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BVB gegen Darmstadt:Hummels beschwert sich über Mitspieler

Borussia Dortmund - Darmstadt 98

Erzürnt nach dem Ausgleichstreffer: Mats Hummels (2. von links) mit seinen Abwehrkollegen.

(Foto: dpa)
  • Der Darmstädter Ausgleich in der 90. Minute trifft den BVB schwer, denn lange sah es nach einem Dortmunder Sieg aus.
  • Trainer Tuchel ringt um die Deutungshoheit. Mit Kapitän Hummels gibt es Redebedarf.
  • Hier geht es zur Tabelle der Fußball-Bundesliga.

Für Thomas Tuchel geht es in diesen Tagen auch darum, die Deutungshoheit über das Geschehen zu behalten. Elf Siege aus elf Pflichtspielen in drei Wettbewerben hat er mit Borussia Dortmund zum Saisonauftakt erreicht, vom Traumstart sprachen manche. Doch nun gerät das Dortmunder Spiel mit zwei Remis in Serie erstmals ins Stocken. Dass die tolle Serie unter der Woche beim 1:1 in Hoffenheim riss, nahm Tuchel gelassen zur Kenntnis. Man dürfe ja nicht den Fehler machen und das Unentschieden als gefühlte Niederlage deuten, betonte der 41-Jährige.

Diese Einschätzung musste Dortmunds ehrgeiziger Mann an der Linie nach dem 2:2 gegen den tapferen Aufsteiger aus Darmstadt allerdings revidieren. "Wir hätten die drei Punkte gebraucht, um diesen Start und diesen Zyklus zu veredeln", sagte der Schwabe. Dieses Unentschieden fühlte sich nun tatsächlich an wie eine Niederlage.

Auch Tuchels Blick sprach Bände. "Wir müssen das jetzt verarbeiten. Wir sind alle sehr enttäuscht. Auch ich", so der Dortmunder Trainer. Das Remis hatte nicht nur deshalb Spuren hinterlassen, weil es nicht gelang, den selbst ernannten krassesten Außenseiter der Bundesliga-Geschichte vor mehr als 80.000 Besuchern im heimischen Stadion zu distanzieren, sondern auch, weil der Spielverlauf auf das Gemüt schlug.

Hellers herrliche Direktabnahme

Die Borussia hatte die frühe gegnerische Führung durch Marcel Hellers herrliche Direktabnahme mit großem Aufwand in eine 2:1-Führung verwandelt, als sie der späte Ausgleich durch den unermüdlichen Darmstädter Kapitän Aytac Sulu in der 90. Minute wie ein Keulenhieb traf. Es war ein spürbarer Rückschlag für das so furios in die Saison gestartete Team. Tuchel wird jede Menge Überzeugungsarbeit leisten müssen, um sich und seine Spieler aufzurichten. Es koste "mental viel Kraft, nicht zu verzweifeln, positiv zu bleiben und immer wieder anzulaufen", betonte der Trainer.

Wenn solch ein Aufwand dann nicht belohnt wird, hinterlässt das Spuren. Erneut trat Tuchel als Mahner auf. Es sei ein Trugschluss, "wenn ein Gegentor in der letzten Minute die Leistung der 89 Minuten zuvor ins Gegenteil verkehrt". Doch wie soll das vermieden werden, wenn der Trainer selbst von einer gefühlten Niederlage spricht?