bedeckt München 26°

Bundesliga:Nach Alabas Treffer zum 3:0 schüttelt Co-Trainer Gerland freudig die Fäuste

Die Bayern hatten zu diesem Zeitpunkt schon 1:0 geführt. Auch deshalb, weil sie kühler und konsequenter vor dem Tor agierten als die Dortmunder. Exemplarisch dafür stand Robbens schmucker Schlenzer nahezu in den Winkel, nachdem James Rodríguez Thiago Alcántaras Flanke abgelegt hatte. Ein bisschen Glück kam beim 0:2 hinzu, als Lewandowski eine flache Hereingabe von Joshua Kimmich mit der Hacke aufs Tor brachte und dabei davon profitierte, dass Julian Weigl den Ball unhaltbar für seinen Torwart Roman Bürki ablenkte. Kimmich war erst am Samstagmorgen von München aus nachgereist, nachdem er wegen einer Magenverstimmung am Vortag nicht mit der Mannschaft nach Dortmund aufgebrochen war.

Zumindest das zweite Gegentor bestätigte jene Eindrücke, die sich im Saisonverlauf unter dem neuen Trainer Peter Bosz eingestellt und in den nun schon sechs sieglosen Spielen hintereinander in der Bundesliga und Champions League verfestigt haben. Eine große Anfälligkeit nach Ballverlusten war ja immer wieder zu besichtigen gewesen. Andererseits hatte Bosz gegen die Münchner zumindest überwiegend die Defensive stabilisiert, indem er Gonzalo Castro anwies, den Sechser Weigl verstärkt zu unterstützen.

Nennenswerten Ertrag aber konnten die Dortmunder erneut nicht erwirtschaften, was auch daran lag, dass die in der zweiten Halbzeit zunächst forcierte Offensive ihre Chancen gleich nach der Pause ungenutzt ließ. Auch Aubameyangs Phase ohne Torerfolg verlängerte sich damit auf nun schon fünf Pflichtspiele in Serie. Und mitansehen musste der Stürmer auch noch, wie Alabas Flanke Mitte der zweiten Halbzeit den Weg zum 0:3 ins Tor fand. Bayerns Co-Trainer Hermann Gerland schüttelte vor der Bank freudig die Fäuste und fiel Cheftrainer Heynckes in die Arme.

Es war jener Moment, in dem bei den Münchnern die Gewissheit Einzug hielt, auch das siebte Spiel unter dem zurückgekehrten Fußballlehrer für sich zu entscheiden und wohl auch schon einen großen Schritt in Richtung des sechsten Meistertitels in Serie geschafft zu haben. An diesem Gefühl ändert auch Bartras später Schlenzer zum 1:3 nichts mehr. "Wir haben gute Wochen gehabt", bilanzierte Ulreich. Und Heynckes befand, man habe gesehen, "dass sich die Mannschaft weiterentwickeln möchte". Für die Konkurrenz klang auch das nicht besonders verheißungsvoll.

© SZ vom 05.11.2017/chge
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB