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Bundesliga-Zuschauer:Berliner Debatte

Der 1. FC Union darf 4500 Zuschauer zur Partie gegen den SC Freiburg ins Stadion lassen, trotz dramatisch gestiegener Infektionszahlen in Berlin. Während der Bezirk seinen Segen gab, rief die Gesundheitssenatorin zum Daheimbleiben auf.

Trotz eines drastischen Anstiegs der Infektionszahlen in Berlin darf der 1. FC Union sein Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag vor rund 4500 Zuschauern austragen. Ein entsprechendes Hygienekonzept genehmigte das zuständige Gesundheitsamt in Treptow-Köpenick, während deutschlandweit der Zugang für Fans immer stärker zurückgefahren wird. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rief dazu auf, besser nicht zu kommen. "Ich verstehe die Leidenschaft zum Fußball", sagte Kalayci: "Aber ich bleibe dabei: Meiden Sie soziale Kontakte. Wenn es geht, bleiben Sie zuhaus'", sagte sie an die Adresse der Bürger gerichtet.

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass das "vorliegende überarbeitete Hygienekonzept vom 1. FC Union" den "Maßgaben der aktuellen Infektionsschutzverordnung" entspreche. Weiter hieß es in dem Schreiben: "Bisher gibt es keinen Nachweis für ein Ausbruchsgeschehen im Zusammenhang mit einer geregelten Veranstaltung mit eingegrenzter Personenzahl (...) und unter Einhaltung der bekannten Hygienerichtlinien." Zu diesen Richtlinien gehört, dass Fangesänge und Sprechchöre auf den Tribünen untersagt sind. Dies werde bei Vergehen nun auch im Stadion durchgesagt werden, erklärte Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit. Die Union-Fans hatten bei einem Testspiel gegen Hannover 96 zuletzt dagegen verstoßen, der Verein hatte sie nicht davon abgehalten. Eine Strafe gab es dafür jedoch nicht. Außerdem werde die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Stadion noch einmal verschärft, sagte Arbeit.

Im Gegensatz dazu muss Mainz 05 sein Zuschauerkontingent wegen gestiegener Corona-Zahlen herabsetzen. Statt wie zuletzt 250 dürfen gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag nur noch 100 Zuschauer ins Stadion. Bei RB Leipzig wurde das Kontingent gegen Hertha BSC von 8500 auf 999 gesenkt. Die bereits verkauften Tickets werden storniert, die neuen Karten unter den bisherigen Käufern verlost. Union kann trotz eines Sieben-Tage-Inzidenzwerts von mehr als 100 in Berlin auf ein zu etwa 20 Prozent gefülltes Stadion hoffen, wenn der Senat die Entscheidung nicht doch noch kippt.

© SZ vom 23.10.2020 / dpa
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