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Bundesliga:Karius rettet Union einen Punkt, Augsburg siegt in Mainz

1. FC Union Berlin v TSG Hoffenheim - Bundesliga

Kassierte am Sonntagmittag ein Tor: Union-Torwart Loris Karius.

(Foto: Andreas Gora - Pool/Getty Images)

Die Berliner lassen sich von der TSG Hoffenheim dominieren und können froh sein, dass es beim 1:1 bleibt. Mainz 05 erleidet beim 0:1 daheim einen Rückschlag im Abstiegskampf.

Das frühe Tor von Max Kruse bei seinem Comeback nach fast dreimonatiger Verletzungspause hat den Eisernen nicht zum Sieg gereicht. Die TSG 1899 Hoffenheim holte sich nach dem Europapokal-Frust der vergangenen Woche in der Fußball-Bundesliga ein 1:1 beim 1. FC Union. Den siebten Saisontreffer von Kruse (9. Minute) mit einem verwandelten Elfmeter glichen die Kraichgauer am Sonntag mit Hilfe der Berliner aus, Nico Schlotterbeck traf ins eigene Netz (29.). Nach dem 23. Spieltag steht Union in der Tabelle mit 34 Punkten auf Platz sieben. Hoffenheim ist mit 27 Punkten Elfter.

Nachdem Kruse am vergangenen Wochenende beim 1:0-Sieg der Eisernen in Freiburg zwar in den Kader, aber noch nicht auf den Rasen zurückgekehrt war, durfte er dieses Mal beginnen. "Er hat sehr gut trainiert. Er hat lange gearbeitet, um zurückzukommen", begründete Trainer Urs Fischer den Einsatz seines prominenten Profis 86 Tage nach dem erlittenen Muskelbündelriss im Derby gegen Hertha BSC. Und der Ex-Nationalspieler übernahm gleich Verantwortung, es war schon seine zwölfte Torbeteiligung in dieser Saison.

Union zeigte erneut die schon bekannte Starter-Qualität: TSG-Abwehrchef Florian Grillitsch holte unbeholfen den durchbrechenden Union-Kapitän Christopher Trimmel von den Beinen - Kruse wuchtete den fälligen Elfmeter in den rechten oberen Torwinkel. Nur einmal bei seinen 19 Schüssen vom Punkt war der 32-Jährige überhaupt gescheitert. Für Union war es schon der neunte Treffer in der ersten Viertelstunde in dieser Saison.

Doch nicht die Gastgeber, sondern die ohnehin nach dem Europa-League-Aus wütenden Gäste fühlten sich durch Kruses Treffer nochmals mehr angestachelt. Mit hohem Tempo liefen die Hoffenheimer, denen weiterhin eine ganze Reihe von Spielern fehlten, immer wieder auf das Berliner Tor zu. Innerhalb einer Minute hatte die TSG gleich drei große Ausgleichschancen: Erst klärte Union-Verteidiger Marvin Friedrich nach einem Heber von Ihlas Bebou noch von der Torlinie, dann entschärfte Torwart Loris Karius einen Weitschuss von Grillitsch, und Christoph Baumgartner zielte aus bester Position vorbei.

Nachdem Liverpool-Leihgabe Karius, der bei Union erneut für den noch angeschlagenen Stammkeeper Andreas Luthe im Tor stand, nochmals gegen Bebou klärte, fiel das 1:1 doch. Der in die Startelf zurückgekehrte Andrej Kramaric brachte in seinem 150. Bundesligaspiel den Ball scharf vor das Union-Tor, im Luftduell mit Bebou kam Karius noch heran. Doch von der Schulter von Schlotterbeck sprang die Kugel in den Kasten: Das erste Union-Eigentor in dieser Spielzeit.

Nach der Pause kamen die Gastgeber zwar zu ein paar mehr Offensivaktionen, Hoffenheim aber behielt über weite Strecken die Initiative. Größere Tormöglichkeiten erarbeiteten sich beide Teams lange nicht mehr, die Defensivreihen agierten diszipliniert und entschlossen. Bebou schoss am langen Eck vorbei (75.).

