Bundesliga:Leipzig rutscht aus den Champions-League-Plätzen

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Bundesliga: Frustrierte Sachsen: Leipzig verliert gegen Gladbach und rutscht in der Tabelle aus den Top Vier.

Frustrierte Sachsen: Leipzig verliert gegen Gladbach und rutscht in der Tabelle aus den Top Vier.

(Foto: Dennis Ewert/Imago)

Die Mannschaft von Trainer Tedesco verliert trotz langer Überzahl gegen Gladbach und verpasst es, in der Tabelle an Freiburg vorbeizuziehen. Im zweiten Spiel des Abends besiegt Leverkusen die Frankfurter Eintracht.

Der RB Leipzig ist nach der zweiten Niederlage in der Bundesliga hintereinander aus den Champions-League-Plätzen gerutscht. Das Team von Trainer Domenico Tedesco verlor bei Borussia Mönchengladbach nach einer lange Zeit schwachen Vorstellung 1:3 (1:2) und liegt zwei Spieltage vor Schluss nur noch auf Rang fünf.

Breel Embolo (17.) und zweimal Jonas Hofmann (45.+2/77.) trafen für die Borussia und verhagelten den Sachsen vor dem Showdown um den Einzug ins Europa-League-Finale am Donnerstag bei den Glasgow Rangers die Laune. Das Team, das zudem noch das Pokalfinale vor der Brust hat, kam durch das 18. Saisontor von Christopher Nkunku (36.) nur zum zwischenzeitlichen Ausgleich und musste in der Tabelle den SC Freiburg passieren lassen. Auch die Überzahl der Gäste nach der Roten Karte gegen Nico Elvedi (64.) half nicht.

Tedesco setzte wie angekündigt trotz des Halbfinal-Highlights in Schottland auf seine beste Elf. "Wir gehen voll drauf", hatte der RB-Coach vor dem Anpfiff versprochen. Davon war zunächst aber wenig zu sehen: Die von von nur gut 100 Fans am ungeliebten Montag unterstützen Gäste kamen in der Offensive kaum zum Zug, viele Fehlpässe verhinderten einen geordneten Spielaufbau.

Während bei Ballbesitz der Leipziger aus Protest gegen das Konstrukt RB ein lautes Trillerpfeifen-Konzert ertönte, herrschte auch auf dem Rasen häufig Konfusion. Die Führung fiel wie aus dem Nichts: Mit Glück landete der Ball bei Embolo, der vor Peter Gulacsi eiskalt blieb. Für den Schweizer war es in der Rückrunde schon der sechste Treffer, davon fünf in den letzten sechs Bundesligaspielen.

Stimmung kam dennoch kaum auf, die schwache Saison und die jüngste Derbyniederlage haben bei den Borussia-Fans Spuren hinterlassen. "Kampflos, willenlos, charakterlos - hoffentlich werden wir die Söldner unter euch bald los", stand auf einem Spruchband. Allerdings waren es in dieser Phase eher die Leipziger, die lust- und ideenlos wirkten.

Doch auch bei RB führte die erste Chance zum Tor: Nkunku verwertete einen schönen Pass von Andre Silva gekonnt. Gladbach antwortete aber noch vor der Pause: Embolo schickte Hofmann, der abgezockt ins linke Eck verwandelte. Nach der Pause legte Leipzig dann einen Gang zu. Einen Kopfball von Silva lenkte Yann Sommer an die Latte (55.). Nach der Roten Karte wegen einer Notbremse gegen Elvedi spielten fast nur noch die Gäste - doch Hofmann vollendete einen der wenigen Entlastungsangriffe zum 3:1.

Leverkusen dicht vor Champions-League-Qualifikation

Dagegen hat Bayer Leverkusen das große Saisonziel Champions League ganz dicht vor Augen. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane siegte gegen Eintracht Frankfurt ohne Mühe mit 2:0 (1:0) und profitierte zudem vom parallelen Patzer des Mitkonkurrenten RB Leipzig bei Borussia Mönchengladbach. Dadurch hat Leverkusen zwei Spieltage vor Schluss als Dritter vier Punkte Vorsprung auf Platz fünf.

Paulinho (18.) brachte die Werkself, die zuletzt in der Saison 2019/20 in der Königsklasse spielte, in Führung. Top-Torjäger Patrik Schick (51., nach Videobeweis) erhöhte kurz nach Wiederanpfiff mit seinem 22. Saisontor - nur Stefan Kießling (25 Tore 2012/13) traf in einer Spielzeit öfter im Bayer-Dress. Frankfurt blieb drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League gegen West Ham United harmlos.

"Es wird ein enges Rennen bis zum Schluss", hatte Seoane vor dem Spiel zum Kampf um die Königsklasse gesagt. Am Samstagabend hatte der SC Freiburg durch ein 4:3 in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim zum Werksklub vorübergehend nach Punkten aufgeschlossen und den Druck erhöht.

Eintracht-Trainer Oliver Glasner rotierte in seinem 100. Bundesligaspiel mit Blick auf die Europa League kräftig in seiner Startelf. Einzig Torhüter Kevin Trapp, Lucas Tuta und Filip Kostic blieben aus der Anfangsformation des Hinspiels (2:1) in London übrig.

Und diese Rotation machte sich von Beginn an bemerkbar. Leverkusen bestimmte das Spiel vor 26.492 Zuschauern in der BayArena, ohne dabei in der Anfangsviertelstunde zu Chancen zu kommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Partien in dieser Saison nutzten die Rheinländer aber die erste Möglichkeit. Nach schönem Außenrist-Pass von Flügelflitzer Moussa Diaby schob Paulinho aus kurzer Distanz ein.

Der Treffer beflügelte die ereignisarme Begegnung keineswegs. Frankfurt tat weiterhin nichts für das Spiel, das weiterhin überlegene Bayer spielte sich zunächst keine weiteren Chancen heraus. Das vermeintliche 2:0 von Schick (34.) wurde nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen. Kurz vor der Pause traf Robert Andrich nur das Außennetz. Den einzigen Frankfurter Abschluss schlenzte Jens Hauge neben das Tor des beschäftigungslosen Bayer-Schlussmanns Lukas Hradecky.

Nach der Pause wurde Schicks erneuter Torjubel nach schönem Zuspiel des auffälligen Diaby zunächst unterbrochen - nach Videobeweis gab Schiedsrichter Benjamin Cortus (Röthenbach) den Treffer. Frankfurt blieb im Energiesparmodus, Leverkusen musste bis zum Ende nicht mehr als nötig tun. Der starke Azmoun scheiterte noch mit einem Distanzschuss an Trapp (71.).

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