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Bundesliga:Aufs 0:8 folgt ein 1:3

FC Schalke 04 - Werder Bremen

Für Schalke gab's am zweiten Spieltag die nächste Niederlage.

(Foto: dpa)

Schalke 04 verliert auch gegen Werder Bremen, Leipzig und Leverkusen trennen sich 1:1, Bielefeld feiert einen Stürmer von den Färöer-Inseln.

Von Christopher Gerards und Martin Schneider

Schalke 04 - Werder Bremen 1:3 (0:2), Tore: 0:1 Füllkrug (22.), 0:2 (37.) Füllkrug, 0:3 Füllkrug (60., Foulelfmeter), Uth (90.+3)

0:8 verloren die Schalker zur Eröffnung der Saison in München, und nun ging das Gelsenkirchener Kriseln weiter. Gegen Bremen gab es keine acht, aber immerhin drei Gegentore für das Team von David Wagner. Zunächst kam Niclas Füllkrug nach einer Ecke frei an den Ball und konnte ihn über die Linie drücken. Dann hatte er auch bei einem Kopfball viel Platz. Zwar kam Schalke stärker aus der Pause, hatte Chancen durch Vedad Ibisevic und Nassim Boujellab. Doch dann wurde Füllkrug im Strafraum gefoult und machte per Elfmeter selbst alles klar. Mark Uths Treffer in der Nachspielzeit hübschte nur noch das Ergebnis etwas auf.

Für Diskussionen sorgte derweil Schalkes Abwehrspieler Ozan Kabak. Nach einem Foul an Ludwig Augustinsson spuckte er in die Nähe seines am Boden liegenden Gegenspielers. Augustinsson sagte später bei "Sky", er habe dies nicht gesehen während des Spiels, dies sei aber kein Fairplay. Später sah Kabak Gelb für das Foul vor dem Elfmeter an Füllkrug, später noch einmal - und musste nach 84 Minuten vom Feld.

Felix Uduokhai trifft nach einer Freistoßflanke von der Seite.

(Foto: CHRISTOF STACHE/AFP)

FC Augsburg - Borussia Dortmund 2:0 (1:0), Tore: 1:0 Uduokhai (40.), 2:0 Caligiuri (54.)

Neue Saison, alte Probleme: Der BVB hat erneut auswärts bei einer unangenehm verteidigenden Mannschaft Punkte gelassen. Ein hart und konsequent geführtes Spiel der Augsburger reichte, um das junge Dortmunder Team aus dem Konzept zu bringen. "Wir sind sehr enttäuscht. Es ist schwer, diese Niederlage zu akzeptieren", sagte Trainer Lucien Favre nach dem Spiel.

Felix Uduokhai köpfte in der 40. Minute nach einer Standardsituation das 1:0. Die BVB-Abwehr sah nicht gut aus - Erling Haaland hob das Abseits auf, Mats Hummels und Manuel Akanji kamen nicht in die Zweikämpfe. In der 54. Minute erhöhte der Ex-Schalker Daniel Caligiuri auf 2:0. Florian Niederlechner leitete einen Konter ein, Caligiuri setzte sich im Sprintduell gegen Thomas Meunier durch.

Lucien Favre setzte erneut auf seinen Talenteschuppen. Die beiden 17-Jährigen Giovanni Reyna und Jude Bellingham standen in der Startelf, Julian Brandt und Marco Reus saßen auf der Bank. Augsburg versuchte, das unerfahrene BVB-Mittelfeld von Beginn an zu entnerven. Das Team von Heiko Herrlich beschränkte sich aufs Verteidigen, hatte faktisch nie den Ball und wollte den Spielfluss der Dortmunder mit allen Mitteln stören. Bereits in der ersten Halbzeit verteilte Schiedsrichter Martin Petersen fünf gelbe Karten, Jeffrey Gouweleeuw wischte Erling Haaland mit der Hand durchs Gesicht, der Norweger schubste zurück, beide wurden verwarnt.

Die Augsburger Taktik ging voll auf - ein wenig Zweikampfhärte sowie Konsequenz bei Kontern und Standardsituationen genügten, um Dortmund auch in der zweiten Halbzeit vor unlösbare Probleme zu stellen. Bereits im vergangenen Jahr verspielte der BVB in solchen Spielen (bei Union, in Hoffenheim, in Freiburg) die Chance auf die Meisterschaft.

"Ich habe schon das Gefühl, dass wir ein ordentliches Spiel gemacht haben", war die etwas überraschende Analyse von Hummels später bei Sky, "aber wir haben unsere Gelegenheiten nicht genutzt." Manuel Akanji meinte dagegen: "Wir müssen das besser machen. Offensiv und defensiv war das zu wenig."

Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig 1:1 (1:1), Tore: 0:1 Forsberg (14.), 1:1 Demirbay (20.)

Auf dem Papier das stärkste Spiel des Spieltages - und in der Realität eine unterhaltsame Partie mit zwei Traumtoren bereits in der ersten Halbzeit. Nach einem langen Schlag von Torwart Gulacsi behauptete erst Yussuf Poulsen den Ball gegen mehrere Gegenspieler, Emil Forsberg vollendete technisch stark nach einer Körpertäuschung zum 1:0 (14. Minute) in den Winkel. Ebenso ansehnlich war der Leverkusener Ausgleich - Kerem Demirbay beugte die Flugbahn des Balles so sehr, dass er über Gulacsi an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor flog (20.).