Kruse fehlten nach der langen Pause natürlich noch die nötige Spitzigkeit und Sicherheit, um das Berliner Spiel entscheidend zu beleben. Nach 74 Minuten war sein Auftritt vorbei. Zumindest aber hielt Unions positive Heimserie, denn Friedrich klärte nochmal auf der Torlinie (80.). Und beim Tor von Pavel Kaderabek hatte es zuvor eine Abseitsposition (82.) gegeben. Seit nunmehr schon elf Heimspielen sind die Berliner An der Alten Försterei ungeschlagen.

Zentner-Blackout bremst Mainzer Aufholjagd

Die furiose Aufholjagd des FSV Mainz 05 im "geilsten Abstiegskampf" ist durch einen Blackout von Torwart Robin Zentner ins Stocken geraten. Das nach einer katastrophalen Hinrunde bereits abgeschlagene Team von Trainer Bo Svensson verlor am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen den FC Augsburg mit 0:1 (0:1) und verpasste den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Auf Rang 17 beträgt der Rückstand auf Arminia Bielefeld und Hertha BSC (beide 18 Punkte) weiter einen Zähler.

Andre Hahn (25.), der spät noch den Pfosten traf (85.), verschaffte dem FCA durch sein Tor nach einem kapitalen Fehlpass von Zentner Luft, mit 26 Punkten bauten die Schwaben den Vorsprung auf Mainz auf neun Zähler aus. Nach zuvor sechs Niederlagen aus acht Spielen war es auch für Trainer Heiko Herrlich ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis - weil der Mainzer Karim Onisiwo ebenfalls am Pfosten scheiterte (87.).

Die 05er wurden nach zuvor drei Spielen ohne Niederlage hingegen ausgebremst. Nach der Hinrunde hatte Mainz nur sieben Zähler auf dem Konto, noch nie hat in der Bundesliga ein Team mit einer solch schlechten Ausbeute den Klassenerhalt geschafft. Mit dem Rücken zur Wand hatte Sportdirektor Martin Schmidt deshalb den "geilsten Abstiegskampf, den es je gab" ausgerufen - mit Leidenschaft und Laufstärke wollten sie diesen auch gegen Augsburg befeuern.

Mainz setzte die Gäste in einem kampfbetonten Spiel früh unter Druck und war tonangebend, Kapitän Danny Latza gab nach einer Viertelstunde den ersten gefährlichen Torschuss ab. Die Augsburger Führung fiel dann aus dem Nichts - und unter gütiger Mithilfe des zuletzt starken Zentner, der den Ball völlig unbedrängt FCA-Stürmer Florian Niederlechner in die Füße spielte. Hahn musste dessen Querpass nur noch einschieben.

Trainer Svensson hatte zuletzt dreimal in Folge der gleichen Startelf vertraut, gegen Augsburg musste er einmal tauschen. Für Dominik Kohr, der mit einem grippalen Infekt ausfiel, rückte Kevin Stöger ins Team. Der Österreicher hatte mit zwei späten Jokertoren sowohl den Sieg bei Borussia Mönchengladbach (2:1) als auch das Remis bei Bayer Leverkusen (2:2) klargemacht.

Am Sonntag strahlten Stöger und Co. selten Torgefahr aus. Auch nach der Gäste-Führung gab es wenige spielerische Glanzpunkte, Mainz blieb aber bissig. Einen Distanzschuss von Latza (39.) parierte Rafal Gikiewicz stark.

Nach dem Seitenwechsel konnte sich Augsburg öfter befreien und wurde mutiger - und prompt wurde es durch den Ex-Mainzer Niederlechner (50./51.) zweimal brenzlig. Den 05ern war der Wille weiter nicht abzusprechen, aber auch in der hitzigen Schlussphase fehlte es an der nötigen Durchschlagskraft gegen leidenschaftlich verteidigende Augsburger.

© SZ/dpa/sid
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