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Bundesliga:Wende im Streit zwischen Eurosport und Sky

Übertragung der Bundesliga mit Sky

Neben dem TV-Sender Sky gibt es inzwischen weitere Bewerber aus der Internetbranche um die attraktiven Sportrechte.

(Foto: dpa)

Die Sender kämpfen schon seit Wochen um die Übertragung von 45 Bundesliga-Spielen. Nun hat Eurosport eine Lösung gefunden - die Sky nicht gefallen dürfte.

Es gibt eine Überraschung im Streit um die Übertragung der kommenden Fußballbundesligasaison - allerdings keine, die dem Pay-TV-Anbieter Sky besonders gut gefallen dürfte: Nach SZ-Informationen werden die 45 Spiele, an denen Sky nicht die Rechte hält und um deren Liveübertragung wochenlang gekämpft wurde, von der kommenden Saison an außer im Eurosport Player auch über die Satellitenplattform HD+ zu sehen sein. Voraussetzung ist neben dem TV-Empfang über HD+ ein zubuchbares Eurosport-Paket. Es ermöglicht den Zugriff auf den neuen Pay-TV-Sender Eurosport 2 HD Xtra und das Streamingportal Eurosport Player.

Die Kooperation mit HD+ beginnt mit dem Supercup am Samstag

Damit nimmt eine Auseinandersetzung eine unerwartete Wendung, in der nur wenige Tage vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison kein Ende in Sicht war. Ausgangspunkt war die Neuvergabe der Bundesligarechte im Jahr 2016, bei der die Pay-TV-Plattform Sky einen Teil der Spiele gemäß der neuen "No Single Buyer Rule" der Kartellbehörden abgeben musste. Der US-Konzern Discovery erwarb daraufhin die Rechte an 30 Freitagspartien, fünf am Sonntag, fünf am Montag sowie die Relegation zur ersten und zweiten Liga; der Discovery-Sender Eurosport 2, empfangbar über Sky, sollte die Spiele zeigen.

Denn Sky ist ja nicht nur ein Pay-TV-Sender, sondern auch eine Plattform, die über ihre technische Infrastruktur andere Bezahlkanäle in die Haushalte bringt, zum Beispiel auch Eurosport 2, so dass Bundesliga-Fans hoffen konnten, mit nur einer technischen Ausrüstung weiter alle Spiele sehen zu können. Doch die beiden Konzerne wurden sich nicht einig, wie viel Sky dafür zahlen sollte; der Streit eskalierte, als Discovery per einstweiliger Verfügung Werbeaussagen verbieten ließ, wonach bei Sky unverändert "alle Spiele, alle Tore" zu sehen seien.

Noch am Mittwoch sagte Discovery-Chefin Susanne Aigner-Drews der dpa: "Stand heute werden wir die von uns erworbenen Bundesligaspiele exklusiv im Eurosport Player zeigen", also nur im Internet, was angesichts der teuren Rechte nicht im Sinne des Discovery-Konzerns sein konnte. Sky-Chef Carsten Schmidt sagte, man habe "ein faires und wirtschaftlich sinnvolles Angebot" für die Einspeisung ins Sky-Programm vorgelegt. Beide Seiten sollen mit ihren finanziellen Vorstellungen weit auseinanderliegen. Die neue Kooperation von Discovery und HD+ beginnt mit dem parallel vom ZDF übertragenen Supercup zwischen Meister FC Bayern München und Pokalsieger Borussia Dortmund an diesem Samstag.

© SZ vom 04.08.2017/tbr

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