei Tore geschossen, in einem denkwürdigen Pokalfinale von Berlin, das 5:2 endete. Für Borussia Dortmund. Gegen den FC Bayern.

Nach dem Intermezzo auf der Treppe folgten die üblichen Feierlichkeiten. Bundespräsident Joachim Gauck überreichte erstmals den großen, goldenen Pokal, BVB-Kapitän Sebastian Kehl reckte ihn in die Luft, Konfetti sprühte, wohin man sah. Und Jürgen Klopp, Dortmunds stets so blendend gelaunter Trainer, wurde gar staatstragend. "Ich bin sprachlos. Das ist heute Abend nicht zu begreifen, was hier passiert ist", sagte Klopp, "weil das die außergewöhnlichste Leistung ist, die ich jemals von einer Mannschaft im Fußball gesehen habe."

Nicht minder pathetisch wurde ein Fan mitten in der Nacht am Berliner U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße. "Fünf Mal, fünf Mal haben wir sie jetzt geschlagen", platzte es aus ihm heraus, der Mann spreizte deutlich alle Finger von seiner linken Hand ab: "Früher hätten wir über ein Unentschieden jahrelang geredet. Und jetzt das!" Dann schüttelte er den Kopf.

Das 5:2 der Dortmunder am Freitagabend hatte die neuen Kräfteverhältnisse in der Bundesliga noch einmal herausgearbeitet - und das nicht nur, weil es ein Pokalfinale war. Tatsächlich zum fünften Mal haben die Dortmunder den langjährigen Ligaplatzhirschen nun in Serie besiegt, zunächst viermal in der Liga, nun auch in einem echten Endspiel. Und den Münchnern dabei nicht weniger als drei Titel weggeschnappt.

"Was wir heute wieder geleistet haben, ist fast nicht von diesem Stern. Wir sind hier in Berlin, und es ist eine schwarz-gelbe Hölle", jubilierte Torhüter Roman Weidenfeller, der nach einem Zusammenprall mit Mario Gomez in der ersten Halbzeit ausgewechselt und zum Röntgen ins Krankenhaus geschickt worden war, jedoch rechtzeitig zu den Feierlichkeiten ins Olympiastadion zurückkehrte. Auch Mats Hummels schwelgte: "Das ist ein Tag, der vermutlich bei jedem von uns als einer der erfolgreichsten in die Karriere eingeht."

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