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Bundesliga:Toughe Typen wie Dardai oder Kovac

Zwar schreibt kein Klub in sein Konzept, dass er Atlético kopieren will; aber die Idee des aggressiven Kontra-Fußballs hat sich längst auf dem Kontinent verbreitet und toughe Trainer wie Pal Dardai oder Niko Kovac inspiriert.

Natürlich ist diese Idee des Spiels umso wirkungsvoller, je hochkarätiger das eigene Personal ist - siehe Atlético, das funkelnde Offensivspieler wie Antoine Griezmann, Saul Niguez oder Yannick Carrasco beschäftigt. Also ist es wohl kein Zufall, dass der sogenannte Aufsteiger aus Leipzig das Verfolgerfeld anführt: Das 3:1 gegen Werder Bremen war vor allem dem zweifachen Torschützen Naby Keita, 21, zu verdanken, den die große RB-Schwester aus Leipzig der kleinen RB-Schwester aus Salzburg für innerfamiliär verrechnete 15 Millionen Euro abgekauft hat. Ähnlich funktioniert das Modell in Hoffenheim: Auch dort wird mit teuren Leuten eine Variante jenes offensiv getarnten Defensivfußballs gespielt, den der Leipziger Sportchef Ralf Rangnick dort mal hinterlassen hat.

Noch kann keiner vorhersagen, wie stabil all diese Ansätze sind, dennoch darf die verkehrte Tabelle als Beleg für die gestiegene Qualität im Mittelbau der Liga gelten - und, nebenbei, als Beleg für die Lernfähigkeit mancher Klubs. Aus dem abschreckenden Chaos der Traditionsbetriebe in Hamburg oder Stuttgart haben einige die richtigen Schlüsse gezogen; nicht nur in Leipzig und Hoffenheim, wo sie die Sorgenfreiheit, die ihnen ihre umstrittenen Millionen garantieren, immerhin für eine jugendbewegte Personalpolitik nutzen.

Bundesliga Null Torschüsse, null Abwehrspieler
Hamburger SV

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In Berlin und vor allem in Köln versuchen sie, dem irren Tagesgeschäft mit so viel Kontinuität wie möglich zu begegnen. So ist es den Managern Michael Preetz und Jörg Schmadtke gelungen, unspektakuläre, aber sinnvoll gebaute Kader hinzustellen, im Falle der Berliner mit freundlicher Unterstützung eines Kapitalgebers aus Übersee.

Vielleicht kommt es am Ende noch so, dass sich die größeren Klubs an der Haltung der neuen Herausforderer orientieren. Christian Heidel, Manager des ewigen Champions-League-Kandidaten aus Schalke, hat am Wochenende gesagt, sein Schalke solle "eine Malochertruppe" werden.