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Bundesliga:Die Klubs sehen Licht hinter dem schwarzen Loch

Fußball-Bundesliga pausiert bis zum 30. April

Das Geisterspiel zwischen Gladbach und Köln am 11. März war die bislang letzte Bundesliga-Partie.

(Foto: dpa)
  • Bei den Vereinen der Fußball-Bundesliga herrscht seit der Krisenversammlung am Dienstag der Eindruck, dass die Orientierung zurückkehrt.
  • "Stand heute gehen wir davon aus, die Saison zu beenden - und das bis zum 30. Juni", sagt Alexander Wehrle, Finanzgeschäftsführer des 1. FC Köln und Präsidiumsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL).
  • DFL-Chef Seifert deutet an, dass externe Geldgeber in der Krise Unterstützung anbieten. Die TV-Sender aber bleiben die Schlüsselpartner für 1. und 2. Liga.

Während die meisten Beteiligten die erste Krisenversammlung der Bundesligaklubs vor nunmehr 16 Tagen in einer ungesunden Stimmungslage aus Ungewissheit, Bedrückung und Angst verlassen hatten, deutet sich nach dem zweiten Gipfeltreffen des deutschen Spitzenfußballs wieder verhaltene Zuversicht in der Branche an. Bei den Vereinen - bei manchen mehr, bei anderen weniger - herrscht seit Dienstag der Eindruck, dass die Orientierung zurückkehrt.

Er habe "die optimistische Haltung, dass sich vieles zum Positiven dreht, und wir nach Ostern wieder ein wenig klarer sehen", ließ Jörg Schmadtke die Wolfsburger Nachrichten wissen. Dass sich der VfL-Manager nicht auf gesicherte Erkenntnisse, sondern auf persönliche Hoffnung berief, muss seine Trendmeinung nicht entwerten, zumal Schmadtke üblicherweise seine emotionalen Regungen für sich behält.

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Auch Alexander Wehrle, Finanzgeschäftsführer des 1. FC Köln und Präsidiumsmitglied der DFL, berichtete von einer "positiven Grundstimmung" während der rund drei Stunden dauernden Video-Konferenz am Dienstag. Er spricht von einem "realistischen Szenario", wenn er sagt: "Stand heute gehen wir davon aus, die Saison zu beenden - und das bis zum 30. Juni." Den 2. oder 9. Mai benannte Wehrle als potenzielle Zieltermine für die Wiederaufnahme des Liga-Programms.

In manchen Klubs lindert ein Gehaltsverzicht die ärgsten Liquiditäts-Sorgen

Solche Prognosen hatte Mitte März noch keiner gewagt. Der Profifußball sah in ein schwarzes Loch, wenn er versuchte, in seine nahe Zukunft zu blicken, DFL-Geschäftsführer Christian Seifert stellte die Existenzbedrohung für etliche Klubs in Aussicht. Inzwischen sind die Vereine, jeder für sich, ein Stück vorangekommen in ihrer Daseinsgestaltung, unter anderem dadurch, dass reihum die Profis Verzichtserklärungen für Teile ihres Gehalts geleistet haben. In manchen Klubs ging es dabei weniger um die Frage der Existenzsicherung als um Lastenteilung und eine Geste des Entgegenkommens.

In anderen Klubs aber konnten durch die Zusagen des teuren Personals tatsächlich ärgste Sorgen um die Liquidität erst mal ausgeräumt werden. Bei Schalke 04 etwa herrschte schon große Erleichterung, nachdem sich die Spieler für eine Gehaltsreduzierung von 30 Prozent bis zum Ende der Saison am 30. Juni hatten gewinnen lassen. Die Ersparnis dürfte sich auf etwa zehn Millionen Euro belaufen.

Die Liga-Gemeinschaft hat zudem nun vorgesorgt für den Fall, dass einigen Vereinen in den nächsten Monaten dennoch das Geld ausgehen sollte. Insolvenz ist laut Beschluss der Vollversammlung kein strafbares Kriterium mehr - die Bestimmung, bei Zahlungsunfähigkeit einen Neun-Punkte-Abzug zu verhängen, ist aufgehoben. Wehrle bezeichnete dies als "Zeichen der Solidarität". Er erwartet, "dass wir alle Vereine beisammenhalten können, wenn wir die Saison zu Ende spielen". Beim Zweitligisten Karlsruher SC wurde ein Bericht über einen drohenden Konkurs dementiert. Dennoch gilt bisher der Standpunkt, dass nur die TV-Gelder, die bei einer Beendigung des Saison fließen, existenzielle Not in vielen Klubs verhindern können.

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