Bundesliga Ribéry erledigt Frankfurt auf spektakuläre Weise

Filou ist zurück: Franck Ribéry erzielt gegen Frankfurt eines der schönsten Tore dieser Saison.

(Foto: dpa)
Von Dominik Fürst

60 Minuten vor dem Anpfiff der Bundesligapartie zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt wurde die drängendste Frage dieser Fußballwoche beantwortet. Würde Mario Götze spielen? Die Antwort lautete ja. Und so konnte man im Gesicht des ewigen Münchner Sorgenkindes sogar ein Lächeln erahnen, als Götze die Stufen zum Spielfeld der Münchner Arena hinunterschritt. Seine Woche ging nach dem starken Auftritt in der DFB-Elf am Dienstag versöhnlich zu Ende: Pep Guardiola hatte ihn nicht ignoriert. Die Show beim Spiel gegen Frankfurt stahl ihm aber ein anderer Münchner.

Es war ein gewisser Franck Ribéry, der dem 1:0-Erfolg des FC Bayern mit einem Wahnsinnstor in der 20. Minute den Weg bereitete. Es war ansonsten kein spektakuläres Fußballspiel, sondern ein eher typischer Auftritt des Tabellenführers. Der Erfolg schien zu keiner Minute gefährdet.

Ribéry schraubt sich in die Luft, die Frankfurter staunen

Zum sechsten Mal in dieser Spielzeit durfte also Götze von Beginn an ran, außerdem kehrte Javi Martínez nach überstandener Knieverletzung in den Kader und direkt in die Startaufstellung zurück. Ribéry bekam vor dem Spiel noch einen Strauß Blumen überreicht, gegen Köln hatte der Franzose seine 200. Partie für den FC Bayern gespielt. Neu in der Startaufstellung außerdem: Kapitän Philipp Lahm, der im letzten Spiel in Köln geschont worden war. Manuel Neuer nahm nach überstandener Magenverstimmung seinen gewohnten Platz zwischen den Pfosten ein.

Tabellenführer gegen Tabellen-17., beste Heimelf gegen schwächtes Auswärtsteam der Liga: Es war klar, wie die Chancen in dieser Begegnung verteilt waren. Die Frankfurter, deren neuer Trainer (und Ex-Bayern-Spieler) Niko Kovac angekündigt hatte, sich "sicherlich nicht im eigenen Strafraum verkriechen" zu wollen, wehrten sich immerhin mutig. Man sah sie auch ein paar Mal in den Münchner Strafraum vorstoßen. Aber Mut alleine reicht in Münchnen eben nicht. Da hätte es schon noch eine große Portion Glück gebraucht. Und Torchancen.

Die hatte dann Götze in der besagten 20. Minute, als er in seiner ersten nennenswerten Szene 20 Meter vor dem gegenerischen Tor den Ball bekam, schnell antrat und den Ball mit der Spitze seines Fußes aufs Tor drosch. Frankfurts Keeper Lukas Hradecky wehrte mit dem Fuß ab, aber die Kugel sprang eben nicht ins Toraus oder zur Seite, sondern in hohem Bogen in Richtung der Strafraumgrenze. Und da wartete der 32-jährige Ribéry, der sich in die Luft schraubte wie ein 23-Jähriger, um den Ball per Seitfallzieher ins Netz zu feuern. Bienvenue à Munich. Der Filou hat zugeschlagen. Die Frankfurter staunten.

Götze will wieder Musterschüler sein

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Götze macht die meisten Kilometer

Weil ein 1:0 trotz aller Dominanz ein zu knapper Vorsprung ist, um sich entspannt zurückzulehnen, suchten die Bayern nach der Pause die Entscheidung. In der 52. Minute krachte ein Freistoß von Xabi Alonso aus etwa 18 Metern so fest gegen die Latte, dass das Tor wackelte. Kurze Zeit später scheiterte der quirlige Juan Bernat im Einsgegeneins gegen Hradecky. Alonso probierte es in der 65. erneut aus der Distanz, wieder rettete der Frankfurter Torwart. Die Gäste durften nun froh sein, nicht höher zurückzuliegen.

Zum Ende der Partie ließen die Bayern den Ball zwischen den Spielern hin und herlaufen. Die Frankfurter hielten weiter dagegen, ohne damit etwas zu erreichen. Götze sah noch die gelbe Karte und durfte in der 85. Minute als laufstärkster Münchner vom Feld. Sein Assist vor dem 1:0 blieb sein persönliches Highlight. Thomas Müller scheiterte noch einmal an Hradecky. Dann pfiff Schiedsrichter Florian Meyer die Partie ab.

Eintracht Frankfurt hat nun im achten Spiel gegen München in Serie kein Tor geschossen und muss hoffen, in den nächsten Wochen noch den Relegationsrang zu erreichen. Der FC Bayern hingegen tritt am Dienstag schon wieder in der Münchner Arena an: Benfica Lissabon kommt zum Champions-League-Viertelfinale. Vielleicht darf dann auch Mario Götze wieder mitspielen.


Quelle: Opta Sportdaten

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