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Bundesliga:Schalkes neue Lust am Offensivfußball

FC Schalke 04 - 1899 Hoffenheim

Zwei Tore gegen Hoffenheim: der Schalker Max Meyer

(Foto: dpa)
  • Der FC Schalke entdeckt gegen Hannover seine Lust am Offensivfußball und versöhnt seine Fans.
  • Die weiteren Spiele: Hamburger SV - Borussia Dortmund 0:0, SC Freiburg - SV Werder Bremen 0:1 (0:1), FC Augsburg - VfL Wolfsburg 1:0 (0:0), FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:1).
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FC Augsburg - VfL Wolfsburg 1:0 (0:0)

Spiel-Telegramm: Wolfsburg, die Mannschaft der Rückrunde, eröffnet die Partie in Augsburg selbstbewusst - und lässt den Ball erst einmal kreisen. Bald bekommmen die Spieler von Trainer Dieter Hecking aber zu spüren, wie aggressiv dieser kleine bayerische Fußballklub sich ihnen entgegenwirft. Augsburg spielt Pressing, Augsburg lebt Pressing. Wolfsburg hat Glück, als der Schiedsrichter dem FCA ein Freistoß aus 17 Metern verweigert (als Vieirinha Tobias Werner foult). Und Wolfsburg? Schießt in der ersten Hälfte kein einziges Mal aufs Tor. Irgendwie ist es nur logisch, dass der erste und einzige Treffer der Partie für die Gastgeber fällt: Naldo holt Abdul Rahman Baba im Strafraum von den Beinen, Tobias Werner scheitert mit dem Strafstoß noch an Diego Benaglio, doch Dominik Kohr ist aufmerksam, flitzt zum Nachschuss und erledigt das Augsburger Siegtor (63.).

Ende zweier Serien: Der VfL Wolfsburg war das einzige Team der Rückrunde, das noch kein Spiel verloren hatte. Augsburg setzte dieser Serie ein Ende, nach acht Siegen und drei Remis wissen die Wolfsburger jetzt auch wieder, wie sich Verlieren anfühlt. Auf der anderen Seite: Augsburg hatte seit vier Spielen nicht mehr gewonnen. Auch diese Serie endete - ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga.

Stimme des Tages: Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg): "Das war eine verdiente Niederlage für uns. Wir waren nicht so zwingend. Das lag zum Teil am Gegner, aber mehr an uns. Wir haben es nicht verstanden, Druck aufzubauen. Wir waren nicht so wach. Wir müssen uns jetzt wieder konzentrieren und mehr anbieten."

Hamburger SV - Borussia Dortmund 0:0

Spiel-Telegramm: Kein Dortmunder Spektakel-Fußball an diesem Samstag: Bereits nach einer Viertelstunde können die Borussen in Hamburg zwar schon 70 Prozent Ballbesitz vorweisen, doch wundersamerweise steht der HSV defensiv stabil. Zur Pause steht es folgerichtig 0:0, wobei die besten Chancen noch der Hamburger Mohamed Gouaida hat. Auch die zweite Hälfte ist geprägt von der BVB- und HSV-untypischen Langeweile: Keine Patzer, keine Tore - kein Spektakel. Nur die letzten zehn Minuten der Partie werden noch einmal hektisch, weil Dortmund drängt, unbedingt ein Tor machen will, an diesem Tag fehlt dem BVB aber die Fantasie dafür.

Offensiver Rückschritt: Nach 13 Treffern in den vergangenen vier Bundesliga-Partien bleibt Dortmund gegen Hamburg torlos. Schlimme Erinnerungen an die Hinrunde kommen kurzzeitig wieder hoch (die Chancenverwertung des BVB!), doch am Ende steht die beruhigende Erkenntnis: Dortmund hatte kaum Torchancen.

FC Bayern in der Einzelkritik

Auf dem Hosenboden ins Tor geschubst

Stimme des Tages: Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Es fühlt sich nicht an wie ein gewonnener Punkt für uns. Das wird aber auf der Rückreise, denke ich, wohl noch kommen. Wir haben immerhin einen Punkt mehr als vorher und den HSV auf Distanz gehalten. Das ist auch nicht unwichtig. Wir haben einen Punkt mehr, das ist positiv. Es hat sich keiner verletzt, das ist super-positiv. Alles andere ist so la-la."

SC Freiburg - SV Werder Bremen 0:1 (0:1)

Spiel-Telegramm: Eine halbe Stunde ist es ruhig in Freiburg, 24 000 Zuschauer müssen sich die Zeit totschlagen, aber immerhin nicht frieren: Das Thermometer zeigt 12 Grad. Bremens Franco di Santo ist es dann, der Zuschauer, Gegner und Mitspieler jäh aus ihrem Dämmerschlaf reißt. Mit einem ansatzlosen Zauberschuss von der Strafraumkante aus - direkt in den Winkel zum 1:0 für Werder Bremen (35.). Nach der Pause erhöht Cedrick Makiadi beinahe noch, der Sieg ist den Bremern jedenfalls nicht mehr zu nehmen.

Mann des Tages: Werder Bremens Franco di Santo. Was für eine Schusstechnik! Kurz den Kopf gehoben, den Ball angestupst und abgezogen: Di Santos zwölfter Saisontreffer ist zugleich sein schönster. Zu seinem Leidwesen kassiert er in Freiburg jedoch seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison - und wird nun ausgerechnet im Heimspiel gegen den FC Bayern fehlen.

FC Schalke 04 - TSG 1899 Hoffenheim 3:1 (3:0)

Spiel-Telegramm: Schalke 04 ist nicht wiederzuerkennen. Ein 3:1-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim, bei dem die Gäste chancenlos sind. Und Schalke spielt sogar schönen Fußball. Zunächst klatscht Christian Fuchs den Ball nach einer Flanke von Marco Höger mit links ins Tor (12.). Dann führen Eric Maxim Choupo-Mouting und Max Meyer zweimal das gleiche Schauspiel auf: Choupo-Mouting kommt von rechts, legt den Ball zurück, der junge Meyer vollstreckt zum 2:0 (41.) respektive 3:0 (53.). Hoffenheims Kevin Volland gelingt noch das 3:1 (73.).

Wiedergutmachung des Tages: Nach der Derby-Klatsche (0:3 gegen Dortmund) und den selbstkritischen Worten von Trainer Roberto di Matteo ("kollektiv schlechte Leistung, auch von mir") versöhnt sich der FC Schalke mit seinen Fans. Hoffenheim kommt in Gelsenkirchen nicht ins Spiel, Schalke hingegen spielt einen Fußball, den die Fans nach den destruktiven Di Matteo'schen Abwehrschlachten der vergangenen Wochen gar nicht mehr gekannt haben dürften.

FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 2:2 (0:1)

Spiel-Telegramm: Die Highlights des Spiels finden fast ausschließlich in der zweiten Halbzeit statt: Nach dem 1:0 (26.) erzielt Raffael auch den zweiten Gladbacher Treffer (67.), alles sieht nach einem souveränen Sieg des Tabellendritten aus. Doch die Mainzer geben nicht auf: Nach einem Freistoßtreffer durch Johannes Geis (73.) wirken sie wie aufgedreht, Shinji Okazaki gelingt gar das 2:2 (77.). Nun zittern die Gladbacher, doch Tore fallen keine mehr.

Ende des Wartens: Nach 758 torlosen Minuten darf der Mainzer Shinji Okazaki wieder über einen Treffer jubeln. Damit rettet er dem FSV Mainz 05 einen Punkt, über den sich der Klub am Saisonende noch gehörig freuen könnte.