Werder Bremen 96. Minute, Freistoß Pizarro - Tor!

Claudio Pizarro vorneweg - und alle anderen hinterher: Werder Bremen feiert den Ausgleich in Berlin.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Werder Bremen schafft durch einen sehr späten Freistoßtreffer von Claudio Pizarro den Ausgleich zum 1:1 bei Hertha BSC,
  • Schalke kommt gegen Freiburg nur zu einem 0:0 und verliert Suat Serdar mit einer roten Karte.
  • Wolfsburg besiegt Mainz, Hannover verliert in Hoffenheim.
  • Hier geht es zur Tabelle der Fußball-Bundesliga.
Die Spiele im Überblick

Hertha BSC - Werder Bremen 1:1 (1:0)

Claudio Pizarro hat Bundesliga-Geschichte geschrieben: Der 40-Jährige sicherte Werder Bremen das 1:1 (0:1) bei Hertha BSC und avancierte mit seinem Freistoß-Treffer (90.+6) zum ältesten Bundesliga-Torschützen mit 40 Jahren und 136 Tagen der Bundesliga-Historie. Davie Selke (25.) traf für die Berliner zum 1:0.

"Ich bin sehr zufrieden. Dieser Punkt hilft uns, und ich bin sehr stolz, dass ich das Tor gemacht habe", sagte Pizarro, der sein 195. Bundesliga-Tor erzielte, am Sky-Mikrofon. Der Freistoß wurde sogar noch zweimal abgefälscht.

Hertha verpasste den erhofften Sieg auf eigenem Platz und musste nach dem 3:0-Coup in der Vorwoche bei Borussia Mönchengladbach einen Dämpfer hinnehmen. Mit 32 Punkten blieben die Hauptstädter auf Rang acht und verpassten die Chance, im Kampf um die internationalen Plätze wichtigen Boden gutzumachen. "Wir sind zu fährlässig mit unseren Chancen umgegangen. Ich hatte schon in der ersten Hälfte das Gefühl, weil wir das 2:0 nicht gemacht haben. Aber diesen Sieg muss man nach Hause bringen", sagte Hertha-Coach Pal Dardai.

Schalke - Freiburg 0:0

Vielleicht hatte es Christian Heidel schon geahnt. Jedenfalls hütete der Sportvorstand des FC Schalke 04 mit fast 40 Grad Fieber daheim das Bett. So blieb dem 55-Jährigen der erneut sehr dürftige Auftritt seiner Mannschaft beim 0:0 gegen den SC Freiburg am Samstag erspart. Einen mutmachenden Beitrag, der zur schnellen Genesung des Managers beisteuern könnte, lieferten die Schalker Profis jedenfalls nicht. Auch wenn ihnen zu Gute gehalten werden muss, dass sie von der 42. Minute an nach der roten Karte gegen Suat Serdar in Unterzahl spielten.

Am Ende gab es Pfiffe von den Rängen. "Mit Elf gegen Elf war es zu wenig. Wir waren 40 Minuten zu ängstlich, nicht couragiert. Das müssen wir ändern", sagte S04-Coach Domenico Tedesco. In Unterzahl sei es dann sogar besser gewesen. "Aber wir waren zu wenig torgefährlich. Deswegen ist das 0:0 leider okay."

In der verkorksten Bundesliga-Saison treten die Königsblauen weiter auf der Stelle. Am Mittwoch (21.00 Uhr) im Champions-League-Duell mit Englands Meister Manchester City muss sich der Revierclub erheblich steigern, um nicht schon im Hinspiel gegen das Team von Trainer Pep Guardiola alle Viertelfinal-Chancen zu verspielen.

Doch Freiburg konnte die Schwäche des Gegner nicht wirklich nutzen. Zwar erarbeiteten sich die Breisgauer, die in der ersten Hälfte nicht einmal gefährlich vor das Schalke-Tor kamen, nach dem Wechsel einige gute Möglichkeiten. Aber dann war stets Schlussmann Ralf Fährmann zur Stelle, der Versuche von Jerome Gondorf (47.), Vincenzo Grifo (62.) und Philipp Lienhart (71.) entschärfte und so zumindest die siebte Heimpleite der Saison verhinderte. "Wir hatten richtig gute Chancen, nutzen sie aber nicht. Dabei haben wir es mit Elf gegen Zehn ordentlich gemacht", monierte Christian Streich.

Hoffenheim - Hannover 3:0 (2:0)

Für Hannover 96 rückt der Abstieg immer näher. Die chancenlosen Niedersachsen unterlagen 0:3 (0:2) bei der TSG Hoffenheim und bleiben damit Vorletzter. Hannover, das noch nie bei der TSG gewonnen hat, wartet seit mittlerweile 23 Spielen auf einen Auswärtssieg. Hannovers Trainer Thomas Doll gestand: "Es war ein hochverdienter Sieg für Hoffenheim. 3:0 ist ja fast zu wenig."

Der Brasilianer Joelinton (4.), der Algerier Ishak Belfodil (14.) und Kerem Demirbay (80.) trafen für die Hoffenheimer, die nach fünf Heimspielen ohne Dreier wieder einen Sieg landeten. "Wir haben viele Chancen nicht genutzt", sagte Hoffenheims Trainwer Julian Nagelsmann: "Dennoch haben die Zuschauer ein sehr, sehr schönes Spiel gesehen."

Wolfsburg - Mainz 3:0 (1:0)

Der VfL Wolfsburg schnuppert weiter intensiv am Europacup. Das Team von Trainer Bruno Labbadia schlug den FSV Mainz 05 in einer phasenweise schwachen Partie mit 3:0 (1:0) und untermauerte seine Ansprüche auf eine Topplatzierung am Saisonende. Die Niedersachsen besetzen bis mindestens Sonntag den Europa-League-Rang fünf. "Wir freuen uns, dass die Tabelle so aussieht", erklärte Labbadia, "wir haben uns das auch verdient."

Wolfsburg jubelte vor 20.334 Zuschauern schon früh über die Führung. Nach schneller Kombination traf Maximilian Arnold mit präzisem Linksschuss (4.). Wout Weghorst erzielte per Handelfmeter das 2:0 (70.). Schiedsrichter Benjamin Cortus hatte zuvor einen Hinweis des Videoschiedsrichters auf ein Vergehen von Jean-Philippe Gbamin erhalten. Robin Knoche beseitigte mit dem 3:0 die letzten Zweifel am Wölfe-Erfolg (76.).

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