In der zweiten Halbzeit duellierten sich beide Mannschaften weiter auf hohem Niveau. Ein Tor von Patrick Schick (vor Kurzem noch Leipzig, jetzt Leverkusen) wurde wegen Abseits zurückgepfiffen. Es blieb beim verdienten Remis.

Mainz 05 - VfB Stuttgart 1:4 (1:1), Tore: 1:0 Quaison (13.), 1:1 Silas (45.), 1:2 Didavi (61.), 1:3 Klimowicz (80.), 1:4 Kalajdzic (86.)

Die Woche für Mainz 05 war ohnehin schon nicht gut gelaufen, am Samstag ist sie bitter weitergegangen. Am Mittwoch hatte es ja einen Trainingsboykott der Spieler gegeben, der auf die Suspendierung Adam Szalais gefolgt war. Und nun: Verlor Mainz in der Bundesliga gegen VfB Stuttgart, die zweite Niederlage im zweiten Bundesliga-Spiel der Saison.

Die 05er hatten sich zunächst freuen dürfen: Jean-Philippe Mateta leitete eine Flanke per Kopf quer in die Mitte weiter, wo Robin Quaison einnickte. Doch der VfB, der in der ersten Hälfte auf mehr Torschüsse kam als die Mainzer, antwortete kurz vor der Pause. Gonzalo Castro fand nach einem längeren Lauf durch die Mainzer Hälfte Silas Wamangituka, und der schob den Ball direkt flach und gegen die Laufrichtung von Robin Zentner ins Tor. Später legte dann Sasa Kalajdzic für Daniel Didavi quer - es folgte die VfB-Führung. Es half den Mainzern dann nicht, dass Moussa Niakhaté in der 77. Minute Gelb-Rot sah, nachdem er Mateo Klimowicz am Trikot gezogen hatte. Der eingewechselte Klimowicz tauchte Minuten später vor Torwart Zentner auf, täuschte kurz an und traf zum 3:1. Schließlich erhöhte Kalajdzic. Dass Pascal Stenzel in der Nachspielzeit noch Gelb-Rot sah, änderte nichts an Stuttgarts ersten drei Punkten der Saison.

DSC Arminia Bielefeld v 1. FC Koeln - Bundesliga

Gestatten, Edmundsson! Bielfelds Stürmer aus Färöer feixt nach seinem Siegtreffer.

(Foto: Martin Rose/Getty Images)

Arminia Bielefeld - 1. FC Köln 1:0 (0:0), Tore: 1:0 Edmundsson (78.)

Die Geschichte des Spiels gehörte Joan Edmundsson. Er kam in der 67. Minute aufs Feld und wurde damit der erste Färinger, der in der Bundesliga aufgelaufen ist. Das allein wäre schon erwähnenswert gewesen, aber Edmundsson, 29, sorgte dann dafür, dass er auch der erste Torschütze der Färöer Inseln in der Bundesliga wurde: Er schoss das spielentscheidende 1:0. Torwart Stefan Ortega hatte ihn mit einem langen Ball bedient, Edmundsson konnte ihn mit der Fußspitze noch annehmen und hatte - aus spitzem Winkel - plötzlich nur noch Kölns Timo Horn vor sich. Er packte einen ungewöhnlichen Schuss aufs kurze Eck aus, was auch Horn offenkundig überrumpelte.

"Fast jeder Mensch auf den Färöer guckt die Bundesliga", sagte der Matchwinner bei Sky, "ich würde gerne heute feiern, aber am Sonntag ist wieder Training." Bielefeld kommt nun auf vier Punkte, Köln auf null.

Borussia Mönchengladbach - Union Berlin 1:1 (0:0), Tore: 1:0 Thuram (56.), 1:1 Schlotterbeck (79.)

Gegen Dortmund hatte die Borussia vergangene Woche verloren, und das kann (trotz des Dortmunder Resultats in Augsburg) passieren. Als Champions-League-Teilnehmer gilt ein Heimspiel gegen Union Berlin aber eher als Pflichtsieg-Termin. Der gelang der Borussia nicht, nach zwei Spielen kommt das Team von Marco Rose nur auf einen Punkt. Marcus Thuram hatte die Gladbacher per Kopf nach einer Ecke von Jonas Hofmann in Führung gebracht. Thuram spielte anders als beim 0:3 gegen Dortmund von Anfang an, genau wie Alassane Pléa - auch wenn beide noch nicht bei 100 Prozent seien, wie Trainer Marco Rose vor dem Spiel bei Sky sagte (Breel Embolo und Denis Zakaria fielen weiter aus). Doch auch Union nutzte eine Ecke für sich: Kevin Schlotterbeck platzierte einen Kopfball in den Winkel, wo Lars Stindl zwar stand, aber nicht mehr rankam.

Die Zuschauerzahlen

Weiterhin finden die Bundesligaspiele vor sehr unterschiedlichen Kulissen statt. In Augsburg und Leverkusen guckten 6000 Fans zu, in Gladbach gar 10 100, in Mainz 3400 und in Bielefeld 5460. Am Freitag waren im Berliner Olympiastadion 4000 Fans erlaubt, das Spiel Schalke gegen Bremen muss ohne Fans stattfinden. Die Coronafallzahlen gingen in Gelsenkirchen in den vergangenen Tagen zu schnell nach oben.

© SZ/jbe

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