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Bundestrainer Joachim Löw:"Doping hat im Sport nichts verloren"

Bundestrainer Joachim Löw

"Ich lehne Doping ab": Bundestrainer Joachim Löw

(Foto: Daniel Naupold/dpa)
  • Dem deutschen Fußball droht der größte Dopingfall der Geschichte - betroffen sind ehemalige Vereine von Joachim Löw.
  • Der Bundestrainer äußert sich erstmals dazu und distanziert sich von den Vorwürfen.
  • Auch der frühere Stuttgarter Mannschaftsarzt schließt ein Vergehen aus.

Dem deutschen Sport droht ein großer Doping-Skandal - und erstmals steht der Profi-Fußball im Fadenkreuz. Nun hat sich auch Bundestrainer Joachim Löw geäußert und sich von den Vorwürfen, die seine eigenen Vereine betreffen, distanziert. "Doping hat im Sport nichts verloren, ich lehne es absolut ab, das galt für mich als Spieler genauso wie es heute als Bundestrainer immer noch gilt", ließ der 55-Jährige über die Pressestelle des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mitteilen.

Am Montag waren erste Erkenntnisse der Ermittlungen der Evaluierungskommission, die sich mit der Doping-Vergangenheit an der Freiburger Universität beschäftigt, an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach sei in den "späten 1970er und frühen 1980er Jahren" beim Bundesligisten VfB Stuttgart "im größeren Umfang" und "wenn auch nur punktuell nachweisbar" auch beim damaligen Zweitligisten SC Freiburg Anabolikadoping vorgenommen worden. Löw war damals bei beiden Klubs als Spieler aktiv: 1978 bis 1980 sowie 1982 bis 1984 in Freiburg, 1980/81 in Stuttgart.

Auch der frühere Mannschaftsarzt des VfB, Winfried Laschner, hat Vergehen während seiner Amtszeit bei dem Bundesligisten ausgeschlossen. Er wisse nicht, was der frühere Freiburger Sportmediziner Armin Klümper, bei dem sich damals auch VfB-Profis behandeln ließen, "bei jedem einzelnen Patienten in seinen Spritzen hatte. Ich kann aber ausschließen, dass Mittel zur Leistungssteigerung eingesetzt wurden", sagte Laschner den Stuttgarter Nachrichten (Mittwoch-Ausgabe).

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Der Mediziner war von 1976 bis 1984 Team-Arzt der Stuttgarter. Klümper habe eine "besondere, intensivere und umfangreichere Sportmedizin betrieben als andere Ärzte", sagte Laschner weiter. "Dass Anabolika-Mittel wie Megagrisevit von Klümper zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wurden, kann ich nicht ausschließen, ich habe davon aber nichts gewusst." Der VfB Stuttgart und der SC Freiburg haben sich klar von Doping-Praktiken distanziert.