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Bundesliga-Vorschau:Dortmund kriegt den Tuchelkater

14.-17. Spieltag: In Dortmund vertieft sich der Tuchelkater, als der Coach und Chefpedant der Mannschaft verbietet, Sven Bender "Manni" zu nennen. "Ich lege Wert darauf, dass wir ihn alle Manfred nennen", erklärt Tuchel bei einem Sponsorentermin mit einem Yoga-Studio. Mats Hummels ist mittlerweile so genervt, dass er wieder mit dem Frustessen beginnt. Seine Frau Cathy kann ihn nicht stoppen - sie versucht es zu Hause mit Rohkost, doch Mats schleicht nachts an den Kühlschrank, um Sahne-Windbeutel zu schnabulieren.

Am Nikolaustag berichtet der katarische Sender Sportwetten TV aus nietenfester Quelle, dass die Sache mit Guardiola und City nun aber wirklich unter Dach und Fach sei (Jahreseinkommen: 44 Kamele). Der Katalane gibt sich bei einer Pressekonferenz einsilbig. Dafür staunt die Öffentlichkeit über eine schmucke Pfeilrasur auf seinem Kopf. Ein Tattoo mit den Buchstaben "Cat" (für "Catalunya") untermalt den neuen Look. Arturo V. ist derweil kaum zu bremsen: Er fliegt erneut vom Platz, diesmal wegen eines "Verkehrsdeliktes". Zur Halbzeit eines Champions-League-Spiels wollte er mit seinem Ferrari auf den Rasen fahren.

Bei der Hamburger FDP ärgert man sich, dass HSV-Trainer Bruno Labbadia nicht für die neue Wahlkampagne mit an Bord kommt. Sein Kommentar: "Wir Trainer sind doch nicht die Mülleimer von allen." Immerhin rettet sich seine Mannschaft mit einem 0:0 gegen Augsburg auf dem Relegationsplatz in die Winterpause. Ein tiefer Seufzer geht durch die Hansestadt. Matthias Sammer schickt den Betrieb mit dem Hinweis in die Ferien, dass "die Konstellation von ihrer Komplexität her eigene Begebenheiten" beinhalte. Cathy Fischer kredenzt ihrem Mats einen veganen Weihnachtsbraten - doch Hummels hat sich heimlich etwas Mett auf den Teller geschmuggelt.

18.-21. Spieltag: Nach der Winterpause verschaffen wir uns kurz einen Überblick: Die Bayern (Tabellenzweiter) scheinen ob der Hoffenheimer Überlegenheit (fünf Punkte Vorsprung) langsam nervös zu werden. Kuranyi (25 Saisontore) hat die Torjägerkanone fast sicher, doch dann das: Beim Duell in München scheint es Arturo V. ausschließlich auf Kuranyis Oberlippenbärtchen abgesehen zu haben. Nach einem Eckball erwischt er den Russlandversteher; Kuranyi läuft fortan wie ein Fünfligakicker über den Rasen, trifft keinen Ball mehr. "Mein Bärtchen, mein Bärtchen", murmelt er auf Russisch. Die Bayern siegen 4:1, müssen in den kommenden Wochen jedoch auf Douglas Costa verzichten, der bei einem Seitenliniensprint das Bremsen vergessen hat und mit 89 km/h in die Bande gekracht ist.

Der HSV muss nach dem 1:9 gegen Bayern zum Rückrundenstart allmählich auf die Tordifferenz achten, liegt aber noch immer auf dem Relegationsplatz. Ein tiefer Seufzer geht durch die Hansestadt. Dahinter verschafft sich der FC Ingolstadt im VW-Duell durch ein überraschendes 2:1 in letzter Sekunde in Wolfsburg (gemeinsames Eigentor von Schürrle und Dost) etwas Luft. Nach dem Spiel veranstalten Ingolstädter und Wolfsburger Spieler gemeinsam einen Autokorso durch die Wolfsburger Innenstadt, wo allerdings niemand am Straßenrand steht.

Sammer referiert über "Konstellationen, die einen zwingen, Begebenheiten als Tatsachen zu optimieren". Die Stimmung kippt allmählich, denn: TV Wüstensand vermeldet sicher verbrieft, dass Guardiola bereits nach dem 25. Spieltag nach Manchester wechselt.

22.-25. Spieltag: In Dortmund (Tabellendritter) macht sich gute Laune breit. Einfach den Klopp loswerden und es läuft wieder, sagt sich Klubboss Watzke: "Hätt' ich auch mal früher drauf kommen können." Weniger toll findet er mittlerweile, dass er sich mit Coach und Chefpedant Tuchel einen echten Erbsenzähler eingehandelt hat. Tuchel knöpft sich den Dortmunder Rasenwart vor, weil der es einfach nicht schafft, ein akzeptables Grün in die Arena zu zaubern. Eine Stichprobe Tuchels ergab, dass die Grashalme nicht etwa gleich lang, sondern in einer Länge zwischen 1,3 und 1,45 Zentimetern wildwuchsartig durch die Gegend schießen. Watzke heult sich bei Ex-Trainer Klopp aus, der ihm nur entgegnet, wie "ÜBERRAGEND, GEIL, UNFASSBAR" sein Leben als Trainerfrührentner sei.

Kurzer Blick nach Hannover: Dort hat sich Präsident Martin Kind mal wieder mit den Ultras verkracht. Nach seinem Versuch, die allheilige Stadionwurst zu verbieten, erklären die Fanverbände den Boybott des Heimspiels gegen die Bayern (0:4). Stadionsänger Osssy singt mit Dete Kuhlmann vor exakt null zahlenden Zuschauern das Lied "96, Alte Liebe". Trainer Frontzeck murmelt ganz alleine "Kind muss weg". Blöd, dass die Richtmikrofone der Fernsehsender das einzige Geräusch im Stadion aufzeichnen. Nun muss Frontzeck weg.

Beim FC Bayern haben sie genug von den Spirenzchen um Trainer Guardiola. Obwohl der Katalane seine Treue schwört und Manchester City mit der Arbeit von Coach Pellegrini sehr zufrieden ist, verkauft der Klub seinen Trainer für vier Tonnen Weißwürste nach dem 25. Spieltag nach England. Die Glaskugelseher von TV Wüstensand können ihr Glück kaum fassen, sie gewinnen den "Grimme-Preis" und stellen sofort die Produktion ein. In München macht das Gerücht die Runde, dass Jürgen Klopp neuer Trainer werden soll.

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