Auf dem Weg in die Kabine kratzte sich Kasper Hjulmand ratlos am Kopf, auch Patrik Schick wirkte trotz seiner beiden Tore fassungslos. Nach dem 3:3 (2:0) beim designierten Absteiger 1. FC Heidenheim schienen sich der Cheftrainer und der Torjäger von Bayer Leverkusen zu fragen, wie um alles in der Welt das passieren konnte: 2:0 geführt, 3:2 geführt – und doch nicht gewonnen beim abgeschlagenen Tabellenletzten der Bundesliga.
Auf dem Weg zu einer erneuten Teilnahme an der Champions League steht sich Leverkusen fortwährend selbst im Weg. „Mir fehlen so ein bisschen die Worte“, sagte Bayer-Torhüter Mark Flekken. In der Halbzeitpause sei angesprochen worden, „dass wir nicht leichtfertig werden dürfen“, aber genau das geschah. Und es ist ein wiederkehrendes Muster bei den Leverkusenern. Lediglich ein Sieg gelang in den vergangenen neun Pflichtspielen, in der Liga endeten fünf von sechs Partien unentschieden. „Wir haben schon vor ein paar Wochen gesehen, dass es nicht reicht, nur ein bisschen zu zocken“, stellte Kapitän Robert Andrich fest. Doch Lehren scheint die Werkself daraus bisher nicht zu ziehen.
In Heidenheim hatten die Gäste zunächst dominiert, nach den Treffern von Malik Tillman (22.) und Schick (35.) schienen sie sich ihrer Sache allerdings zu sicher zu sein. Hennes Behrens (1:2/56.) verkürzte für Heidenheim, der eingewechselte Marvin Pieringer verwandelte einen Elfmeter zum 2:2 (72.) und besorgte nach dem zweiten Treffer von Schick (79.) auch den Endstand (3:3/85.). Jetzt „herrscht Druck“, stellte Leverkusens Trainer Hjulmand fest. Sieben Spiele blieben noch, um die vier Punkte Rückstand auf Rang vier aufzuholen. „Wir werden diese vier Punkte jagen“, sagte Hjulmand kämpferisch.