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Klub-Treffen in Frankfurt:Viele Klubs drängen auf Änderungen

Zwar tun die Vertreter der Branchenführer so, als sei der aktuelle Schlüssel recht ausgeglichen. So sagte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Juni dem Handelsblatt: "In Deutschland gibt es eine sehr solidarische, ausgewogene Verteilung der TV-Gelder: Der Meister erhält doppelt so viel TV-Einnahmen wie der Tabellenletzte." Das gilt aber nur für die nationalen Gelder. Bei den internationalen Erlösen hingegen greifen die Großklubs um Champions-League-Gewinner FC Bayern einen ungemein großen Anteil ab. Die konkrete Mechanik ist kompliziert. Im Ergebnis führt sie dazu, dass sich die Gelder zwischen erster und zweiter Liga ungefähr im Verhältnis 82:18 aufteilen, und dass die Münchner pro Jahr fast viermal so viel TV-Geld erhalten wie das Bundesliga-Schlusslicht (zuletzt zirka 115 Millionen Euro zu zirka 30 Millionen).

Fast 4:1, das ist eine gravierende Diskrepanz, auch im Vergleich zu anderen Ländern. In Englands Premier League beträgt die Spreizung zwischen dem besten und dem schlechtesten Klub nur 1,8:1. Für die Kritiker des deutschen Verteilerschlüssels ist dieses Gefälle mitentscheidend für die Monotonie an der Tabellenspitze.

Vor diesem Hintergrund drängen viele Vereine auf Änderungen. Düsseldorfs Vorstand Thomas Röttgermann plädierte im Sommer dafür, dass alle Klubs einer Liga exakt gleich viel bekommen sollen - so wie es bis ins Jahr 2000 war, ehe auf Druck der Großklubs das System umgestellt wurde. Dieser radikalen Forderung schloss sich kaum jemand an, aber kürzlich signierten vier Erst- und zehn Zweitligisten ein Papier, in dem sie für eine gleichmäßigere Verteilung warben. Die vier Erstligisten waren Mainz, Stuttgart, Augsburg und Bielefeld - das Quartett, das jetzt nicht eingeladen wurde zum Frankfurter Treffen.

Zugleich geht es in der Debatte um eine Komponente, die der Freiburger Finanzvorstand Oliver Leki ins Spiel brachte. Er warb dafür, das Verhältnis "von sportlichem Erfolg zu finanziellem Einsatz" zu honorieren. Eine Art Preis-Leistungs-Kategorie also, in der der SC Freiburg weit oben in der Tabelle zu finden wäre. Lekis Wort hat Gewicht in der Szene, er sitzt im Präsidium und auch im Aufsichtsrat der DFL.

Die Entscheidung über die Verteilung der Gelder trifft das neunköpfige DFL-Präsidium, dem neben Seifert und Leki der frühere Schalker Finanzvorstand Peter Peters, Jan-Christian Dreesen (FC Bayern), Alexander Wehrle (Köln), Steffen Schneekloth (Kiel), Rüdiger Fritsch (Darmstadt), Oke Göttlich (St. Pauli) und Ansgar Schwenken (DFL-Direktor) angehören. Angepeilt ist eine Entscheidung für Anfang Dezember. Nun könnte ihnen aus Frankfurt noch eine kräftige Forderung mit auf den Weg gegeben werden.

© SZ vom 11.11.2020/chge
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