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1:0 gegen Augsburg:Schalke spielt Fettnäpfchen

Football: Bundesliga - day 28: Schalke 04 v Augsburg

Ging naturgemäß keinem Zweikampf aus dem Weg: Schalkes Stürmer Klaas-Jan Huntelaar (Mitte) lässt Augsburgs Rani Khedira abperlen.

(Foto: Leon Kuegeler/AFP)

Der zweite Saisonsieg hilft Schalke 04 im so gut wie entschiedenen Abstiegskampf nur noch wenig - dafür düpiert das 1:0 die auffällig entspannten Augsburger.

Von Ulrich Hartmann

Der Countdown läuft. Die Uhr tickt. Unerbittlich. Und es sieht auch weiterhin nicht so aus, als müsste im letzten Augenblick kurz vor der Explosion bloß noch jemand einen roten Draht durchschneiden. Es sind jetzt nur noch: sechs Tage. Schon am kommenden Samstag könnte der Abstieg des FC Schalke 04 aus der Bundesliga so gut wie offiziell werden. Trotz ihres löblich wehrhaften 1:0 (1:0)-Erfolges am Sonntag gegen einen unentschlossen wirkenden FC Augsburg - es war der zweite Saisonsieg - haben die leidgeplagten Fußballer aus Gelsenkirchen-Buer immer noch 13 Punkte Rückstand auf den drittletzten Platz.

Mit einer Niederlage im sechstletzten Saisonspiel am kommenden Samstag in Freiburg könnte vorzeitig feststehen, dass Schalke im Mai nach 30 Jahren Bundesliga am Stück erstmals seit 1988 wieder in die zweite Liga absteigen muss. Das könnte traumatische Erinnerungen auslösen bei Menschen, die damals beteiligt waren: beim Torwart Toni Schumacher, dem Libero Klaus Fichtel, dem Mittelfeldmann Olaf Thon oder seinem Nebenmann Pele Wollitz. Was es hingegen bei den aktuellen Spielern auslöst, wird man live im TV beobachten können. So wie man am Sonntag gleich zu Beginn auch hat erkennen können, dass sie ihre Phase der Depression eigentlich schon hinter sich gelassen haben.

Als es nach zuvor fünf Heimspielen ohne eigenen Treffer darum ging, die Negativ-Rekorde vom SC Freiburg (2009/10) und dem VfB Stuttgart (2014/15) mit damals je sechs Heimspielen ohne eigenes Tor knacken zu müssen, fackelten sie nicht lange und bejubelten gegen Augsburg nach gerade mal 3:30 Minuten das frühe 1:0 durch Suat Serdar, passend an seinem 24. Geburtstag. Das war 8:07 Stunden nach dem zuvor letzten Heimtreffer von Matthew Hoppe im Januar beim 1:2 gegen Köln.

Suat Serdar nutzt schon nach dreieinhalb Minuten den Patzer von Rafal Gikiewicz

Während Augsburgs Trainer Heiko Herrlich nach dem vorherigen 2:1-Sieg gegen Hoffenheim seine Startelf nicht verändert hatte, beorderte Schalkes Coach Dimitrios Grammozis drei neue Spieler in die Anfangsformation. Dazu gehörte auch der Torwart Ralf Fährmann, der sich im Februar im Derby gegen Dortmund eine Rippe angebrochen hatte und seither fünf Mal nicht hatte mitspielen können. Salif Sané wiederum saß erstmals seit Weihnachten wieder im Ersatzspieler-Block und dort selbst bei so namhaften Spielern wie Shkodran Mustafi, Alessandro Schöpf, Goncalo Paciencia, Matthew Hoppe und dem muskulär belasteten Sead Kolasinac, der für Bastian Oczipka weichen musste.

Football: Bundesliga - day 28: Schalke 04 v Augsburg

Seltener Jubel auf Schalke: Trainer Dimitrios Grammozis (rechts, mit Gerald Asamoah).

(Foto: Leon Kuegeler/AFP)

"Undankbar" hatte Herrlich die Aufgabe Schalke schon vor dem Anpfiff genannt, weil eine Niederlage gegen das abgeschlagene Schlusslicht in niemandes Vorstellung vorkomme. Schalke gilt der Konkurrenz ja längst nur noch als Fettnäpfchen. Da wäre dieses frühe 0:1 in der 4. Minute aber eigentlich eine gute Warnung gewesen. Torwart Rafal Gikiewicz ließ eine scharfe Hereingabe von Can Bozdogan abprallen und erlaubte Serdar, mit dem Rebound und seinem ersten Saisontreffer das Netz auszubeulen. Dass die Augsburger sich zuvor mit drei Siegen in fünf Spielen der ärgsten Abstiegssorgen bereits entledigt hatten, war ihrem allzu entspannten Auftritt in der ersten Halbzeit durchaus ein bisschen anzumerken.

Mit Tobias Strobl für Rani Khedira wollten die Gäste nach der Pause unentspannter wirken. Sie machten angesichts eines zunehmenden Ballbesitzes aber nicht gerade einen überschwänglichen Eindruck. Eher zufällig ergab sich nach 55 Minuten die beste Torchance aus spitzem Winkel, mit der Ruben Vargas aber am aufmerksamen Fährmann scheiterte. 20 Minuten vor Schluss kam als Geheimwaffe noch Florian Niederlechner ins Spiel, der in seiner Karriere immerhin schon vier Mal gegen Schalke getroffen hatte. Diesmal aber nicht. Augsburg rutschte tatsächlich im Fettnäpfchen aus.

© SZ/ska/cca
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