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Bundesliga:Mauer Ertrag

DSC Arminia Bielefeld v 1. FC Union Berlin - Bundesliga

Angeknockt: Unions Torwart Andreas Luthe erlitt eine schmerzhafte Verletzung während der Partie gegen Bielefeld und musste behandelt werden.

(Foto: Stuart Franklin/Getty)

Bielefeld verpasst gegen Union die Chance, wertvolle Punkte im Abstiegskampf einzufahren. Die Partie wird nach einem Zusammenprall fast acht Minuten lang unterbrochen.

Von Ulrich Hartmann, Bielefeld

Im Kabinengang von Arminia Bielefeld hingen am Sonntagabend sechs Plakate, darauf Motivationshilfen von den ausgesperrten Fans. "Wir für Euch, Ihr für uns", stand auf einem Plakat, ein kämpferisches "Jetzt!" auf einem anderen und auf dem letzten vor der Treppe hinauf zum Spielfeld stand: "Grasfressen in Ostwestfalen." Dieser Duktus erinnerte an die Komödie "Lachsfischen im Jemen", in der Lachse in der Wüste kultiviert werden sollen. Aus Erfahrung wissen die Bielefelder Fans, dass es vergleichbar schwierig ist, die Arminia dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren. Das erste Spiel unter neuer Leitung brachte gegen Union Berlin beim 0:0 auch nur ein mageres Pünktchen. Das hilft im Abstiegskampf nur sehr bedingt weiter. Am Mittwoch im Nachholspiel gegen Werder Bremen besteht immerhin gleich eine neue Chance zu punkten.

Der Mann, der ab sofort das Grasfressen in Ostwestfalen kultivieren soll, heißt Frank Kramer, 48, stammt gebürtig aus dem Allgäu und hat vergangenen Dienstag das erste Training geleitet, nachdem tags zuvor der Aufstiegstrainer Uwe Neuhaus freigestellt worden war. Diesem war zuvor nur ein Punkt in fünf Spielen gelungen bei 5:17 Toren. Kramer hat zuletzt die Nachwuchsabteilung bei RB Salzburg geleitet und kennt den modernen RB-Fußball genauso gut wie die Integration von Talenten ins Profibusiness. Dies gilt den Bielefeldern als mittelfristige Strategie. Kurzfristig hingegen geht es natürlich um Ergebnisse. Gegen Berlin tauschte Kramer aus der letzten Neuhaus-Startelf drei Spieler aus, einer von ihnen ausgerechnet der begabte Ritsua Doan aus Japan. Dessen Landsmann Masaya Okugawa, der Niederländer Michel Vlap und die Hertha-Leihgabe Arne Maier kamen neu herein.

"Herzblut ist blau", steht auf der Kapitänsbinde von Arminias Fabian Klos. Dass die Unioner rot bluten, war nach zwei Minuten zu sehen, als Torwart Andreas Luthe und Abwehrmann Julian Ryerson ineinander knallten und fast acht Minuten lang getackert, genäht und verbunden werden mussten. 20 Minuten später musste Bielefelds Sergio Cordova raus, nachdem er mit dem Berliner Marvin Friedrich zusammengerasselt war. Fußball gespielt wurde schon auch, aber nicht schön, eher eine Art Grasfressen.

Verbesserungen waren bei den Bielefeldern so recht keine zu erkennen, sie spielten ziemlich genauso wie unter Neuhaus. Diesmal allerdings waren sie gegen einen ebenbürtigen Gegner auch noch erschreckend harmlos in der Offensive. Und so waren es die Berliner, die in den letzten 20 Minuten das Tempo anzogen. Keita Endo schoss in der 74. Minute knapp vorbei, in der 81. Minute parierte Torwart Stefan Ortega einen Schuss von Endo füßlings. In der Schlussphase standen plötzlich vier Bielefelder am Spielfeldrand bereit, das wären allerdings die Einwechslungen drei bis sechs geworden. Man bemerkte den Fehler und brachte nur drei Neue. So endete ein maues Spiel auch noch ohne jegliches Kuriosum.

© SZ/klef
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