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Bundesliga:Starke Schultern

Leverkusens Sportchef Völler

Eine Herzensangelegenheit – so nennt Rudi Völler die Aktion.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Großklubs und Champions-League-Teilnehmer aus München, Dortmund, Leipzig und Leverkusen verzichten auf Fernsehgelder. Um die finanzielle Not weniger wohlhabender Klubs zu mildern, stellen sie rund 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Großen gehen voran. In der Corona-Krise erweisen sich die Champions-League-Teilnehmer aus München, Dortmund, Leipzig und Leverkusen als Helfer in der Not. Um die finanziellen Folgen der Zwangspause abzumildern, stellt das Quartett rund 20 Millionen Euro für weniger wohlhabende Klubs zur Verfügung. "In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die stärkeren Schultern die schwächeren Schultern stützen", kommentierte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, die Aktion.

Die vier Klubs werden deshalb auf ihren Anteil an noch nicht verteilten nationalen Medienerlösen der Deutschen Fußball Liga (DFL) in der kommenden Saison verzichten. Dieser Betrag in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro wird um 7,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln aufgestockt. Wie das Geld verteilt wird, entscheidet das DFL-Präsidium. Dessen Sprecher Christian Seifert sagte: "Diese Aktion unterstreicht, dass Solidarität in der Bundesliga und zweiten Liga kein Lippenbekenntnis ist."

Die Diskussion über das anhaltende Konkurrenzdenken der Klubs sollte sich damit versachlichen. So war BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach einem ARD-Auftritt wegen der Aussage kritisiert worden, dass "nicht die Klubs, die ein bisschen Polster angesetzt haben in den vergangenen Jahren", diejenigen Klubs belohnen könnten, "die das wiederum nicht gemacht haben". Watzke relativierte: "Wir haben immer gesagt, dass wir uns solidarisch zeigen werden, wenn Klubs unverschuldet durch diese absolute Ausnahmesituation in eine Schieflage geraten, die sie alleine nicht mehr beherrschen können." Deshalb sei der BVB "natürlich bereit, im Profifußball zu helfen".

Rudi Völler bezeichnete die Aktion als Herzensangelegenheit. "Für mich als ein Kind der Bundesliga ist es unvorstellbar, dass unser Fußball jetzt in ernsthafte existenzielle Schwierigkeiten gerät", sagte Leverkusens Geschäftsführer: "Ich habe meine Spielerkarriere in der zweiten Liga begonnen, hatte auch dort eine tolle Zeit, ich kenne und schätze beide Ligen - sie sind ein kostbares Gut, das wir gemeinsam schützen müssen. Bei aller Rivalität zwischen den Vereinen ist es jetzt wichtig, dass wir uns gegenseitig helfen." Ähnlich äußerte sich Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff: "Die Bundesliga ist ein großartiger Wettbewerb und besteht aus einer Vielfalt von 36 Vereinen, die in der Krise an einem Strang ziehen müssen."

© SZ vom 27.03.2020 / dpa
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