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33. Spieltag der Bundesliga:Bremer Abstieg ganz nah - Rettung für Mainz und Augsburg

Bundesliga - 1. FSV Mainz 05 v Werder Bremen

Josh Sargent droht der Abstieg mit Werder Bremen.

(Foto: REUTERS)

Werder bleibt nach erneuter Pleite wenig Hoffnung. Düsseldorf ist auf Relegationskurs und der BVB sichert Platz zwei. Leverkusen droht das Verpassen der Champions League. Die Spiele im Überblick.

Der einst ruhmreiche SV Werder Bremen steht 40 Jahre nach dem ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit. Der viermalige deutsche Meister und sechsfache DFB-Pokalsieger unterlag am Samstag beim FSV Mainz 05 mit 1:3 (0:2) und kann sich am letzten Spieltag nur noch durch fremde Schützenhilfe in die Relegation retten. Zwei Punkte beträgt der Rückstand des Tabellenvorletzten auf Fortuna Düsseldorf. Robin Quaison (25. Minute), Jean-Paul Boëtius (30.) und Edimilson Fernandes (85.) schossen die Tore zum Erfolg der Mainzer, die nun endgültig mit einem weiteren Jahr im Oberhaus planen können. Für Werder war der Treffer von Yuya Osako (58.) zu wenig. Den Bremern droht damit ein ähnliches sportliches Schicksal wie 1980, als sie erstmals abgestiegen waren. Letzter Gegner ist am nächsten Samstag der 1. FC Köln, der Tabellen-16.

Traditionsklub Fortuna Düsseldorf hält sein Schicksal vor dem Saisonfinale der Fußball-Bundesliga in der eigenen Hand. Die Rheinländer kämpften sich im Heimspiel gegen den FC Augsburg zu einem 1:1 (1:1) und gehen als Tabellen-16. in den letzten Spieltag - die Rettung ist aber nur noch in der Relegation möglich. Rouwen Hennings (25.) sicherte mit seinem 15. Saisontreffer das bereits neunte Remis unter Trainer Uwe Rösler. Die Gäste waren nach einem klasse Solo von Florian Niederlechner (10.) zunächst in Führung gegangen. Der Klassenerhalt ist dem Team von Heiko Herrlich nun nicht mehr zu nehmen. Für die Fortuna, die am 34. Spieltag beim schon geretteten Aufsteiger Union Berlin antritt, geht es am kommenden Wochenende im Fernduell mit Werder Bremen um den Bundesliga-Verbleib.

RB Leipzig kann schon für die Champions League planen. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann hat durch das 0:2 gegen Borussia Dortmund zwar den Einzug in die Königsklasse nicht perfekt machen können, hat aber vor dem letzten Spieltag drei Zähler Vorsprung auf Bayer Leverkusen und die deutlich bessere Tordifferenz. Damit ist RB selbst bei einer Niederlage beim Saisonfinale in Augsburg nur noch theoretisch von einem der ersten vier Plätze zu verdrängen. Leipzig hat sich in jedem seiner bisher vier Bundesliga-Jahre für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Gleich in der Premieren-Saison wurde man Zweiter, im Jahr darauf löste RB als Sechster das Ticket für die Europa League. In der vergangenen Saison führte Ralf Rangnick die Mannschaft auf Platz drei und damit zurück in die Königsklasse. In der aktuellen Saison ist Leipzig noch in der Champions League vertreten, spielt im August in Lissabon sein Viertelfinale.

Mit einem hochverdienten Sieg und dank des Patzers von Konkurrent Leverkusen hat Borussia Mönchengladbach vor dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga den ersehnten Champions-League-Platz erobert. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose siegte beim bereits vor dem Spiel als Absteiger feststehenden SC Paderborn mit 3:1 (1:0) und zog an Bayer Leverkusen auf Rang vier vorbei. Patrick Herrmann in der vierten Minute und zweimal Lars Stindl (Foulelfmeter, 55./73.) erzielten am Samstag die Tore für die Borussia, die den Einzug in die Königsklasse am 34. Spieltag gegen Hertha BSC bei zwei Punkten Vorsprung auf den fünften Platz nun selbst in der Hand hat.

Die Meister-Bayern um Doppeltorschütze Robert Lewandowski dürfen weiter auf die 100-Tore-Marke in der Fußball-Bundesliga hoffen. Durch das 3:1 (3:1) am Samstag gegen den SC Freiburg schraubten die Münchner ihre Ausbeute auf 96 Tore hoch. Nur die Gerd-Müller-Bayern der Saison 1971/72 übertrafen mit 101 Toren die Hunderter-Marke. Außer Robert Lewandowski (24./37.) ließ Joshua Kimmich (15. Minute) die Bestmarken-Bayern vier Tage nach dem Vollzug der 30. Meisterschaft wieder jubeln. 15 Pflichtspielsiege in Serie gab es seit der Bundesliga-Gründung 1963 noch nie. Sven Ulreich wurde als Vertreter von Manuel Neuer im Tor des FC Bayern nur von Lucas Höler (33.) überwunden. Im Kampf um ein Europapokal-Ticket war das für die Gäste trotz einer Leistungssteigerung in der vom Spielniveau her schwächeren zweiten Hälfte zu wenig.

Der 1. FC Köln kann weiterhin keine Geisterspiele gewinnen und darf dennoch ganz offiziell für eine weitere Saison in der Fußball-Bundesliga planen - Eintracht Frankfurts leise Hoffnung auf die Europa League ist indes endgültig geplatzt. Der FC und die Hessen trennten sich am vorletzten Spieltag 1:1 (1:0). Florian Kainz (45.) besorgte per Foulelfmeter die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung für die Kölner, Bas Dost (72.) glich aus. Köln bleibt damit seit dem Corona-Restart Mitte Mai ohne Sieg, steht aber dennoch im gesicherten unteren Mittelfeld.

Bayer Leverkusen hat im Kampf um einen Platz in der Königsklasse möglicherweise schon entscheidende Punkte liegen lassen. Bei Hertha BSC verlor die Mannschaft von Trainer Peter Bosz am Samstag mit 0:2 (0:1) und braucht am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga nun ausgerechnet die Hilfe der Berliner bei deren Gastauftritt bei Borussia Mönchengladbach für das erneute Ticket für die Champions League. Matheus Cunha (22. Minute) und Dodi Lukebakio (54.) erzielten im leeren Olympiastadion die Tore für die sehr kampfstarke und effiziente Hertha, die nach zuletzt drei Niederlagen wieder ein Erfolgserlebnis feiern konnte.

Der VfL Wolfsburg hat schon vor dem Saisonfinale in der Fußball-Bundesliga erneut das Europapokal-Ticket gelöst. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner gewann am Samstag beim FC Schalke 04 ungefährdet und verdient mit 4:1 (1:0) und behauptete mit dem Erfolg vor dem Top-Spiel am letzten Spieltag in einer Woche gegen Meister Bayern München den sechsten Tabellen-Platz. Durch die Freiburger Niederlage in München sind die Niedersachsen nicht mehr von einem Europa-League-Platz zu verdrängen. Wout Weghorst mit einem Doppelpack (16./56.), Kevin Mbabu (59.) und Joao Victor (70.) trafen für den VfL. Rabbi Matondo (71.) betrieb für Schalke etwas Schadensbegrenzung.

© SZ.de/dpa/sid/jbe
Bundesliga - Werder Bremen v Bayern Munich

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